„Ich habe Bauchweh!“ Bei diesem Satz spitzen Eltern ihre Ohren. Denn Kinder definieren ihr Wohlbefinden über die Körpermitte. Fühlen sie sich unwohl, muss nicht gleich ein Magen-Darm-Infekt im Anmarsch sein. Oft verbirgt sich hinter der „Bauchweh-Ansage“ ein ganz anderes Problem. Häufig liegt Angst wie ein Stein im Magen. Hin und wieder ist ihnen mulmig zumute, wenn zu viele Eindrücke (Lärm, grelles Licht, Menschengetümmel) auf sie einstürmen. Anstrengende Schulwochen verursachen ebenfalls Bauchweh.

Sie kennen Ihr Kind. Verordnen Sie ihm eine Auszeit in einem entspannten Umfeld und messen Sie vorsichtshalber seine Körpertemperatur. Halten die Schmerzen länger als zwei Stunden in unverminderter Stärke an, suchen Sie Rat bei Ihrem Kinderarzt!

Erste Hilfe bei Bauchweh

Nichts geht über die gute alte Wärmflasche (oder Körnerkissen) gepaart mit mütterlichem/ väterlichem Zuspruch. Das mollige Gefühl entspannt und balanciert das sensible Nervengeflecht rund um den Bauchnabel aus. Spezielle Bauchweh-Tees helfen auch weiter.

Teemischungen

  • Kamillenblüten                   10,0 g
  • Melissenblätter                  10,0 g
  • Pfefferminzblätter    10,0 g

Alle Kräuter vermengen. Für einen Pott (circa 250 ml) zwei Teelöffel des Gemisches überbrühen und mindestens 5 min ziehen lassen. Abseihen, nach Geschmack leicht süßen (Honig, Kandis etc.). Jeweils früh und abends eine Tasse trinken.

Dieser Tee ist sinnvoll bei:

  • Schulkindern, die unter Stress stehen
  • Magenbeschwerden nervöser Art

Ob nun loser oder Beutel-Tee Fenchel-Anis-Kümmel bleibt unangefochten der Klassiker in Sachen Bauchweh. Er lockert und löst festsitzende Luft, nimmt dem Schmerz die Schärfe.

  • Fenchelsamen                  20,0 g
  • Anissamen                       20,0 g
  • Kümmelsamen                20,0 g

Die Zutaten vermischen, davon einen Teelöffel mit dem Mörser zerkleinern und mit 200 ml kochendem Wasser übergießen. Etwa 10 min ziehen lassen, durchseihen. Drei Tassen pro Tag, am besten zum Essen, trinken.

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Bauchweh: Ursache Blähungen

Das Mittel der Wahl ist abermals Wärme. Egal ob Wärmflasche, Körnerkissen oder feuchtwarme Wickel: Hauptsache der aufgeblähte Bauch entspannt. Recht erfolgreich sind kreisende Massagen rund um den Nabel. Sie regen den Darm an, Groß und Klein empfinden sie als angenehm.

Massagen

Zwei Heilkräuter zeigen die besten Erfolge: Kümmelöl und Majoran. Kümmelöl bieten Apotheken als fertiges Produkt an, Majoran muss selbst im Mörser zerstoßen werden. Dazu die 2 Teelöffel Majoranblätter zerquetschen und mit 2 Teelöffel Weingeist versetzen.

Nach zweistündigem Durchziehen 2 Teelöffel Butter hinzufügen. Diese Mischung überm Wasserbad erhitzen bis eine homogene Masse entsteht. Durchseihen, auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Kirschkerngroße Portion auf dem Bauch verreiben, dabei im Uhrzeigersinn sanft massieren. Zeige- und Mittelfinder reichen dazu aus.

Wickel

Kümmelöl eignet sich hervorragend für mäßig warme Wickel.

  • zunächst einige Tropfen einmassieren
  • Baumwolltuch (Windel, Geschirrtuch) mit heißem Wasser tränken, auswringen
  • einmal umschlagen, auflegen (Achtung: Temperatur prüfen!)
  • mit Handtuch oder Schal fixieren
  • bei größeren Kindern verstärkt eine zusätzlich aufgelegte Wärmflasche die Wirkung
  • je nach Bedarf bis zu dreimal am Tag für ½ Stunde anwenden

Ebenso lindern Kamillenwickel schmerzhafte Gasansammlungen.

  • dazu 1 Esslöffel lose Kamillenblüten aufbrühen, 10 min durchziehen lassen
  • Baumwolltuch mit dem Sud tränken, auswringen
  • weiteres Vorgehen siehe Kümmelöl-Wickel
  • Anwendung bis zu viermal täglich