Beinahe alle Kinder liegen vor der Geburt in der Schädellage. Bei lediglich 6% kommt es aber nicht zur Drehung und das Kind liegt in der Beckenendlage und Steißlage (BEL). Eine vaginale Geburt mit Beckenendlage des Kindes ist für erfahrene Geburtshelfer nicht viel problematischer, als eine Geburt in Schädellage. Es können dennoch Gefahren für Mutter und Kind nicht ausgeschlossen werden. Viele Mütter entscheiden sich deshalb für einen Kaiserschnitt.

Es gibt viele Ursachen für eine Beckenendlage. Zum einen kann es sein, dass die Gebärmutter nicht so fest ist und schon etwas „ausgeleiert“ ist und somit das Kind zu viel Platz hat, um sich zu bewegen. Vor allem Vielgebärende können mit diesem Problem konfrontiert sein, aber auch Frauen mit einer allgemeinen Bindegewebsschwäche sind hier betroffen. Es kann auch sein, dass der Uterus und das Becken zu eng sind und das Kind es nicht schafft sich zu drehen. Des Weiteren kommt eine Beckenendlage auch bei Frühgeburten vor. Hier hatte das Kind einfach keine Zeit mehr sich zu drehen.

Egal welche Ursache vorliegt, heutzutage wird noch vor der Geburt, manchmal noch in der Klinik versucht, dass sich das Kind doch noch dreht. Eine Möglichkeit ist hier die „Indische Brücke“. Bei der indischen Brücke soll sich die Schwangere so lagern das das Becken und die Gebärmutter möglichst hoch liegen. Wenn man schon Wochen vorher weiß, dass das Baby in Beckenendlage ist, kann man das Zuhause probieren.

Man legt sich auf den Boden und lagert die Beine höher, z.B. auf die Couch. Nun hebt man den Po mit den Becken so hoch es geht. Es entsteht dabei ein Hohlkreuz und deswegen die Bezeichnung indische Brücke. Diese Position kann äußerst unangenehm sein für die Mutter, denn die Gebärmutter die jetzt 6 mal mehr wiegt, als vor der Schwangerschaft, drückt dabei oft auf die große Vene und der Schwangeren wird mitunter sehr schwindelig oder schwarz vor den Augen. Dann sollte die Frau sich schnell wieder in eine Seitenposition begeben.

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Der Sinn dieser Methode ist es, dass auch das Baby diese Lage unangenehm findet und sich deswegen in eine „bequemere“ Lage begibt. Die beste Lage wäre hier nämlich die Schädellage.

In der chinesischen Medizin gibt es eine Methode das Kind von außen dazu zu bewegen, dass es sich dreht. Ähnlich wie in der Akkupunktur wird hier mit Beifußzigarren versucht, das Kind durch die Animation eines bestimmten Punktes am kleinen Zeh dazu zu bringen sich zu drehen. Dies wird aus sicherer Entfernung durchgeführt, damit die werdende Mutter sich nicht verbrennt.

Dieses Verfahren wird Ende des 9.Monats, Anfang des 10.Monats durchgeführt und es soll bewirken, dass das Kind sich mehr bewegt und dadurch dreht. Oft wird diese Methode auch zur Vorbereitung der indischen Brücke angewendet, wenn die indische Brücke kurz vor der Geburt stattfinden soll, natürlich unter Anleitung einer erfahrenen Hebamme.

Bei der äußeren Wende ist viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl gefragt. Weil diese Methode einige Gefahren birgt, wird sie unter Ultraschallaufsicht und mit vorbereiteter Narkose durchgeführt, damit bei plötzlichen Risiken nichts einem Kaiserschnitt im Wege steht. Bei dieser Methode versucht der Geburtshelfer das Kind von außen zu drehen. Dabei würde das Kind einen Rückwärtssalto machen. Die Aussichten auf Erfolg liegen hier bei rund 50%. Risiken können hier eine Nabelschnurverwicklung oder eine vorzeitige Ablösung der Plazenta sein.

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