Die Deutsche Gesetzgebung stellt werdende Mütter unter einen besonderen und vor allem unantastbaren Schutz – unter den so genannten Mutterschutz.

Die Regelungen hierzu finden sich detailliert und zum Nachlesen sowohl im Mutterschutzgesetz (MuSchG) als auch in der Mutterschutzrichtlinienverordnung. (MuSchRiV)

Hier jedoch die wichtigsten Informationen in Kürze:

Der Kündigungsschutz

In ihrer Kernaussage jedoch besagt die Gesetzgebung, dass einer Frau auf Grund ihrer Schwangerschaft nicht gekündigt werden darf. Dies gilt sowohl während der gesamten Schwangerschaft als auch innerhalb der ersten vier Monate nach der Entbindung. Die Form des Arbeitsverhältnisses ist dabei unerheblich. Denn dieser so genannte Kündigungsschutz greift bei geringfügig Beschäftigten über Teilzeitbeschäftigte bis hin zu Vollzeitarbeitnehmerinnen.

Der Kündigungsschutz soll dabei die gesellschaftliche und finanzielle Existenz von Mutter und Kind während der Schwangerschaft, aber auch darüber hinaus gewährleisten. Insbesondere die viermonatige Schutzfrist nach der Entbindung soll es der Frau ermöglichen, sich ohne weitere Belastungen in die neue Rolle als Mutter einfinden zu können, um nach den ersten vier Monaten gegebenenfalls in Teilzeit in ihr Beschäftigungsverhältnis zurückzukehren.

Dennoch haben viele Frauen Angst, ihren Arbeitgeber über die Schwangerschaft zu informieren.  Oftmals, weil sie negative Folgen im Arbeitsverhältnis erwarten. Das Verheimlichen jedoch kann gravierende gesundheitliche Folgen sowohl für das ungeborene Kind als auch für die werdende Mutter selbst haben. Insbesondere, wenn das Beschäftigungsverhältnis mit körperlichen Belastungen einhergeht, oder die Berührung mit chemischen Stoffen umfasst, die beide Mutter und Kind gleichermaßen schaden können.
Entsprechend regeln Mutterschutzgesetz und Mutterschutzrichtlinienverordnung ebenfalls den Umfang, innerhalb dessen die werdende Mutter die mit dem Arbeitsverhältnis verbundenen Tätigkeiten weiter ausführen darf und kann. Auch diesen Bestimmungen muss der Arbeitgeber Folge leisten.

Der Urlaubanspruch

Zusätzlich zum Kündigungsschutz regeln Mutterschutzgesetz und Mutterschutzrichtlinienverordnung den Urlaubsanspruch während und nach der Schwangerschaft.
Dieser Urlaubsanspruch umfasst gesetzlich geregelt die letzten sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin als auch die ersten acht Wochen nach der Entbindung. In diesen beiden Zeitspannen von insgesamt 14 Wochen ist die Arbeitnehmerin urlaubsberechtigt und somit aus ihrem Arbeitsverhältnis freizustellen.

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Hier legt der Gesetzgeber sein besonderes Augenmerk auf das Wohlbefinden von Mutter und Kind. In den sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin soll die werdende Mutter zur Ruhe kommen, um sich intensiv auf die Geburt vorbereiten zu können. Der 8-wöchige Urlaubsanspruch nach der Geburt hingegen dient der Mutter zur Erholung, Mutter und Kind dazu, eine Beziehung zueinander aufzubauen, losgelöst von beruflichen Verpflichtungen.

Bei einer Frühgeburt kann der Urlaubsanspruch nach der Entbindung auf zwölf, anstelle von acht Wochen verlängert werden. Gleiches gilt für ein Zwillings- oder Drillingsgeburt.

Ausnahmen vom Mutterschutzgesetz

Im Mutterschutzgesetz nicht erfasst sind Schülerinnen, Praktikantinnen und Auszubildende.
Doch auch ihnen wird der Mutterschutz während der Schwangerschaft als auch in den ersten Monaten nach der Entbindung gesetzlich garantiert. Dieser findet sich allerdings geregelt in der jeweiligen Schul- oder der gültigen Auszubildendenverordnung.

Ebenfalls nicht im Mutterschutzgesetz erfasst sind Freiberuflerinnen, Selbstständige und Hausfrauen. Da sie in keinem festen Arbeitsverhältnis stehen, sollten sie entsprechend privat vorsorgen, um eine Schwangerschaft ohne finanziellen Schaden zu überstehen.

Leitfaden zum Mutterschutzgesetz Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Die Broschüre bietet eine Darstellung der wesentlichen Aspekte des Mutterschutzes: Rechte und Pflichten gegenüber dem Arbeitgeber, Leistungen der Krankenkasse und Mutterschaftsgeld. Außerdem enthält die Broschüre den Text des Mutterschutzgesetzes, Auszüge aus der Reichsversicherungsordnung sowie die Mutterschutzrichtlinienverordnung.

Kostenloser Download: [Leitfaden zum Mutterschutzgesetz]    Stand: 20.12.2018