Um den medizinischen Fachbegriff “Sectio Caesarea – Der Kaiserschnitt“ ranken sich verschiedene Mythen. Der bekannteste davon ist, dass diese Operationsmethode ihren Namen Julius Caesar verdankt, der angeblich selbst durch diesen Geburtsschnitt auf die Welt geholt wurde und der Methode seinen Namen gegeben hat.

Ob Mythos oder nicht: Fakt ist, dass der Kaiserschnitt zu den ältesten und bekanntesten Operationsmethoden der Chirurgie zählt und heutzutage als Routine-Eingriff gilt. Er dauert im Regelfall zwischen 20 bis 60 Minuten, zuzüglich der daran anschließenden zwei Stunden, in denen die Mutter zur Sicherheit im Kreissaal überwacht wird.

Heutzutage üblich wird der Kaiserschnitt nach der Misgav-Ladach-Methode, 1994 im Misgav-Ladach-Hospital in Jerusalem erstmalig eingesetzt, durchgeführt. Das bedeutet: Es wird kein tiefer, vertikaler Schnitt mehr durch die gesamte Bauchdecke wie früher gemacht, sondern der operierende Arzt setzt fast unsichtbar, horizontal an der Bikinigrenze an, trennt die einzelnen Gewebeschichten einschließlich der Uterusmuskulatur nur leicht auf und dehnt sie dann mit seinen Händen auseinander, um das Baby sanft aus der Gebärmutter zu holen.

Die Misgav-Ladach-Methode gilt dabei als sehr schonendes Verfahren und wird auch als “sanfter Kaiserschnitt“ bezeichnet, weil der gesetzte Schnitt minimal ist, und nur die Gewebeschichten im Anschluss wieder miteinander vernäht werden, bei denen es unbedingt notwendig ist. So wird das Blutungsrisiko vermindert, und die wenigen Nähte bzw. die nicht exakt glatten Wundränder lassen den Schnitt so in der Regel schnell,  komplikationslos und fast unsichtbar verheilen. Entsprechend können Mama und Kind das Krankenhaus zumeist schon nach wenigen Tagen wieder verlassen und sich in ihr gemeinsames Lebens- und Entwicklungsabenteuer stürzen.

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Im Allgemeinen wird der Kaiserschnitt unter Einsatz einer Spiral- oder Peridural-Anästhesie, kurz: PDA, der rein örtlichen Betäubung des Rückens durchgeführt, so dass die werdende Mutter bei vollem Bewusstsein bleibt, die Operationsschritte verfolgen, vor allem aber ihr Kind direkt nach der Entbindung in die Arme schließen kann.

Eine Vollnarkose hingegen ist fast immer bedenklich und somit im Vorfeld gut abzuwägen, da sie den Organismus der Mutter erheblich belasten kann. Zwingend erforderlich wird sie, wenn sich die Notwendigkeit zum Kaiserschnitt erst während der Geburt zeigt, d. h., diese mit einem Kaiserschnitt beendet werden muss. Dann muss innerhalb von Minuten entschieden und gehandelt werden können, um weder die Mutter noch das Kind weiter zu gefährden. Entsprechend wird dann eine Vollnarkose gesetzt, da sie schneller wirkt als jede örtliche Betäubung.

Ein Kaiserschnitt muss jedoch nicht zwingend medizinisch begründet sein, sondern kann auch ausschließlich auf den ausdrücklichen Wunsch der Mutter erfolgen. Dieser wird auch als geplanter Kaiserschnitt oder als “elektive sectio“ bezeichnet.