Viele Säuglinge haben nach der Geburt oder einige Wochen bis Monate danach, schuppende und gerötete Hautstellen am Kopf, die oft als Milchschorf diagnostiziert werden. Es gibt neben dieser Hautveränderung aber noch eine weitere Hauterkrankung bei Babys – der Kopfgneis.

Da beide Erkrankungen ähnliche Symptome aufweisen, werden sie nicht selten miteinander verwechselt. Während der Kopfgneis bereits in den ersten Lebenswochen des Säuglings auftritt, und sich mit gelb-bräunlichen, fettigen Schuppen zeigt, beginnt der Milchschorf meist erst nach dem dritten Lebensmonat.
Für eine Behandlung beider Erkrankungen ist es notwendig, die richtige Diagnose zu stellen.

Kopfgneis oder Milchschorf?

Der Kopfgneis ist meist schon kurze Zeit nach der Geburt sichtbar und ist völlig ungefährlich. Diese doch „unschönen Hautveränderungen“ werden nach der fünften Lebenswoche Seborrhoisches Ekzem bzw. Seborrhoische Dermatitis genannt. Er tritt meist begrenzt auf und zeigt sich manchmal auch als Schuppenbildung auf der Stirn oder an den Augenbrauen.

Meist geht diese Art von Hautveränderung von selbst wieder weg.
Der Milchschorf hingegen tritt meist erst Monate nach der Geburt des Babys auf und birgt das Risiko, dass es irgendwann zu Allergien, wie Heuschnupfen oder Neurodermitis kommen kann.

Wie entstehen die Schuppen und Krusten?

Die genaue Ursache dieser Hauterkrankung ist bis heute noch nicht völlig geklärt. Nicht nur Babys sind von diesen Hautveränderungen betroffen, auch bei Erwachsenen zeigt sich diese Erkrankung.
Es wird nun vermutet, dass diese Hauterkrankung bei Babys getrocknetes Fett ist, auch Hautsekret oder Vernix caseosa genannt, mit dem die Kopfhaut des Säuglings in der Gebärmutter bedeckt ist.

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Eine andere Variante wäre, dass es sich nicht um ein Ekzem handelt, vielmehr um Fett, dass als Schutz auf der Kopfhaut verbleibt. Diese natürliche Schutzschicht soll die Haut vor Temperaturschwankungen schützen und stellt zeitgleich einen Schutz gegen Mikroorganismen dar.

Hat ein Baby diese Hautveränderung, werden unterschiedliche Vermutungen laut: Viele Eltern denken, dass ihr Baby eine Allergie hat oder die Veränderung auf die Babynahrung zurückzuführen ist. Es macht sich auch eine gewisse Angst breit, wenn Eltern diese Hautveränderung bei ihrem Säugling entdecken. Viele Eltern sind der Meinung, dass diese Hauterkrankung für das Baby unangenehm ist oder gar die Gefahr einer Ansteckung besteht. Dennoch sind all diese Sorgen völlig unbegründet.

Behandlung von Kopfgneis

Bevor eine Behandlung begonnen werden kann, ist es wichtig zu diagnostizieren, um welche Hautkrankheit es sich handelt.
Zeigen sich auf dem Kopf des Babys Krusten oder Schuppen, können diese mit Öl eingerieben werden. Nach einer Einwirkungszeit von einigen Stunden werden die eingeweichten Krusten und Schuppen entfernt. Hier sollte allerdings vorsichtig agiert werden.


Die Hauterkrankung heilt auch ohne jegliche Behandlung von ganz alleine wieder ab, nur dauert es dementsprechend länger.
Vermeiden Sie in jedem Fall die Verwendung von aggressiven Mitteln und lösen Sie die Schuppen und Krusten auch nicht mit Gewalt. Dadurch könnten Blutungen am Kopf entstehen, die für das Baby unangenehmer sind als die Schuppen und Krusten selbst. Waschen Sie die Haare Ihres Babys nur mit Babyshampoo.

Sind Sie nicht sicher, um welche Hauterkrankung es sich bei Ihrem Baby handelt, konsultieren Sie immer einen Kinderarzt, denn nur ein Arzt kann die richtige Diagnose stellen.