Kommt ein Kind mit einem auffälligen Hautfleck auf die Welt, so machen sich viele Eltern erst einmal Sorgen, dass es sich dabei um ein ernstzunehmendes Gesundheitsproblem handeln könnte. Glücklicherweise ist der meist im Nacken und nur sehr selten an anderen Körperstellen auftretende Fleck aber völlig harmlos. Im folgenden Ratgeber zeigen wir, was es mit dem Storchenbiss auf sich hat und wie man ihn von anderen Hautveränderungen unterscheidet.

Auch der Frage, ob (und wenn ja wann) eine Behandlung erforderlich ist, werden wir uns widmen.

Was ist ein Storchenbiss?

Ein alter Aberglaube besagt, dass Kinder vom Storch gebracht werden. Auch heute noch wird diese Geschichte Kindern vereinzelt erzählt. Man nahm damals an, dass der rote Fleck die Stelle sein, an der der Storch das Kind festgehalten und möglicherweise ein wenig zu fest zugepackt hat.

In Wirklichkeit ist das auffällige Mal natürlich nicht auf einen Biss von einem Vogel zurückzuführen. Es handelt sich vielmehr um winzige Blutgefäße, die sogenannten Kapilaren, die an der gerötet erscheinenden Stelle erweitert sind und durch die Haut hindurchschimmern. Mit ein wenig Druck auf die betroffene Hautstelle lässt sich das Blut kurzzeitig aus diesen Kapilaren herausdrücken, so dass die darüberliegenen Haut eine normale Färbung annimmt. Sobald das Blut nach einer oder zwei Sekunden wieder in die Adern zurückströmt, nimmt auch die Haut wieder die ursprüngliche Farbe an.

Storchenbiss: Was ist die Ursache?

Die Ursache für die auch als Naevus occipitalis bezeichnete Hautveränderung ist noch nicht abschließend geklärt. Fest steht aber, dass das Hautmal bereits vor der Geburt entsteht, denn es ist bereits beim Neugeborenen vorhanden und tritt nicht erst zu einem späteren Zeitpunkt auf.

Letztendlich handelt es sich um gutartige Erweiterung der Blutgefäße, die wahrscheinlich einfach eine Normvariante sind. Ein Storch hat die betroffenen Kinder jedenfalls nicht gebissen. Auch auf Vererbung lässt sich der rötliche Hautfleck nicht zurückführen. Wenn die Eltern stellenweise erweiterte Hautkapillaren aufweisen, ist bei den Kinder die Wahrscheinlichkeit dafür nicht signifikant erhöht.

Derzeit gibt es auch keine Erkenntnisse, dass sich der „Biss“ auf Einflüsse zurückführen lässt, denen das Baby im Mutterleib ausgesetzt ist. Die Mutter trägt somit ebenfalls keine „Schuld“ an der an dieser Stelle veränderten Durchblutung.

Storchenbiss erkennen

Das Hautmal ist bereits bei neugeborenen Babys vorhanden und fällt den Eltern in der Regel auch schnell auf. Es handelt sich um eine rötliche Stelle, die sich meist im Nacken, gelegentlich auch an der Stirn befindet. An anderen Körperstellen tritt Naevus occipitalis nur äußerst selten auf.

Das Aussehen kann individuell unterschiedlich ausfallen, von einem kleinen Fleck bis hin zu einem großflächigen Hautmal ist hier alles möglich. Auch die Färbung kann unterschiedlich intensiv sein. Der Fleck ist aber immer bereits vor der Geburt vorhanden und deutlich abgegrenzt.

Die Veränderung ist harmlos und verschwindet meist von alleine in den ersten drei Lebensjahren. Übt man Druck auf das veränderte Hautareal aus, so verblasst es kurzzeitig, da das Blut durch den Druck an andere Stellen ausweicht. Dies können Eltern problemlos selber ausprobieren. Wenn Sie sich nicht sichersind, um was für eine Art Hautfleck es sich handelt, sollten Sie Ihr Kind aber in jedem Fall einem Arzt vorstellen. Meistens kann bereits der Kinderarzt bei der ersten Routineuntersuchung nach der Geburt die frischgebackenen Eltern beruhigen.

Auch interessant:  Blutschwämmchen (Hämangiom): Harmloses Geburtsmal

Storchenbiss oder Feuermal?

Der „Biss“ kann vom Naevus flammeus, dem sogenannten Feuermal, gut durch seine deutlich hellere Farbe unterschieden werden. Die Hautveränderung zeichnet sich ausschließlich durch die veränderte Färbung aus. Sowohl beim Naevus occipitalis als auch beim Feuermal ist die Haut glatt. Das Feuermal ist aber deutlich intensiver gefärbt.

Das Blutschwämmchen, eine ebenfalls meist gutartige Gefäßveränderung, ist deutlich daran zu erkennen, das die erweiterten Gefäße hervortreten. Auch hier gilt: Im Zweifelsfall sollte immer ein Kinderarzt gefragt werden, denn er kann andere Erkrankungen ausschließen, bei denen eine genauere Diagnose und eine anschließende Behandlung erforderlich wären.

Storchenbiss: Behandlung

Die gutartige Hautveränderung des Babys muss in der Regel nicht behandelt werden. Sie wird in den meisten Fällen mit der Zeit immer heller und verschwindet bis zum 3. Lebensjahr vollständig. Auch ein Feuermal ist normalerweise kein Grund für einen Eingriff. Es handelt sich lediglich um ein kosmetisches Problem. Wird dieses als störend empfunden, so kann es heutzutage schonend per Laser beseitigt werden.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Sie die Hautveränderung bei ihrem Baby einordnen sollen, suchen Sie einen Kinderarzt auf. Er kann meist schon am Aussehen erkennen, um welche Art von Hautveränderung es sich handelt.

Eine Behandlung wird in den seltensten Fällen bereits beim Baby durchgeführt, sondern eher später, wenn das Hautmal nicht verschwindet und vom älteren Kind oder jungen Erwachsenen als störend empfunden wird.

Nur wenn die Hautveränderung sehr großflächig ist und an gut sichtbaren Körperstellen auftritt, wird manchmal bereits beim Baby schonend per Laser eingegriffen. Im Zweifelsfall sollten Eltern auch hier mit Kinderarzt oder Hautarzt absprechen, ob abgewartet wird, ob das Mal von alleine verblasst oder ob eine Behandlung sinnvoll ist.

Wann verschwindet der Storchenbiss?

Der Storchenbiss ist beim neugeborenen Baby am besten zu erkennen. Im Gegensatz zum Naevus flammeus und zum Blutschwämmchen verblasst er mit der Zeit und verschwindet oft vollständig, bevor die betroffenen Kinder das vierte Lebensjahr erreicht haben.

Bleibt die Veränderung bis ins Erwachsenenalter bestehen, so ist sie oft nur bei genauerem Hinsehen zu erkennen. Die meisten Erwachsenen, bei denen die Rötung noch vorhanden ist, stören sich daran nicht. Da die Veränderung ohnehin meistens im Nackenbereich auftritt, wird sie vor allem bei Frauen häufig von den Haaren verdeckt und ist für Außenstehende gar nicht zu erkennen.

Sollte sie dennoch als störend empfunden werden, kann sie meist gut per Laser entfernt werden. Ob die Krankenkasse diesen Eingriff bezahlt, hängt dabei von individuellen Faktoren ab.

Fazit

Ein Storchenbiss ist ein rötlicher Hautfleck, der durch kleine erweiterte Blutgefäße unterhalb der Haut entsteht. Er beeinträchtigt ausschließlich das Aussehen, nicht aber die Gesundheit.

Der Kinderarzt kann helfen, einen Storchenbiss von anderen Hautveränderungen wie zum Beispiel dem Feuermal(N. flammeus) oder einem Blutschwamm zu unterscheiden. Die betroffenen Babys haben die Hautflecken bereits bei der Geburt. Spätester verblassen sie und verschwinden entweder vollständig oder sind nur noch sehr schwach zu erkennen. Ein Grund zur Sorge ist die rein optische Auffälligkeit nicht

Foto © Fotoluminate LLC Adobe Stock