Das Vanishing Twin Syndrome: Was sich dahinter verbirgt
Kategorie: Schwangerschaft Gruppe: Öffentlich

Die Natur geht manchmal seltsame Wege. So beispielsweise auch bei Dreiviertel aller Zwillingsschwangerschaften.

Hat der Arzt noch in der ersten Untersuchung zu Zwillingen gratuliert, ist vielleicht schon bei der nächsten Untersuchung einer der beiden Föten auf dem Ultraschall nicht mehr zu sehen. Er scheint schlicht und ergreifend verschwunden, was leider nichts anderes bedeutet, als dass er keine Chance bekommen hat, sich richtig zu entwickeln, oder sich in einer der beiden zuvor auf dem Ultraschall zu erkennenden Fruchthöhlen einzunisten.

Dass ein Zwilling die ersten Schwangerschaftswochen nicht überlebt, ist jedoch kein Einzelfall. Denn die Statistik zeigt, dass 75% aller Schwangerschaften, die als Zwillingsschwangerschaft beginnen, dennoch mit nur einem Baby, der so genannten Einlingsgeburt, enden.

Wie so oft in der Natur, scheint auch in diesen Fällen das “Gesetz des Stärkeren“ zu gelten, da Wissenschaftler vermuten, dass der mütterliche Körper hier genau den Zwilling abstößt, der sich im Verlauf der weiteren Schwangerschaft beispielsweise auf Grund einer Chromosomenanomalie nicht lebensfähig oder vielleicht auch nur nicht widerstandsfähig genug hätte entwickeln können.

Eben diese Chromosomenanomalie ist bei Zwillings- oder anderen Mehrlingsschwangerschaften generell eine Gefahr, weshalb fast jede Schwangerschaft, die mehr als ein Baby in sich birgt, häufig als Risiko-Schwangerschaft gilt.

Doch nicht bei jedem verlorenen Zwilling handelt es sich um das Vanishing Twin Syndrome.

Vom Vanishing Twin Syndrome sprechen Ärzte nur dann, wenn der Fötus innerhalb der ersten Schwangerschaftswochen abstirbt und vom Mutterleib komplett resorbiert wird.

Die Fehlgeburt eines der Zwillinge mit Krämpfen und Blutungen gilt aus medizinischer Sicht dementsprechend nicht als Vanishing Twin Syndrome.

Doch auch diese Form, mit der der mütterliche Körper einen der Föten abstößt, ist gerade zu Beginn einer Zwillingsschwangerschaft eher häufig als selten zu beobachten und führt gemeinsam mit dem Vanishing Twin Syndrome zu der erschreckend hohen Zahl, die besagt, dass 75 Prozent aller Zwillingsschwangerschaften als Einlingsschwangerschaft enden.

Die seelischen Auswirkungen des Verlustes von Brüderchen oder Schwesterchen für den überlebenden Zwilling sind umstritten. Doch eines zumindest ist trotz des Verlustes tröstender Fakt:

Auch wenn einer der Zwillinge vom mütterlichen Körper frühzeitig abgestoßen wurde, zeigen die bisherigen Erfahrungen, dass der zweite Zwilling zumeist nicht nur überlebt, sondern zudem auch organisch und geistig vollkommen gesund zur Welt kommt.

Ähnlicher Beitrag: Kann ein Kind zwei unterschiedliche Blutgruppen haben

Wir freuen uns über Kommentare zu diesem Artikel. Wenn Sie Fragen haben, oder sich mit anderen austauschen wollen, dann besuchen Sie doch unser Forum.

Communitybeiträge

Anmelden um einen Kommentar zu schreiben. Neu bei Muetterberatung.de? Hier registrieren.


Mehr von Redaktion (Alle anzeigen)

Damenmode f ...
Inhalt eine ...
PDA (Peridu ...
Vormilch (K ...
Sei dabei: ...
Geburtsvorb ...