Alleinerziehend auf Wohnungssuche
Kategorie: Eltern & Familie Gruppe: Öffentlich

Alleinerziehend zu sein, ist bekanntermaßen kein Zuckerschlecken. Wie schwierig sich der Status einer Alleinerziehenden oder eines Alleinerziehenden allerdings wirklich gestalten kann, zeigt sich oftmals ganz eindeutig bei der Wohnungssuche. Denn Vermieter – so die repräsentative Befragung im Auftrag von ImmobilienScout24 – bevorzugen mit 28% kinderlose Paare, mit 24% Rentnerpaare, mit 22% alleinstehende Rentner, ebenfalls mit 22% das klassische Familienmodell, bestehend aus Vater, Mutter und Kind (oder Kindern) und mit 19% Singles. Alleinerziehende hingegen rangieren auf der Beliebtheitsskala mit nur 10% der Vermieterstimmen auf Platz 6. Schlechter schneiden nur noch Wohngemeinschaften ab, die mit 3% den siebten und somit letzten Platz in der Vermietergunst belegen.

Alleinerziehende haben also hinsichtlich der Wohnungssuche einen eher schlechten Stand und es in Folge dessen merklich schwerer, Vermieter für sich einzunehmen und ein Zuhause für sich und die Kinder zu finden, in dem sie sich willkommen fühlen, das ihren Ansprüchen genügt und dabei noch bezahlbar bleibt. Was also tun, um bei der Wohnungssuche nicht zu verzweifeln?

1. Versetzen Sie sich in die Lage des Vermieters

Wenn Sie mit einem privaten Vermieter Kontakt aufnehmen, dann sollten Sie im Vorfeld wissen, wo seine Prioritäten liegen, was er erwartet und wovor er Angst hat. Versetzen Sie sich deshalb vorher einfach einmal in seine Lage und tauschen Sie die Perspektive. Sie werden schnell herausfinden, dass Vermieter Kindern gegenüber nicht immer per se abgeneigt sind. Denn Vermietern geht es in erster Linie um die pünktliche und gesicherte Zahlung der Miete. Sie als Vermieter hätten wahrscheinlich ebenso Angst, dass Mietzahlungen ausbleiben, insbesondere, wenn der oder die Alleinerziehende von Unterhaltszahlungen abhängig ist und kein zusätzliches, eigenes Einkommen nachweisen kann. Diesen Ängsten müssen Sie entgegenwirken und alle finanziellen Sicherheiten herausstellen, die Sie vorweisen können. Ganz gleich, ob eigenes Einkommen, ALG II, Unterhalt etc. Wenn Sie plausibel darlegen können, dass die Mietzahlungen auf Dauer gesichert sind, haben Sie die schwierigste Hürde im Vermieter-Gespräch bereits hinter sich. Insbesondere natürlich dann, wenn Ihre Schufa-Auskunft dabei auch noch einen guten Eindruck macht.

2. Zeigen Sie langfristiges Interesse

Ebenfalls positiv wirkt sich ein länger-, wenn nicht sogar langfristiges Interesse an der jeweiligen Wohnung aus. Denn natürlich möchte kein Vermieter seine Wohnung jährlich (oder in noch kürzeren Intervallen) neu vermieten müssen. Gerade bei Alleinerziehenden sehen viele Vermieter die Gefahr, dass eine neue Beziehung eingegangen und in Folge dessen eine gemeinsame, neue Wohnung gesucht wird. Versichern Sie auch hier dem Vermieter, dass Sie definitiv nicht nur auf eine kurze Stippvisite in seinem Haus vorbeikommen möchten, sondern ein langfristiges neues Zuhause für sich und ihre kleine Familie suchen.

3. Stehen Sie zu sich und Ihrer Situation

Verkaufen Sie sich in dem Gespräch gut, aber bleiben Sie ehrlich. Denn auch wenn böse Zungen behaupten, dass es bei der Wohnungssuche erfolgsversprechender sei, sich als Witwe oder Witwer mit Kindern anstelle des „alleinerziehend“ auszugeben, kommt die Wahrheit doch irgendwann ans Licht. Und was nutzt es Ihnen, wenn Sie mit Tricks und Schwindeleien zwar die schöne Wohnung bekommen haben, der Haussegen aber schon alsbald ganz schön schief hängen kann? Gerade deshalb empfiehlt es sich auch, die eigenen Kinder später mit zur Wohnungsbesichtigung zu nehmen. Schließlich sollen die Kleinen mit einziehen. Und bekanntermaßen hat so ein Kinderlächeln schon so manches Eis gebrochen und so manches Herz zum Schmelzen gebracht.  Allerdings: Bei einer nicht hörenden und sich lautstark während der Besichtigung raufenden Kinderhorde kann natürlich auch das genaue Gegenteil passieren. Vielleicht nimmt man in einem solchen Fall nur das besterzogenste Kind mit.

4. Suchen Sie breit gefächert

Wesentlich aufgeschlossener gegenüber Alleinerziehenden mit Kindern zeigen sich in der Regel Genossenschaftswohnungen oder Wohnungsgesellschaften. Hier haben Sie zudem den Vorteil, dass Sie zumeist auf Hausmeisterdienste zurückgreifen können, wenn in der Wohnung beispielsweise etwas kaputt geht. Gerade Frauen tun sich oftmals schwer damit, beispielsweise einen Siffon selbst auszuwechseln oder ähnliche handwerkliche Tätigkeiten in Eigenregie durchzuführen. Da kann so ein Hausmeister ganz schnell zum Retter in der Not werden. Tragen Sie sich bei so vielen Genossenschaften und Gesellschaften wie möglich ein, um das Angebot in Frage kommender Wohnungen zu erhöhen. Denn, wer ein wenig Auswahl hat, fühlt sich auch gleich ein wenig besser.

5. Zeigen Sie Eigeninitiative

Um von Anfang an passende Angebote zu erhalten, kann es ebenfalls interessant sein, über ein eigenes Zeitungsinserat nachzudenken. Denn, wenn aus diesem schon hervorgeht, dass Sie alleinerziehend sind, melden sich auch nur Vermieter, die bereit sind, an Alleinerziehende zu vermieten. Machen Sie sich allerdings darauf gefasst, dass Ihnen hier nicht nur Ihre Traumwohnungen angeboten werden, sondern leider oftmals auch der letzte Ramsch. Nichtsdestotrotz gilt hier: Versuch macht klug.  Denn mit ein bisschen Glück melden sich bei Ihnen Haus- oder Wohnungseigentümer, die ihre Mietobjekte gerne mit Leben füllen würden und Kinder dementsprechend mögen, die vielleicht selbst mal alleinerziehend waren und deshalb mit Ihnen sympathisieren etc. Und genau deshalb lohnt der Versuch. Gleiches gilt für eigene Gesuche an öffentlichen Pinnwänden wie beispielsweise im Supermarkt (bevorzugt in der Gegend, in der sie eine neue Bleibe suchen). Achten Sie jedoch immer darauf, welche Daten und Informationen Sie von sich und gegebenenfalls Ihren Kindern bei solchen öffentlichen Gesuchen preisgeben!

6. Wenn Sie können, nutzen Sie alle Möglichkeiten

Sind die erforderlichen finanziellen Mittel vorhanden, kann auch ein Makler helfen, das perfekte neue Zuhause zu finden. Denn Makler erwecken bei Vermietern zwangsläufig den Eindruck, dass der Mieter solvent ist. Doch auch hier kann nur mit den vorhandenen Ressourcen gearbeitet werden,  was bedeutet: Der Makler kann Ihnen nur Wohnungen vermitteln, bei denen die Vermieter eingewilligt haben, diese auch an Alleinstehende zu vermieten. Ist dies nicht der Fall, sind auch dem Makler die Hände gebunden. Es sei denn, er schafft es, ein gutes Wort für Sie einzulegen und den Vermieter entgegen seiner ursprünglichen Absicht, nicht an Alleinerziehende zu vermieten, von Ihnen zu überzeugen. Makler empfehlen sich vor allem dann, wenn Sie feste Vorstellungen von Ihrem neuen Zuhause haben und so wenig Abstriche wie möglich in Kauf nehmen möchten. Denn – dafür sind Makler bekannt – suchen gezielt nach den Vorstellungen, die Sie Ihnen mit auf den Weg geben.

Wir drücken die Daumen, dass das neue Zuhause jetzt ganz schnell gefunden wird!

Foto © PhotographyByMK - Fotolia.com

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