Vormilch (Kolostrum) - kostbarer Immuncocktail für den Start ins Leben
Kategorie: Schwangerschaft Gruppe: Öffentlich

Fragen der Neugeborenenernährung gewinnen in der jüngeren Vergangenheit wieder zunehmendes Interesse, nicht zuletzt aufgrund der Bedeutung für wichtige kurz- und langfristige Auswirkungen der Säuglingsernährung auf die kindliche Gesundheit und Entwicklung. Dabei steht die Muttermilch mit ihren Vorläufern Vormilch und Übergangsmilch als ideale Ernährung für den reifgeborenen, gesunden Säugling im Vordergrund.

Vormilch, Übergangsmilch, Muttermilch

Während der Schwangerschaft kommt es in den Drüsengängen der Brustdrüse zu keiner eigentlichen Milchsekretion, es sammeln sich aber ab dem 2. Schwangerschaftsmonat kleine Sekrettröpfchen an, die sich bei Erstgebärenden auspressen lassen, was früher als untrügliches Zeichen einer Schwangerschaft galt. Aus den Sekrettröpfchen entwickelt sich die Vormilch, die bereits unmittelbar nach der Geburt dem Neugeborenen zur Verfügung steht. Diese auch als Kolostrum oder Hexenmilch bezeichnete Milch wird nur 3 - 4 Tage lang nach der Geburt gebildet und zeichnet sich durch einen hohen Proteingehalt aus. Sie enthält relativ wenig Fette und Kohlenhydrate, was sie zwar energiearm, dafür aber für das Neugeborene leicht verdaulich macht. Aufgrund ihres hohen Karotingehalts hat die an Mineralien und wasserlöslichen Vitaminen reiche Vormilch typischerweise eine gelb-rötliche Farbe.

Sobald wenige Tage nach der Geburt die Plazentahormone aus dem mütterlichen Körper verschwunden sind, findet der sog. Milcheinschuss statt, womit die Sekretion der Übergangsmilch einsetzt, die ca. 14 Tage lang gebildet wird. In dieser Zeit nimmt der Eiweißgehalt der Milch ab, Kohlenhydrat- und Fettkonzentration nehmen zu. Danach wird die reife Muttermilch gebildet.

Die Vormilch - gut für das Immunsystem und die Verdauung

Besonders kostbar wird die Vormilch durch seinen hohen Gehalt an Immunglobulinen und Zellen, die der Immunabwehr dienen wie Makrophagen, Lymphozyten und Monozyten und vom Magen-Darm-Trakt des Kindes aufgenommen werden. Obwohl erst wenige Stunden alt, erhält das Neugeborene mit der Vormilch eine immunologische Erstausstattung und ist gegen Krankheitserreger gefeit, die beispielsweise die mütterliche Schleimhaut besiedeln und ohne Stillen zu Infektionserkrankungen des Magen-Darm- und Respirationstrakts beim Kind führen würden. Diese Erstausstattung an immunkompetenten Mechanismen wird treffenderweise auch als Nestschutz bezeichnet, der zu einer signifikant geringeren Rate an Durchfallerkrankungen und Infektionserkrankungen der Atemwege beim Neugeborenen führt. Die Vormilch enthält noch zahlreiche weitere unspezifische Abwehrsubstanzen, die eine antibakterielle Wirkung haben und die Zellwände von eingedrungenen Bakterien zerstören können. Die Vormilch enthält zudem Bitterstoffe, die die Aktivität des kindlichen Dickdarms anregen und so die Entleerung des Kindspech (Mekonium) erleichtern.

Risikominimierung für Allergien

Die immunologische Erstausstattung schützt nicht nur von den Keimen, mit denen das Neugeborene bereits unmittelbar nach der Geburt konfrontiert wird, sondern verringert auch die Sensibilisierungsgefahr des Kindes vor allem bei Allergikerfamilien. Mütter mit Allergieanamnese, Neurodermitis oder Asthma bronchiale sollten ihre Kinder möglichst sechs Monate lang stillen. Mütter, die sich von vorneherein gegen das Stillen entschieden haben, sollten ihren Neugeborenen wenigstens die kostbare Vormilch zukommen lassen. Denn so lässt sich das kindliche Risiko vermindern, ebenfalls an Allergien zu erkranken. Epidemiologischen Studien zufolge trifft das auch für Diabetes mellitus, Morbus Crohn und bösartige Lymphknotenerkrankungen zu.

Foto © oksun70 - Fotolia.com

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