Wenn auch Sie Ihrem Baby den Übergang von der Milchnahrung zu fester Nahrung anhand von Baby Led Weaning – der eigenständigen Nahrungsaufnahme Ihres Kindes ohne Löffel, ohne Brei, ohne Püriertes – ermöglichen möchten, gilt es dabei einige Regeln zu beachten. Die zehn wichtigsten haben wir hier als schnellen Überblick für Sie zusammengestellt:

Regel 1 – Beginnen Sie nicht zu früh

Beginnen Sie mit Baby Led Weaning erst, wenn ihr Baby aufrecht sitzen kann. Denn damit reduziert sich die Gefahr, dass es sich verschluck. Gänzlich auszuschließen ist die Möglichkeit des Verschluckens natürlich auch dann nicht, denn selbst wir Erwachsenen sind hin und wieder nicht davor gefeit.

Regel 2 – Beginnen Sie nicht zu spät

Wann genau Sie mit Baby Led Weaning beginnen (abgesehen davon, dass Ihr Kind aufrecht sitzen können sollte), ist eigentlich unerheblich. Dennoch empfiehlt es sich, vor dem10. Lebensmonat des Kindes zu starten. Danach sind Babys gegenüber neuen Nahrungsstrukturen weniger offen und könnten entweder mäkelig reagieren oder das dargebotene Fingerfood komplett verweigern, womit sich eigentlich auch Sinn und Nutzen des Baby Led Weaning verlieren.

Regel 3 – Beachten Sie die natürliche Entwicklung Ihres Kindes

Verlangen Sie nicht zu viel von Ihrem Kind. Solange Ihr Kind noch nicht richtig kauen und beißen kann, sollte das Fingerfood weich genug sein, um daran herumzulutschen. Festere Nahrungsmittel funktionieren hingegen erst ab dem etwa 8. Lebensmonat Ihres Kindes, wenn sich Kiefer und die ersten Zähnchen entsprechend entwickelt haben. Wie immer gilt aber auch hier: Versuch macht klug. Denn natürlich gibt es auch Babys, die schon sehr viel früher Gefallen am Abknabbern des Maiskolbens finden.

Regel 4 – Denken sie nicht mund-, aber handgerecht

Generell sollte das Fingerfood, das Sie Ihrem Baby anbieten, nicht mundgerecht sein, sondern vielmehr den kleinen Fingerchen Ihres Kindes gerecht werden – deswegen auch “Fingerfood“. Die filigrane Spreizhaltung wird Ihr Baby erst lernen müssen, so dass Sie anfangs die Stücke so dimensionieren sollten, dass Ihr Kind sie gut in seiner kleinen, geballten Faust halten kann.

Regel 5 – Achten Sie darauf, dass Ihr Kind ausreichend Eisen bekommt

Auch wenn sich hier die Geister scheiden und Kinderärzte und Hebammen unterschiedlicher Meinung sind, kann es sein, dass die Eisenreserven ab dem ca. 6. Stillmonat – dies ist der als Richtwert angegebene Zeitpunkt – nicht mehr ausreichen. Solange die Eisenwerte Ihres Babys in Ordnung sind, brauchen Sie sich keinerlei Gedanken zu machen. Sind Sie hingegen zu niedrig, sollte dementsprechend beim Baby Led Weaning ein besonderes Augenmerk auf der Zufuhr von Eisen liegen. Das gebratene Steak ist hier mit Sicherheit nicht die beste Lösung. Im Internet finden sich jedoch mittlerweile zahlreiche Blogs zum Thema, die auch Ideen, Rezepte und Anregungen bereithalten.

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Regel 6 – Geben Sie die Milchnahrung weiter wie gewohnt

Da Ihr Kind anfangs eher mit seinem Fingerfood spielen als es wirklich essen wird, braucht es weiterhin seine Milchmahlzeiten – genauso wie vorher auch. Die Milchnahrung wird sich erst dann reduzieren, wenn Ihr Baby ausreichend Kalorien über die feste Nahrung zu sich nimmt. Ein ganz natürlicher Prozess, bei dem Sie darauf vertrauen dürfen, dass Ihr Kind satt ist, wenn es meint, satt zu sein – und Ihnen genau das auch zeigt.

Regel 7 – Sorgen Sie für ausreichend Flüssigkeit

Wenn sich die Milchmahlzeiten Ihres Kindes durch das Baby Led Weaning reduzieren, erhöht sich der Bedarf an Flüssigkeit, die Ihr Kleines braucht. Bieten Sie ihm deshalb ausreichend Wasser oder Tee an, damit es Ihrem Baby an nichts fehlt und es sich rundum wohl fühlen kann.

Regel 8 – Machen Sie es sich und Ihrem Baby so einfach wie möglich

Nutzen Sie Baby Led Weaning am besten in seiner reinsten Form.

Das heißt: Lassen Sie Ihr Baby an den gemeinsamen Mahlzeiten der gesamten Familie teilhaben und bieten Sie ihm das an, was auch Sie selbst und die anderen Familienmitglieder essen – zumindest Stücke davon. Damit Ihr Kleines sein Fingerfood mit allen Sinnen greifen und vor allem begreifen kann – womit Gekrümel, Geschmiere und Gematsche logischerweise dazu gehören – besorgen Sie sich große Lätzchen oder Babykleidung, die ruhig schmutzig werden darf, da sie auch auf hohen Temperaturen gewaschen werden kann. Ein Duschvorhang oder eine große Gartentischdecke über dem Teppich oder unter Babys Hochstuhl erleichtert nicht nur Aufräumen, sondern sorgt auch dafür, dass heruntergefallenes Essen wieder aufgehoben und dem Baby noch einmal angeboten werden kann.

Regel 9 – Bleiben Sie anwesend

Gerade weil Ihr Kind sich trotz allem verschlucken könnte, sollten Sie es beim Essen niemals allein bzw. ohne Aufsicht lassen. Auch dann nicht, wenn alle gefährlichen Gegenstände außer Reichweite sind und Ihr Kleines es bereits 27x in Folge geschafft hat, die Banane oder den Brokkoli ohne besondere Vorkommnisse zu verspeisen.

Regel 10 – Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Insbesondere, wenn in der Familie bereits Allergien, Nahrungsmittelunverträglichlichkeiten oder Verdauungsprobleme bekannt sind, die auf das Kind vererbt worden sein könnten, sollten Sie, bevor Sie Baby Led Weaning ausprobieren, den Kinderarzt konsultieren. Gleiches gilt für zu früh geborene Kinder. Auch hier sollte die Meinung des Kinderarztes ausschlaggebend sein, um das Kleine in seinen Entwicklungsschritten nicht zu überfordern.

Baby-led Weaning - Das Grundlagenbuch: Der stressfreie Beikostweg
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Baby-led Weaning - Das Grundlagenbuch: Der stressfreie Beikostweg
  • 256 Seiten - 30.09.2013 (Veröffentlichungsdatum) - Kösel-Verlag (Herausgeber)