In der Regel erfolgen eingeleitete Geburten, wenn der errechnete Geburtstermin bereits einige Tage, in der Regel bis zu zehn, überschritten ist oder gesundheitliche Risiken für Mutter und/ oder Baby bestehen. Generell umschreibt der Begriff der Geburtseinleitung jedoch nichts anderes, als die Wehentätigkeit der werdenden Mutter hervorzurufen, sollte diese nicht von alleine eintreten. Zur Einleitung der Wehen gibt es sowohl “sanfte“ als auch “invasive“, also schulmedizinische Methoden.

Geburtseinleitung: Die sanften Methoden

Zu den sanften Methoden, um den Wehen ein wenig auf die Füße zu treten bzw. ihre Aktivität hervorzurufen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine Wirkung muss nicht unbedingt bei allen Frauen eintreten, aber Erfahrungsberichte zeigen, dass sie der ein oder anderen werdenden Mutter schon geholfen haben, den lang ersehnten Moment mit ein wenig Nachdruck herbeizuführen. Angemerkt sei allerdings, dass diese generell nur dann greifen und ihre Wirkung zeigen können, wenn eine so genannte “Geburtsbereitschaft“ besteht, d. h. Muttermund und Lage des Kindes dem Geburtsvorgang nichts entgegenzusetzen haben. Zu den sanften Methoden gehören:

  • Wehencocktail
  • Geschlechtsverkehr
  • Stimulation der Brustwarzen
  • Treppenstufen steigen und wieder herunter laufen
  • Durchführung eines Einlaufs

Doch in diesem Beitrag soll es vielmehr darum gehen, die schulmedizinischen Methoden und Möglichkeiten vorzustellen, die eingesetzt werden können, wenn die Einleitung der Geburt aus Sicht des behandelnden Arztes dringend erforderlich wird. Dafür können aus medizinischer Sicht verschiedene Gründe sprechen.

Die medizinischen Gründe, die eine Einleitung der Geburt erforderlich machen

  • Die Fruchtblase ist bereits gesprungen, doch die Wehen wollen und wollen nicht einsetzen.
  • Der errechnete Geburtstermin ist bereits um 14 Tage überschritten, von der Wehentätigkeit fehlt jede Spur.
  • Da der Geburtstermin bereits weit überschritten ist, besteht die Gefahr einer Mangelversorgung des Kindes.
  • Das Baby ist auf Grund einer Funktionsstörung der Plazenta in seiner Gesundheit gefährdet.
  • Die Fruchtwassermenge reicht durch das Überschreiten des Geburtstermins nicht mehr aus.

Die Überwachungsmethoden bei Überschreiten des errechneten Geburtstermins

Bevor der behandelnde Arzt entscheidet, die Geburt einzuleiten, wird er zuerst mit verschiedenen Methoden herausfinden, wie es dem Kind im Mutterleib wirklich geht. Dafür stehen eine Untersuchung des Fruchtwassers, der Kardiotokograph (kurz: CTG) zur Messung der Herztöne, das Ultraschallbild als auch ein Wehenbelastungstest mit dem Hormon Oxytocin zur Verfügung. Sind alle gemessen Werte des Kindes unbedenklich, braucht die Geburt nicht eingeleitet zu werden.

Denn nur, wenn die Plazenta nicht mehr ausreichend Sauerstoff enthält, das Baby selbst nicht mehr mit allen erforderlichen Nährstoffen versorgt wird, die Herztöne des Kindes auffällig sind, und die Schwangerschaft die Dauer von 293 Tagen überschritten hat, spricht man von einer “echten Übertragung“.

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Zur Sicherheit werden die Vorsorgeuntersuchungen ab Überschreiten des errechneten Geburtstermins auf den Zeitabstand von zwei Tagen verkürzt. Doch bekanntermaßen nimmt sich das Baby im Regelfall die Zeit, die es braucht, um auf die Welt zu kommen, auch wenn der Zeitpunkt über den errechneten Geburtstermin hinausgeht.

Die Blasensprengung

Droht dem Baby wirklich eine Mangelversorgung oder eine reduzierte Sauerstoff-Zufuhr, wird die Geburt eingeleitet. Sollte die Fruchtblase noch nicht geplatzt sein, beginnt die Geburtseinleitung mit der so genannten “Blasensprengung“. Hierzu wird die Fruchtblase durch die Einführung eines speziellen Istruments über die Vagina zum Platzen angeregt.

Die Geburtseinleitung

Zur Anregung und Steigerung der Wehentätigkeit werden Hormone genutzt – entweder Prostaglandin und/oder Oxytocin. Da die Wehen nicht in natürlicher und sich langsam steigender Weise einsetzen, sind die künstlich ausgelösten Wehen oftmals intensiver, schmerzhafter und erfolgen vor allem in kürzeren Zeitabständen als üblich. Deshalb werden bei Schwangeren, bei denen eine Geburtseinleitung erforderlich ist, oftmals auch Schmerzmittel erforderlich, um die überraschend eintretenden Wehen zu bewältigen.

Die Geburtseinleitung mit Prostaglandin Prostaglandine wurden ursprünglich im Sperma entdeckt. Künstlich erzeugt und in Form einer Tablette, dem so genannten Prostaglandin-Pessar, werden sie in die Scheide oder direkt in den Gebärmutterhalskanal gelegt. Bei noch nicht geöffnetem Muttermund regt es die Muskulatur der Gebärmutter an, so dass diese beginnt, sich zu bewegen, also zusammenzuziehen und wieder auszudehnen, um den Muttermund zu öffnen. Neben der Tablettenform ist auch die Prostaglandin-Variante als Zäpfchen oder Gel bekannt.

Die Geburtseinleitung mit Oxytocin

Das Hormon Oxytocin hingegen wird verwendet, wenn der Muttermund bereits geöffnet ist, die Wehentätigkeit aber ausbleibt. Entsprechend können Oxytocine und Prostaglandine auch gleichzeitig eingesetzt werden. Das Oxytocin kann als Tablette verabreicht werden, die sich unter der Zunge auflöst. Dadurch kann die werdende Mutter die Wehenfrequenz ein wenig kontrollieren, je nachdem, wie schnell die Tablette unter der Zunge aufgelöst wird. Weiterhin möglich ist die Dosierung in Form einer Scheidentablette oder eines Scheidengels. Weiterhin üblich ist die Medikation in Form eines Wehentropfes, der sich ebenfalls regulieren lässt, jedoch der Mutter verbietet, sich uneingeschränkt frei umher zu bewegen. Dieser bleibt bis nach der Geburt angelegt, da er auch das Ausstoßen der Plazenta – der Nachgeburt – vereinfacht und beschleunigt.