Die Meningokokken-Impfung – mit Hirn gegen eine Hirnhautentzündung!

Was für eine Erkrankung wird ausgelöst? Wie sehen die Symptome aus?

Jährlich erkranken in der Bundesrepublik Deutschland 700 Menschen an einer Meningitis, von denen insgesamt 50 Leute sterben. Eine Hirnhautentzündung ist eine gefährliche Krankheit, da es bei einem schweren Verlauf durch eine Sepsis (Blutvergiftung) zum Tod kommen kann.
Die Symptome beginnen nach einer Inkubationszeit von durchschnittlich drei bis vier Tagen relativ unspezifisch mit Unruhe oder Apathie, Verweigerung von Nahrungsmitteln und Empfindlichkeit gegenüber von Berührungen.
Im späteren Verlauf kommt es zu Hauteinblutungen, die punktförmig aussehen. Es kommt zu Beeinträchtigungen des Bewusstseins und einem Zusammenbruch des Kreislaufes. Spätestens bei diesen Erscheinungen ist dringend ein Notarzt zu kontaktieren, da die Bakterien Giftstoffe über das Blut verteilen und es innerhalb von wenigen Stunden zum Tod kommen kann. Es handelt sich um einen Notfall!

Um welches Bakterium handelt es sich?

Sowohl Viren als auch Parasiten können eine Meningitis auslösen. Die Bakterien mit dem Namen Meningokokken sind allerdings die häufigsten Auslöser dieser Erkrankung. Es handelt sich um kugelförmige Bakterien, die sich zu zweit zusammenlagern und deshalb auch zur Gruppe der Diplokokken gehören.
Die Ansteckung erfolgt über Tröpfcheninfektion, also durch Niesen, Küssen oder Husten. An den Schleimhäuten angehaftet können sie monatelang überleben und sich im Fall eines geschwächten Immunsystems rasend schnell vermehren. Dann befallen Meningokokken die namensgebenden Meningen – also die verschiedenen Häute, die sich um das Gehirn und das Rückenmark außen herum befinden.

Wie sieht eine Therapie gegen diese Erkrankung aus?

Eine effektive Therapie kann nur vom Arzt durchgeführt werden. Sie erfolgt durch Antibiotika wie Penicillin oder Cephalosporin und muss so früh wie möglich beginnen. Deshalb ist es für Sie als Eltern immens wichtig, bereits beim Verdacht auf eine Hirnhautentzündung Ihres Kindes den Hausarzt aufzusuchen. Durch ein Antibiotikum lassen sich die Bakterien im Regelfall effektiv bekämpfen. Ganz wichtig ist, dass die Arznei so lange genommen wird, wie der Arzt gesagt hat. Auf keinen Fall darf man die Therapie vor der Zeit abbrechen, da es sonst höchstwahrscheinlich zu einem schweren Rückfall kommt.

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Wie kann man sein Kind im voraus vor dieser Erkrankung schützen?

Seit 2006 wird eine Meningokokken-Impfung für alle Kinder im zweiten Lebensjahr – also vom 12. bis zum 24. Lebensmonat – empfohlen. Bei älteren, nicht geimpften Kindern ist eine Immunisierung bis zum 18. Geburtstag äußerst empfehlenswert. Auch zu Nebenwirkungen kommt es kaum. Im Vergleich zu den Risiken einer Meningitis handelt es sich im Grunde nur um marginale Beeinträchtigungen wie Appetitlosigkeit, leichte Temperaturerhöhung und eine gerötete Einstichstelle.

Wie wirkt Meningokokken-Impfung und Impfungen im Allgemeinen?

Eine Meningokokken-Impfung wird im Allgemeinen mit Totstoff, also abgestorbenen Meningokokken durchgeführt. Dies nennt man eine aktive Impfung. Der Körper erkennt die Feinde und entwickelt spezifische Antikörper, welche die Bakterien vernichten. Bei dem nächsten Kontakt mit den Kokken erkennt der Körper die Eindringlinge schneller und produziert so viel Antikörper, dass die Erreger vernichtet werden können. Aus diesem Grund ist eine Immunisierung derartig wichtig.

Eine Meningitis ist eine lebensgefährliche Krankheit und auf eine Impfung Ihres Kindes sollten Sie nicht verzichten. Ihr Arzt kann Ihnen da sicherlich weitere Tipps geben. Als kleine Einschränkung muss allerdings genannt werden, dass die Impfung eine Meningitis, die durch Zeckenbisse oder Viren ausgelöst wird, nicht verhindern kann.