Impfungen für Kleinkinder – die Pneumokokken-Impfung gehört dazu!

Die Bakterien

Pneumokokken sind eine spezielle Form von Bakterien der Gattung Diplokokken, die eine runde Form besitzen und sich paarweise lagern. Sie können bei einer Infektion einige besonders gefährliche und dramatisch verlaufende Krankheiten verursachen.

Welche Krankheiten lösen sie aus?

Ob eine Blutvergiftung, Lungenentzündung, Hirnhautentzündung oder auch Nasennebenhöhlenentzündung und Mittelohrentzündung – alle diese Krankheiten können von den Erregern verursacht werden und sind besonders für kleine Kinder oftmals lebensbedrohlich. Die Symptome sind, je nach der jeweiligen Erkrankung, strichförmige, rote Stellen auf der Haut (Sepsis), oder Apathie, hohes Fieber und Erbrechen (Meningitis), oder Fieber und Kopfschmerzen (Sinusitis), oder Ohrenschmerzen und Fieber (Otitis media).
Bei Säuglingen ist lediglich eine Nasennebenhöhlenentzündung, fachlich Sinusitis, unwahrscheinlich, da die Kieferhöhlen sich erst im Laufe der Kindheit und Jugend bilden.

Wie erfolgt die Infektion?

Die Infektion mit dieser speziellen Form von Diplokokken erfolgt nicht wie bei Viren und anderen Bakterien über Tröpfcheninfektion, sondern über eine Besiedlung von Schleimhäuten im Nasen-Rachen-Raum und bleibt in den meisten Fällen symptomlos, bis es zum Ausbruch der Krankheit kommt.
Weltweit sterben pro Jahr zwei Millionen Menschen an einer Infektion mit diesen Bakterien. Davon sind allein eine Million Kinder, die einer schweren Lungenentzündung erliegen.
Auch wenn es nicht zum Tod kommt, kann eine Infektion weitreichende Folgen mit sich bringen. Hirnschäden, Hörprobleme und eingeschränkte Lungenfunktionen sind nur einige von den möglichen Spätfolgen einer nicht oder schlecht behandelten Krankheit, die von den Bakterien ausgelöst wurde.

Was kann dagegen getan werden?

Aus all diesen Gründen wurde im Jahr 2006 in Deutschland eine allgemeine Impfung gegen Pneumokokken für Kinder bis einschließlich zwei Jahren eingeführt und empfohlen, da vorher etwa bis zu 800 Kinder bis ins Alter von fünf pro Jahr durch diese Bakterien erkrankten, von denen sogar 20 Kinder starben. Ein Jahr nach Einführung der Impfung konnte eine deutliche Verbesserung in den Neuerkrankungszahlen, fachlich Inzidenz genannt, festgestellt werden, da sie beispielsweise bis zu 90 Prozent der Hirnhautentzündungen verhindert. Auch für Eltern und nahe Kontaktpersonen wirkt sich dies gesundheitlich positiv aus, da an Pneumokokken erkrankte Kinder die Keime oft an ihre Bezugspersonen weiterreichen, welche daraufhin unter Umständen ebenfalls lebensgefährlich erkranken können.

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Wie erfolgt die Impfung?

Die Impfung, welche von der Krankenkasse auf jeden Fall übernommen wird, kann ab dem zweiten Lebensmonat durchgeführt werden und wird im Normalfall bis zum zweiten Lebensjahr verabreicht. (Bestimmte Risikofaktoren wie Alter, Herzkrankheiten, HIV und Lungenleiden etc. indizieren allerdings auch Impfungen nach dem zweiten Geburtstag.) Sie wird jedem Kind bedenkenlos angeraten, da das Risiko einer Erkrankung und deren Folgen wie der Tod oder eine Behinderung, hoch ist.
Die Impfung wird von den meisten Kindern gut vertragen, und falls es zu Nebenwirkungen kommt, so handelt es sich in den meisten Fällen lediglich um Appetitmangel, große Müdigkeit oder leichtes Fieber.
Allerdings ist der 13-valente Impfstoff tatsächlich sehr gut verträglich und sollte bestenfalls schon nach dem zweiten Lebensmonat injiziert werden, da der Körper des Kindes in diesem Stadium Unterstützung durch Impfstoffe benötigt. Parallel gibt es meistens die erste 6-fach Impfung Hepatitis B, Wundstarrkrampf, Keuchhusten, Kinderlähmung, Dib und Diphtherie. Zwei Impfungen erfolgen im Anschluss noch im ersten Jahr und eine Impfung zur Auffrischung im zweiten Lebensjahr.

Noch einige wenige Worte zur Theorie dieser Impfung:

Bei dem verwendeten, neuartigen Impfstoff handelt es sich um einen Totimpfstoff. Das bedeutet, dass abgestorbene Pneumokokken in die Blutbahn injiziert werden. Das Immunsystem des Körpers erkennt die Krankheitserreger und fängt diese ab, in dem er sogenannte Antikörper entwickelt, die diese Bakterien vernichten können. Kommt es später tatsächlich zu einem Kontakt mit den Bakterien, kennt der Körper sie bereits und kann viel schneller reagieren und große Mengen an Antikörper gegen die Pneumokokken bereitstellen.

Impfungen sind ein wichtiges Thema für junge Eltern – deshalb sind auch Pneumokokken einfach Grundwissen für alle Eltern, die sich ein gesund aufwachsendes Kind wünschen. Mit der jetzt gewonnenen Kenntnis und der Hilfe eines guten Arztes bei der Pneumokokken-Impfung dürfte einer guten Gesundheit Ihres Kindes nichts mehr im Wege stehen.

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