Kinder haben ein Talent dafür, die Bordsteinkante knapp zu verpassen, eine zu innige Bekanntschaft mit dem Klettergerüst zu machen, oder auch beim Fußballspielen gerne kurzzeitig mal den gegnerischen Stürmer zu übersehen. Was dabei oft genug auf der Strecke bleibt: einer oder mehrere der wunderschönen kleinen Vorderzähne bzw. Bruchstücke von ihnen, die beim Aufprall abgeschlagen werden. Deshalb gibt es jetzt in Apotheken die so genannte Zahnrettungsbox. Sie enthält eine Nährstofflösung, die dem Zellgewebe des Zahnfleisches nachempfunden wurde und den ausgeschlagenen Zahn oder Teile dessen zwischenzeitlich – also bis zum kurzfristigen Besuch beim Zahnarzt oder in einer Zahnklinik – optimal mit allem, was er braucht, versorgt.

Überlebensdauer von ausgeschlagenem Zahn oder Zahnbruchstück erhöhen

In die Flüssigkeit eingelegt, kann der Zahn darin bis zu 24 Stunden in seinem Haltegewebe – also in seinen Zahnwurzelhautstellen – erhalten werden. Allerdings nur, wenn der Zahn oder das Zahnbruchstück entweder sofort oder innerhalb der ersten 30 Minuten nach dem Verlust seinen Weg in die Nährstofflösung findet. Das Haltegewebe – oder die Zahnwurzelhautstellen – ist die wichtigste Voraussetzung, damit der Zahn fachgerecht wieder ein- oder angesetzt werden kann, was im Fachjargon auch als “replantieren“ bezeichnet wird.

So erhöht die Zahnrettungsbox die Chancen, dass ein ausgeschlagener Zahn oder ein Zahnbruchstuck erfolgreich und vor allem ohne Folgeschäden wieder anwachsen kann, um ein Vielfaches. Allerdings darf man bei einem ausgeschlagenen Zahn nie die Wurzel desinfizieren und sollte auch vermeiden, sie zu berühren, weil sie dadurch komplett zerstört wird, was die Replantierung unmöglich macht.

Auch kalte H-Milch kann als Sanitäter in der Not funktionieren

Wer keine Zahnrettungsbox kaufen möchte oder aber bereits eine besitzt, die zum gegebenen Fall allerdings mal wieder genau dort ist, wo sie niemandem etwas bringt, nämlich komplett außer Reichweite, der sollte zumindest wissen, dass ein ausgeschlagener Zahn oder ein Zahnbruchstück auch in kalte H-Milch eingelegt werden kann. Dort ist die Überlebensdauer der Zahnwurzelhautstellen zwar geringer, aber für eine 4-stündige Überbrückung reicht auch diese Methode aus.

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