Die Tage der guten alten Glühlampe – im umgangssprachlichen Gebrauch auch liebevoll als Glühbirne bezeichnet – sind gezählt. Doch erst jetzt werden die Stimmen lauter, die dem EU-Verbot für Glühlampen kritisch gegenüberstehen und der stattdessen verordneten Energiesparlampe gesundheitsschädigende Wirkungen zuschreiben. Welche Risiken verbergen sich also dahinter und werden in Politik und Wirtschaft leider noch lange nicht so angepriesen wie das angebliche Energiesparwunder selbst?

Quecksilber – Liebevolle Dekoration fürs Kinderzimmer

Quecksilber ist vor allem für Schwangere und Kinder besonders gefährlich. Nichtsdestotrotz sollen schon bald Kinder- und Schlafzimmer durch sie erhellt werden. Dabei ist mittlerweile bekannt, dass jede Energiesparlampe etwa 2,5 Milligramm Quecksilber enthält. Unbedenklich, solange weder eine werdende Mutter noch ein kleines Kind damit direkt in Berührung kommt, denn wenn die Energiesparlampe ganz normal in ihrer Fassung steckt, kann eigentlich nichts passieren.

Was aber, wenn die Engergiesparlampe mal zerbricht?

Und das geht manchmal schneller als man – im wahrsten Sinne des Wortes – gucken kann: Wohl kaum kennt nicht die Situation, in der er das Licht einschalten wollte, es für den Bruchteil einer Sekunde auch hell wurde, um direkt danach mit einem lauten Knall und gegebenenfalls einer Vielzahl von Scherben wieder genauso dunkel zu werden wie vorher auch. Folglich sollte bei Energiesparlampen immer bedacht werden: Auch das teuerste Leuchtmittel kann durch einen Kurzschluss in seine Bestandteile zerspringen – und dann womöglich auch Quecksilber frei setzen. Wie sicher und unbedenklich Energiesparlampen in dieser Hinsicht also wirklich für Schwangere und Kinder sind, bleibt weiterhin fraglich.

Energiesparend – und doch ganz weit entfernt vom natürlichen Sonnenlicht

Doch die Bedenken gehen noch weiter. Denn gerade für die Augen ist das Licht der Energiesparlampen alles andere als angenehm. Der Physiker und Augenarzt Prof. Dr. Dr. Bernhard Lachenmayr erklärt, warum: „Herkömmliche Glühbirnen haben ein kontinuierliches Spektrum, das annähernd dem Sonnenlicht entspricht. Ganz anders die Energiesparlampen. Sie entsprechen im Prinzip umgebauten Leuchtstoffröhren.“ Und das bedeutet, sie verfügen eben nicht über ein kontinuierliches, sondern leuchten vorwiegend in einem blauen Spektrum. Genau diese blauen Anteile aber lassen das Licht auf der einen Seite kalt wirken und erhöhen das Risiko einer altersbedingten Netzhauterkrankung, da sie von der Augenlinse gesondert gefiltert werden müssen. Bei den neuen Energiesparlampen, die ein wärmeres Licht versprechen, geht Lichtdesigner und Elektroingenieur Professor Heinrich Kramer davon aus, dass auch bei diesen dennoch das Blauspektrum weiterhin viel zu hoch ist.

Nachts sind alle Katzen grau – oder demnächst auch blau

Dr. Dieter Kunz, Chefarzt des Psychiatrischen Uniklinikums an der Berliner Charité, steht den Energiesparlampen ebenfalls skeptisch gegenüber, da die hohen Blauanteile im Lichtspektrum gleichzeitig das für den Schlaf verantwortliche Hormon Melatonin unterdrücken. Entsprechend unterstützt der hohe Blauanteil des Lichtes sehr gut den Rhythmus des Tages, beispielsweise, wenn es draußen einfach nur trist und grau ist. Für die Nacht – und damit für die Erholungsphase des Körpers – ist das blaue Spektrum jedoch komplett kontraproduktiv, was insbesondere für Nacht- und Schreibtischlampen mit energiesparenden Leuchtmitteln gilt. Denn diese bringen den Tag- und Nachtrhythmus der Körpers massiv durcheinander. Deshalb warnt Dr. Dieter Kunz: „Störungen der inneren Uhr – wissen wir heute – führen zu Störungen in jedem Bereich der Medizin. Wir wissen, dass das zum Beispiel Einfluss hat auf Tumorerkrankungen, aber auch auf Herzinfarkte, auf Depressionen und eine ganze Reihe von anderen Erkrankungen.“ Der als Lichtexperte geltende, praktische Arzt Alexander Wunsch geht noch einen Schritt weiter und befürchtet, dass die Energiesparlampen nicht nur den Hormonhaushalt schädigen, sondern insbesondere alle zivilisatorischen Erkrankungen fördern und beschleunigen können – angefangen bei Diabetes bis hin zur Osteoporose.

Energiesparender Angriff auf das Nervensystem

Zudem gilt als Fakt, dass Energiesparlampen nicht flimmerfrei sind – weder die teureren Modelle, geschweige denn die günstigeren Ausführungen. Denn auch die teureren Modelle verfügen nur über einen eingebauten Filter, der das Flimmern reduziert. Leider nicht so weit, wie es eigentlich nötig wäre. Zwar sind in beiden Fällen die Bewegungen für das menschliche Auge kaum wahrnehmbar, dafür aber für das Nervensystem umso mehr. Denn das Flimmern wird nicht als störender, sondern als permanent störender Reiz registriert, den es in irgendeiner Weise auszublenden gilt. Entsprechend kann dieses Flimmern zu Kopfschmerzen, im schlimmsten Fall sogar zu einem epileptischen Anfall führen.

Elektrosmog – die gesunde Alternative zur klassischen Glühlampe

Und als ob all das noch nicht genug wäre, sieht Prof. Dr. Dr. Bernhard Lachenmayr vor allem in den Strahlungen der Energiesparlampe eine Gefahr. Denn diese ist sogar höher als die eines LCD-Monitors. Entsprechend müsste auch bei Energiesparlampen der Hinweis beachtet werden, dass man zu ihnen einen Abstand von mindestens einem Meter einhalten sollte. Viele andere Experten beziffern diesen Abstand sogar auf anderthalb Meter.Das energiesparende Fazit:Die Kritik an den zwangsverordneten Energiesparlampen steigt. Nicht nur hinsichtlich ihrer Sicherheit bzw. Gesundheitsgefährdung, sondern auch hinsichtlich ihrer tatsächlichen Energieeinsparung und ihrer erforderlichen Entsorgung, die noch immer nicht geregelt ist. Denn faktisch gesehen, gehören Energiesparlampen in den Sondermüll. Bei wem sich also ebenfalls Zweifel anmelden, oder wer sich einfach noch nicht so bald von dem wärmenden Licht seiner geliebten Glühbirne trennen möchte, sollte langsam, aber sicher damit anfangen, sich einen Glühbirnen-Vorrat anzulegen. Das ist vielleicht nicht unbedingt energiesparend, aber vielleicht gesundheitsfördernd.