„Kinder haben ein recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“ (BGB §1631) Was seit 2000 endlich per Gesetz verankert ist, lässt in der Praxis oft zu wünschen übrig. Schläge, Ohrfeigen und andere körperliche Übergriffe kommen noch in den besten Familien vor. Nachfragen unter der Bevölkerung bestätigen die Devise: Ein kleiner Klaps hat noch niemandem geschadet! Der Deutsche Kinderschutzbund hat auf das „Prügelstrafenverbot“ reagiert. Seine Kurse stehen unter dem Motto „Starke Eltern – Starke Kinder“. Dieser Satz ist längst eine etablierte Marke und definiert exakt Angebot, Inhalt und Ziel der Treffen.

Vorbeugen ist besser als Therapieren

Wie alle modernen Erziehungsmodelle strebt auch „Starke Eltern – Starke Kinder ®“ ein harmonisches Familienleben an. Professioneller Rat darf ruhig schon gesucht werden, bevor „das Kind in den Brunnen gefallen ist. Das Kurskonzept basiert auf fünf Leitbildern:

  1. Jedes Kind ist ein individuelles Geschöpf. Es hat das Recht auf Wachsen und Gedeihen, Fürsorge, Betreuung und Geborgenheit.
  2. Die Familie formt das Kind. Sie ist Ort für Integration, Sozialisation und erste Lebenserfahrungen.
  3. Der Fachbegriff „Lebensweltorientierung“ erfasst das verzweigte Gefüge, in denen Familien heute stehen. Welchen Einfluss solche Netzwerke haben, wird unter anderem geklärt.
  4. Eltern und Kinder stärken. Das geht nur, wenn Potentiale erkannt und aktiviert werden.
  5. Teilnahme aus freien Stücken. Nur wer lernen möchte, kann sein Wissen später anwenden.

Anleitend erziehen

Kompetente Eltern sind das Hauptziel der Kurseinheiten. Wollen Mütter und Väter fit, gutgelaunt und entspannt ihre Kinder auf den Weg bringen, bedürfen sie besonderer Fähigkeiten. Deshalb verlaufen die Kursstunden in fünf Stufen.

  • Welche Werte, Anschauungen und Vorstellungen prägen die bereits praktizierte Erziehung?
  • Sind sich Eltern ihrer Rolle bewusst?
  • Wenn ja, wie stark? Nur wer Selbstvertrauen hat, kann Kinder anweisen und großziehen.
  • Jetzt rede ich! Klare und deutlich Worte werden auch gehört.
  • Was ist unser Problem? Wenn das berühmte Fass überläuft, steckt oft etwas anderes dahinter.
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Die Kombination von Theorie und erlebter Familienpraxis erreicht alle Eltern, egal im welchem gesellschaftlichen Milieu sie verwurzelt sind. Übungen am ganz konkreten Beispiel demonstrieren alternatives Handeln. Hausaufgaben gibt es auch: Von Woche zu Woche werden neue Strategien daheim erprobt, so dass sich das Miteinander verbessert.

Zusätzliche Hinweise

Der Kurs „Starke Eltern – Starke Kinder ®“ umfasst 8 bis 12 Einheiten und mindestens 16 Stunden. Für das Zustandekommen sind mindestens 8 Personen erforderlich. Bundesweit bietet der Kinderschutzbund solcherlei Fortbildungen an. Nähere Auskünfte unter: http://www.starkeeltern-starkekinder.de Aufgrund der positiven Resonanz wurde das Spektrum um folgende Zielgruppen erweitert: Patchworkfamilien, Eltern pubertierender Kinder, türkische und russische Familien sowie Mütter und Väter, die kaum lesen und schreiben.