Wenn der nächste Impftermin ansteht, werden viele Eltern zunehmend nervös. Wie mag das Kleine auf die Impfung reagieren? Wird es die gesamte Praxis zusammenschreien oder den verhassten Pieks ganz tapfer und mit nahezu buddhistischem Gleichmut ertragen? Letzteres ist mit Sicherheit der Wunschtraum aller Mütter und Väter, leider aber nur selten die Realität.

Ist die Impfung erst einmal geschafft, das Kind getröstet und beruhigt, hat der Impftermin seinen Schrecken verloren – zumindest für den Nachwuchs. Für die Eltern hingegen beginnt die bange Zeit des Wartens, wie der kindliche Körper auf die Immunisierung reagiert. Denn häufig kommt es in Folge der Impfung zu einer Fieberreaktion, da das Immunsystem durch den Impfstoff gezwungen wird, auf Hochtouren zu arbeiten und dementsprechend versucht, sich gegen die fremden Eindringlinge zur Wehr zu setzen.

Da Fieberreaktionen als Begleiterscheinung von Impfungen mittlerweile nicht nur bekannt, sondern oftmals auch gefürchtet sind, verwundert es nicht, dass viele Mütter und Väter dieser unwillkommenen, aber möglichen “Nebenwirkung“ vorbeugen möchten. Aus diesem Grund geben sie ihrem Kind noch vor dem Impftermin ein fiebersenkendes Mittel, um der möglichen Fieberreaktion rein präventiv schon mal den Kampf anzusagen. Löwenmütter eben! Dass diese Präventivmaßnahme jedoch grundlegend falsch ist, hat eine Untersuchung von Roman Prymula mit knapp 500 Kleinkindern in Tschechien ergeben.

Denn: Das fiebersenkende Mittel hält nicht nur die Gegenwehr des kindlichen Immunsystems in Zaum, es verhindert leider auch, dass sich der Impfschutz in vollem Umfang entfalten kann. Der Grund dafür: Das fiebersenkende Mittel blockiert ein Enzym in den B-Lymphozyten, das für die Bildung von Antikörpern dringend erforderlich ist. Mit dem Ergebnis, dass die kindliche Abwehr weit weniger Antikörper bildet als eigentlich notwendig.

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So wird die Impfwirkung herabgesetzt, was zur Folge hat, dass das Kind lange nicht so geschützt ist, wie es sein könnte und vor allem nicht so, wie es sein sollte. Oder ein wenig überzogen formuliert: Den ohnehin schon wenig angenehmen Impftermin hätte man sich und dem Kind in einem solchen Fall auch schenken können.

Deshalb gilt bei der Impfung:

Fiebersenkende Mittel sollten immer nur dann zum Einsatz kommen, wenn auch wirklich Fieber auftritt. Nicht dann, wenn Fieber auftreten könnte! Und vergessen Sie auch nicht, dass nicht jedes Fieber mit Medikamenten bekämpft werden muss.