Zugegeben: Schön sieht es nicht gerade aus, wenn Kinder an oder auf ihren eigenen Fingernägeln herumkauen. In den meisten Fällen jedoch – insbesondere bei jüngeren Kindern – ist das Kauen oftmals unbedenklich, auch wenn es die Eltern selbst noch so sehr nervt und sie sich verständlicherweise Sorgen machen, weil die Fingerkuppen ihres Kindes schon fast blutig geknabbert worden sind. Von der in Mitleidenschaft gezogenen Nagelhaut mal ganz zu schweigen.   Dennoch ist das Fingernägelkauen sehr verbreitet, nicht nur unter Kindern, sondern auch bei Erwachsenen.

Letztere wissen meistens jedoch, dass sie aus Stress, Anspannung oder Angst heraus so reagieren und ärgern sich im Nachhinein umso mehr, dass sie sich wieder einmal nicht unter Kontrolle hatten. Denn die Spuren des Nägelkauens sind sofort offensichtlich und zeigen auch Anderen, dass man seelisch aus dem Gleichgewicht ist. Zumindest aber, dass man über eine sehr unschöne Angewohnheit verfügt.

Fingernägelkauen bei jüngeren Kindern

Stress oder Anspannung aber ist bei Kindern jedoch nur in seltenen Fällen der Auslöser, weshalb sie anfangen, an und auf ihren Fingernägeln herumzukauen. Warum genau sie damit oftmals im Alter zwischen vier bis sechs Jahren beginnen, ist allerdings noch nicht eindeutig geklärt. Teilweise gehen die Experten sogar von Vererbung aus. 

Fakt jedoch ist, dass gerade bei Kindern, die früh mit dem Nägelkauen anfangen, sich diese “Selbstverstümmelung“ nach einer Zeit auch sehr häufig von alleine wieder gibt. Das Fingernägelkauen ist in diesen Fällen also nur eine Phase.  

Schimpfen, Verbieten oder ständiges Ermahnen, um dem eigenen Kind dennoch das Nägelkauen abzugewöhnen, bringt leider effektiv wenig. Im Gegenteil: Womöglich wird so durch die Eltern unnötiger Druck aufgebaut, der das Kauen an und auf den Fingernägeln eher fördert, statt es zu verhindern.

Was Eltern tun können

Fingernägelkauen beim Kind genau beobachten

Statt das Nägelkauen zu verbieten, ständig mit dem Kind zu schimpfen oder es zu ermahnen, wenn es beim Fingernägelkauen erwischt wird, sollten Eltern erst einmal Ruhe walten lassen. Das heißt nicht, das Nägelbeißen komplett zu ignorieren, sondern es vor allem eingehend zu beobachten. Beispielsweise in Bezug auf die folgenden Faktoren:

  1. Geschieht das Kauen nur ab und an, ohne zu Verletzungen der Fingerkuppen oder der Nagelhaut zu führen?
  2. Ist das Kauen an oder auf den Fingernägeln so intensiv oder so häufig, dass es bereits mit Verletzungen einhergeht?
  3. Wann tritt das Fingernägelkauen auf?
  4. Sind Auslöser auszumachen?
  5. Steigern sich die Intervalle, in denen das Kind zu Kau- oder Beißattacken neigt bzw. werden die Zeitabstände dazwischen immer kürzer?
  6. Wird das Fingernägelkauen von weiteren Auffälligkeiten begleitet? Hat das Kind beispielsweise plötzlich generelle Konzentrationsschwierigkeiten? Hat es permanent mit Ängsten zu kämpfen? Schläft es nachts unruhig oder schlecht? Hat es Probleme in der Schule? Oder vergisst es sogar über das Nägelkauen hinweg seine Aufgaben, die es eigentlich erledigen sollte wie sein Zimmer aufzuräumen, den Schulranzen für den nächsten Tag zu packen oder die Hausaufgaben zu machen?

Wenn das Fingernägelkauen mit anderen Auffälligkeiten einhergeht

So lange keine weiteren Auffälligkeiten außer dem Nägelkauen selbst auszumachen sind, besteht trotz alledem kein Grund zur Besorgnis. Denn auch dann kann es sich noch immer um eine Phase handeln.   Sollten jedoch weitere Auffälligkeiten, wie die oben bereits beschriebenen, ebenfalls offensichtlich werden, sollten die Eltern – gegebenenfalls auch unter Zuhilfenahme eines Kinderpsychologen – herauszufinden versuchen, ob das Kind vielleicht nicht etwa Ängsten ausgesetzt ist, mit denen es nicht umgehen kann bzw. fertig wird, oder ob es sich eventuell überfordert fühlt, und damit wie viele Erwachsene, die an den Nägeln kauen, auch unter einer temporären oder chronischen Anspannung bzw.   unter Stress steht.

Belohnen statt bestrafen, verbieten oder ermahnen

Wer trotz fehlender, weiterer Auffälligkeiten das Nägelkauen bei seinem Kind dennoch unterbinden möchte, sollte auf das altbekannte Belohnungsprinzip setzen. Sprich: Dem Kind sollten Anreize gegeben werden, damit es mit dem Nägelkauen von ganz alleine aufhört. Denn gegen die extrinsische Motivation, die motivierenden Anreize von außen, ist kaum ein Kind immun.

Ob dafür jedoch mehrere kleinere Belohnungen in Aussicht gestellt werden, die im Ein- oder Zwei-Tages-Turnus eingelöst werden, wenn das Kind es geschafft hat, über diesen Zeitraum nicht an oder auf seinen Nägeln herumzukauen, oder ob es sich dabei um eine größere Belohnung handelt, die das Kind bekommt, wenn die Fingernägel wieder nachgewachsen sind, sollte mit dem Kind gemeinsam entschieden werden. Ebenso wie die Belohung selbst. Denn je schöner der Anreiz, desto motivierter wird das Kind sein, diesen auch zu erhalten und dafür das lästige Nägelkauen aufzugeben.

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