Viele werdende Mütter sind unsicher, ob sie sich während der Schwangerschaft gegen die saisonale Grippe – die so genannte Influenza –  impfen lassen sollen oder nicht. Das Wissen, das jeder eingefangene Virus die Schwangerschaft erschweren und für unvorhergesehene Komplikationen sorgen kann, ist zwar vorhanden, aber wer weiß schon genau, wie sich die injizierten Viren auf das werdende kleine Leben auswirken? Wird der Impfstoff auf das Ungeborene übertragen? Schadet er ihm eventuell sogar in seiner Entwicklung? Was, wenn etwas schief geht?

US-amerikanische Forscher aus North Carolina haben jetzt nicht nur die Antworten auf all diese Fragen gefunden, sondern geben auch Entwarnung und bekräftigen vielmehr, was die Ständige Impfkommission (kurz: STIKO) schon seit geraumer Zeit empfiehlt: Demnach sollten sich normal gesunde Schwangere im 2. Schwangerschaftsdrittel (ab der 14. Schwangerschaftswoche) vorsorglich gegen Grippe impfen lassen, da sie dem Virus gegenüber anfälliger sind als Frauen, die kein Kind erwarten. Schwangeren hingegen, die unter einer chronischen Grunderkrankung wie beispielsweise Diabetes oder Asthma leiden, empfiehlt die STIKO, die Grippeschutzimpfung bereits im 1. Schwangerschaftsdrittel vornehmen zu lassen, auch wenn das ungeborene Baby zu diesem Zeitpunkt noch mitten in seiner Entwicklung steckt.

Denn Fakt ist: Die Grippeimpfung schützt nicht nur die werdende Mutter und verhindert so eine schwere Infektion, durch die die Schwangerschaft erschwert oder verkompliziert werden könnte, sondern sie schützt auch das Baby selbst. Und zwar ab dem Augenblick, in dem es zur Welt kommt. Denn durch die erfolgte Impfung der Mutter ist auch der Säugling in seinen ersten sechs Lebensmonaten bis zu 90% vor dem Grippe-Virus geschützt.

Genau das ist das Ergebnis, das die Forscher in den USA an insgesamt 1.500 Neugeborenen beobachten konnten. Hier zeigte sich eindeutig, dass Kinder, deren Mütter die empfohlene Grippeschutzimpfung während der Schwangerschaft nicht wahrgenommen hatten, weitaus häufiger innerhalb ihrer ersten sechs Lebensmonate an der Grippe erkrankten als Säuglinge, deren Mütter den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission gefolgt waren. Und natürlich erkrankten diese nicht geschützten Kinder nicht nur weitaus häufiger, sondern auch mit weitaus schwerwiegenderen Folgen. Denn gerade für so einen kleinen Wurm, dessen Immunabwehr sich erst noch aufbauen muss, kann eine Influenza-Infektion in den ersten Lebenswochen nicht nur sehr gefährlich, sondern auch lebensbedrohlich werden.

Die bereits abgetöteten Viren, die der werdenden Mutter mit der Impfung injiziert werden, schaden dem Baby hingegen nicht bzw. sind die Risiken hier sehr minimal, insbesondere bei einer Impfung nach der 14. Schwangerschaftswoche, wenn das Ungeborene im Mutterleib die schwierige Anfangsphase seiner Entwicklung überwunden hat und in den verbleibenden Schwangerschaftsmonaten eigentlich nur noch wachsen muss.

Von daher: Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt und lassen Sie sich beraten. Zu Ihrem eigenen Schutz und vor allem zum Schutz Ihres kostbarsten Juwels, Ihres Kindes.

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