Letztes Update: 25.03.2019

Ab wann hat das Kind die Kindergarten Reife erreicht?

Diese Frage stellen sich alle Eltern irgendwann. Es gibt viele Anhaltspunkte, die Ihnen Ihr Kind mitteilt. Sie können vermehrte Vorfreude auf den bevorstehenden Kindergartenbesuch haben, oder sie äußern konkret den Wunsch endlich in den Kindergarten zu gehen.

Auch kann ein gutes Indiz für Reife sein, dass das Kind vermehrt Kontakt zu anderen Kindern sucht. Auch eine sichtliche Langeweile und Unzufriedenheit können darauf hindeuten, dass das Kind Zuhause unterfordert ist. Sind diese Dinge vorhanden, dann ist wahrscheinlich der richtige Zeitpunkt gekommen.

Es gibt aber auch noch andere Sachen, die unbedingt beachtet werden sollten. Seit 1996 haben Kinder ab 3 Jahren rechtlich gesehen einen Anspruch auf einen Kindergartenplatz. Experten sind sich hier also einig, mit 3 Jahren hat das Kind genug seelische, emotionelle und körperliche Reife erlangt, um in den neuen Lebensabschnitt Kindergarten zu starten.

Doch auch hier sollte man bedenken, dass jedes Kind eine eigene Persönlichkeit ist. Und es gibt Kinder, die mit 4 Jahren noch nicht reif genug scheinen, ihre wichtigste Bezugsperson für eine längere Zeit nicht zu sehen. Andererseits gibt es schon Zweijährige, welche alt genug scheinen. Die Frage nach der Kindergartenreife sollte also individuell gestellt werden.

Auch wenn ein Rechtsanspruch in Deutschland besteht, jedem Kind ab 3 Jahren einen Kindergartenplatz zuzuweisen, so sieht die Realität oft anders aus. In vielen Städten sind alle Kindergartenplätze besetzt und es dauert Jahre, bis für das Kind ein entsprechender Platz frei wird.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Frage, ob das Kind schon genügend emotionelle Größe besitzt und auch problemlos von einer länger andauernden Trennung von der Mutter (oder dem Vater) profitiert. Natürlich werden die ersten Tage nicht leicht werden. Das Kind kann noch so reif sein, es wird die Mutter schmerzlich vermissen und nicht selten gehen die ersten Kindergartenbesuche mit viel Weinen einher. Mann sollte daher schon vorher mit dem Kind „kleine“ Trennungen geübt haben. Denn das Kind muss realisiert haben: „Da gibt es noch andere Bezugspersonen außer meiner Mutter!“.

Das Kind muss außerdem gelernt haben, dass die Mutter es nicht vergisst und das es sich immer auf sie verlassen kann, selbst dann wenn die Trennung mal ein paar Stunden dauert. Wenn das Kind diesen wichtigen Schritt erlernt hat, wird es mit Freude und Neugierde auf den Kindergartenbesuch warten. Wie ein Kind den Kindergarten erlebt, hängt unter anderem auch davon ab, wie gut das Kind spielen kann. Gerade neue Kinder sollten gelernt haben, auf andere zuzugehen. Und im Spiel drücken sie sich und Ihre Person aus. Außerdem kann es schwer werden, wenn das Kind ein Einzelkind ist. Eventuell hatte es auch noch nicht so viele gleichaltrige Spielkameraden und es steht nun nicht mehr alleine im Mittelpunkt. Das kann einen vorhandenen Trennungsschmerz natürlich verstärken.

Auch interessant:  Vorschularbeit im Kindergarten

Als Eltern sollten Sie nun Ihr Kind unterstützen. Machen Sie nicht den Fehler und zeigen Ihrem Kind Ihren Trennungsschmerz. Denn auch Müttern fällt es oft schwer, ihr Kind ziehen zu lassen. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es dort in guten Händen ist und zeigen sie ihm auch, dass Sie es gerne dort hinbringen und auch wieder abholen. Beachten Sie, dass Sie wenn möglich schon vor dem Start oft mit Ihrem Kind über den Kindergarten reden.

Vermeiden Sie unbedingt, dass der Kindergartenbesuch mit der Geburt eines neuen Geschwisterchens zusammenfällt. Das kann Probleme geben, denn nicht selten fühlen sich die Kinder dann abgeschoben und werden eifersüchtig. Es kommt nur selten vor, dass ein Kindergartenstart nicht klappt. In den ersten Wochen wird das Kind sehr müde und eventuell auch aggressiv nach Hause kommen. Das ist ein normales Verhaltensmuster, denn das Kind leistet schwere Arbeit, muss es sich doch an so viel Neues gewöhnen.

Wenn Sie aber noch nach einigen Wochen das Gefühl haben, dass das Kind sich „unnormal“ benimmt, dann suchen Sie ruhig das Gespräch zu den Erzieherinnen. Sie werden Ihnen helfen, denn Sie kennen ihr Kind jetzt auch, vielleicht auch von anderen Seiten als Sie. Gemeinsam finden Sie bestimmt eine Lösung und der Kindergarten wird eine Zeit werden, in der Ihr Liebling jeden einzelnen Tag genießen wird.

Foto: © Martinan Adobe Stock