Manche Frauen entdecken ihre Leidenschaft für die Kinderbetreuung erst, wenn sie selbst Mutter geworden sind. Deswegen entscheiden sich viele von ihnen dazu, nachdem die Kinder etwas größer geworden sind, sich auch beruflich mit Kindern zu beschäftigen.

Den meisten wird dabei eine Kindergärtner/in als erstes Berufsbild einfallen, aber es gibt auch andere Möglichkeiten, die Kinderbetreuung zum Beruf zu machen – zum Beispiel als Kinderpfleger/in.

Was ist der Unterschied zwischen Erzieher/in und Kinderpfleger/in?

Wenn Sie eine Kinderpfleger/in werden möchten, müssen Sie genau wie eine Erzieher/in eine zwei- bis dreijährige Ausbildung absolvieren. Die genaue Dauer wird vom jeweiligen Bundesland bestimmt. Genauere Informationen zu Inhalten und Abläufen der Ausbildung bietet die Euroakademie.

Der Aufgaben- und Einsatzbereich einer Kinderpflegerin ist allerdings wesentlich vielfältiger als der einer Erzieherin: Natürlich kann man als Kinderpflegerin, genau wie Erzieherinnen auch, in Kindergärten und Kindertagesstätten eingesetzt werden. Aber sehr häufig ist man als Kinderpflegerin auch mit der Betreuung von Kindern zu Hause beauftragt.

In vielen Familien ist es heute üblich, dass beide Elternteile voll berufstätig sein wollen oder müssen. Um dem Kind trotzdem einen geregelten Tagesablauf in seiner vertrauten Umgebung zu bieten, werden Kinderpflegerinnen damit beauftragt, die Betreuung während der Arbeitszeit der Eltern zu übernehmen. Dadurch baut man eine viel engere Verbindung zu den Kindern auf als in einem normalen Kindergarten, da man wesentlich mehr Zeit mit ihnen verbringt und diese auch in einem privateren Rahmen verbracht wird.

Betreuung von Jugendlichen

Häufig gibt es Kinder und Jugendliche, die von zu Hause keine oder nur wenig Unterstützung bekommen, obwohl sie diese dringend benötigen. Kinderpfleger, die in sozialen oder karikativen Einrichtungen tätig sind, begleiten diese Kinder und Jugendliche und stehen ihnen bei Problemen im Alltag zur Seite. Oft reicht es schon aus, wenn man Zeit mit den Kindern verbringt und ihnen Aufmerksamkeit schenkt.

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Starke Nerven sind gefragt

Natürlich ist die Arbeit mit Kindern generell nicht immer einfach. Darüber hinaus kommt man als Kinderpfleger/in auch immer wieder mit Kindern aus sogenannten Problemfamilien in Berührung. Im Umgang mit diesen Kindern und Jugendlichen ist eine besondere Feinfühligkeit gefragt. Oft stößt man erstmal auf Ablehnung und Ängste bei den betroffenen Kindern und man muss sich besonders langsam und bedacht vorfühlen, um ein Vertrauensverhältnis aufzubauen.

Wichtig dabei ist auch, dass man nicht alle Sorgen und Probleme, mit denen man während der Arbeit konfrontiert wird, mit ins Privatleben nimmt. Sonst kann dies zu einer großen psychischen Belastung führen.