Auch wenn uns Wii, Playstation und Co oft genug mit interaktiven Sport-Games aus der Puste bringen, ein Ersatz für richtige Sportarten sind sie nicht. Kinder, die also lieber ihre Zeit an der Wii oder der Playstation verbringen anstatt draußen herumzutoben oder zum Sport zu gehen, werden zukünftig um eine vernünftige Ausrede verlegen sein. Denn die Argumentation: „Aber ich bewege mich doch genug, wenn ich mich mit und an den Sport-Games auspowere, dafür sind sie ja schließlich gemacht worden!“, ist von Wissenschaftlern der Uni Münster nun ausgehebelt worden, genauer gesagt: von dem dortigen Institut für Sportmedizin.

Für den Nachweis, dass interaktive Videospiele kein Ersatz für reale Sportarten sind, haben sich 40 Studenten im wahrsten Sinne des Wortes versucht, auszupowern. Allerdings nicht innerhalb realer Sportarten, sondern in der interaktiven Erlebniswelt, in der Spieler nicht länger nur Spieler sind, sondern ihre Bewegungen von dem Remote-Controller oder sonstigen Steuergeräten zur Spielkonsole übertragen, dort übersetzt und sie selbst so zum Teil des Spiels werden. Doch gerade in der Übersetzung der Bewegung sehen die Sportmediziner, die natürlich auch vor Ort anwesend waren, um während der Trainings- bzw. Spieleinheiten Herzfrequenz und Laktatwert der Studenten zu messen, eine der elementaren Nachteile, die interaktive Video-Games gegenüber realen Sportarten haben.

Denn: Die Remote-Controller sind zumeist so eingestellt, dass sie schon auf die kleinste Bewegung des Spielers reagieren und ihn somit nicht genügend fordern, ihn also aus sportlicher Sicht nicht genügend anstrengen. Ebenfalls ungenügend waren die Ergebnisse innerhalb der Belastungstests. Denn auch, wenn uns oder unseren Kindern die ein oder andere virtuell animierte Sportart den Schweiß auf die Stirn treibt, der Belastung realer Sportarten kann sie nicht das Wasser reichen, da die Trainingseinheiten generell zu kurz sind, was somit auch für die eigentliche Bewegung gilt. Sich zu bewegen und zu trainieren, bedeutet also trotz aller Innovation noch immer: Raus an die frische Luft, ab auf den Fußballplatz oder rein in den Sportverein. Alles andere – und damit auch die sportlich getrimmten Spielkonsolen samt ihres Angebots an Fitness- und Bewegungsspielen sind nicht mehr als ein nettes