Auch wenn der erste durch künstliche Befruchtung gezeugte Mensch gerade einmal 30 Jahre alt ist, gehört die so genannte „assistierte Reproduktion“ mittlerweile zum medizinischen Alltag. Für zahlreiche Paare ist die künstliche Befruchtung heute die letzte Hoffnung auf Erfüllung ihres Kinderwunsches. Man unterscheidet verschiedene Formen der Befruchtung, die je nach Ausgangssituation des Paares in Erwägung gezogen werden. Voraussetzung für eine künstliche Befruchtung ist eine gründliche Untersuchung der Gründe für ein Ausbleiben der Schwangerschaft, da die Behandlung sehr aufwändig und mit Risiken, vor allem durch die begleitende Hormontherapie, verbunden ist. Kurz gesagt: Erst wenn alle anderen Wege nicht funktioniert haben, kommt eine künstliche Befruchtung in Betracht.

Neben der In-Vitro-Fertilisation (IVF), bei der Eizellen außerhalb des Körpers, also im Reagenzglas, mit Sperma befruchtet und später der Frau wieder eingesetzt werden, gehört die Insemination zu den künstlichen Befruchtungsmethoden. Bei der intrauterinen Insemination werden die im Labor aufbereiteten männlichen Spermien während der Eisprungphase in die Gebärmutter der Frau übertragen. Als Insemination wird auch die private Einführung von Sperma in die Gebärmutter ohne medizinisches Fachpersonal bezeichnet – diese Vorgehensweise ist unter dem Begriff „Bechermethode“ bekannt und vor allen Dingen für lesbische Paare eine Möglichkeit, ein Kind zu bekommen, ohne eine sexuelle Beziehung mit einem Mann einzugehen.

Die Kosten, die auf die Paare durch eine künstliche Befruchtung zukommen, hängen von diversen Faktoren ab und sind daher individuell äußerst verschieden. Unter anderem spielen bei der Berechnung hierzulande folgende Aspekte eine Rolle: Art der Krankenversicherung, Familienstand, Alter der Frau, bereits erfolgte Versuche einer künstlichen Befruchtung. Unser Tipp für Paare, die über eine künstliche Befruchtung nachdenken, ist daher, sich im Vorfeld umfassend durch ihren behandelnden Arzt beraten zu lassen und zu überprüfen, wie sich ihre spezielle Situation, gerade auch ihr Versicherungsstatus, auf die Höhe des Eigenanteils auswirkt. Ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland kann durch die entstehenden Kosten stark belastet werden – ohne dass es eine Erfolgsgarantie gibt.

Besonders dieser letzte Aspekt – die fehlende Garantie dafür, dass tatsächlich eine Schwangerschaft eintritt – bedeutet neben allem anderen für die Paare zumeist eine emotionale Achterbahnfahrt. Wer eine Befruchtung auf diesem Wege versucht, hat bereits anstrengende Zeiten hinter sich: die unerfüllte Hoffnung auf eine natürliche Schwangerschaft, Untersuchungen und Beratungen beim Arzt, Hormonbehandlungen mit etwaigen Nebenwirkungen, Zweifel und Ängste. Und nun kommt der Schritt der künstlichen Befruchtung, der nicht nur den Körper der Frau belastet. Auch die Furcht davor, dass es vielleicht nicht funktionieren könnte, begleitet die Paare. Doch der Wunsch nach einem eigenen Kind ist so stark, dass er alles andere in den Hintergrund drängt, und wenn die Befruchtung erfolgreich verläuft, ist die Erleichterung und Freude am Ende umso größer.