Listeria monozytogenes heißt der Übeltäter und Auslößer der Listeriose: Das stäbchenförmige Bakterium ist omnipräsent und für den gesunden Organismus in der Regel harmlos. Wir Menschen haben uns schon daran gewöhnt, denn der Erreger kommt fast überall vor. Unsere Umwelt ist von Listerien befallen; manchmal ist die Nahrung kontaminiert. Dazu gehören:

  • rohe Milch und Rohmilchprodukte (z. B. Brie, Camembert, Roquefort, Romadur, Münster, Feta)
  • rohes Fleisch (z B. Huhn, Tatar, Hackfleisch, Schinken)
  • Wurst (Salami, Teewurst)
  • abgepackte Sandwiches
  • abgepackte Salatmischungen
  • Muscheln, Räucherlachs, Sushi
  • Fertigprodukte( noch nicht erhitzt)

Kommt es zu einer Infektion, kann es bis zu 9 Wochen dauern, ehe die Listeriose ausbricht. Normalerweise verläuft diese meist unbemerkt oder grippeähnlich. Wurden befallene Mahlzeiten gegessen, treten innerhalb von maximal 48 Stunden fieberhafte Magen-Darm-Beschwerden mit Erbrechen und Durchfall auf. Schnell ebben die Symptome ab. Manchmal komplettieren pustelartige Hautveränderungen das Erscheinungsbild.

Vorkommen

Ungefähr 10% aller Listeriose Fälle sind Schwangerschaftsassoziiert. Die genaue Rate an Listeriose Fälle schwankt jedoch ständig. Letzte Zahlen aus 2014 weisen 608 registrierte Listeriose Patienten auf.

Die tödliche Verlauf von Listeriose liegt bei 7% und sollte somit nicht unterschätzt werden.

Listeriose durch mangelhafte Lebensmittelhygiene?

„In den Jahren 2001 bis 2009 wurden für Deutschland insgesamt 3.090 Listeriosen … übermittelt, pro Jahr im Durchschnitt 343 Fälle; das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Inzidenz (Anmerkung: Anzahl von Neuerkrankungen) von 0,4 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner.“ (1) Auffallend daran ist, dass die Infektion hauptsächlich Senioren über 60 Jahre ereilt.

Die Ursachen dafür sind im Verzehr von Convenience-Produkten, vernachlässigter Sauberkeit bei der Zubereitung und in zunehmender Schwäche des Immunsystems zu finden.
Ist Listeriose nur für ältere Menschen problematisch? Nein! Für Schwangere, Neugeborene, frisch Transplantierte oder chronisch Kranke gilt sie ebenfalls als heikel.

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Gefahr für das Ungeborene

Mit den „anderen Umständen“ steigt das Risiko einer Listerieninfektion um das Zwölffache. Auch hier gilt wieder die Faustregel: Je früher die Mutter sich ansteckt und die Krankheit ausbricht, desto schwerer ist der Verlauf für den Fötus.

Hat sich die werdende Mutter angesteckt, beginnt die Listeriose Infektion mit Schüttelfrost, Fieber, Kopfschmerzen und Schwäche. Diese Anzeichen erschweren das Differenzieren von normalen grippalen Infekten. Deshalb sind Laboruntersuchungen notwendig: Die Erreger lassen sich in Blut, Liquor (Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit), Rachen-, Nasen- oder Scheidenabstrichen sowie im Stuhl nachweisen.

Das eigentliche Unterfangen beginnt, wenn sich die Plazenta entzündet hat und die Erreger freie Bahn zum Embryo haben. Geschieht dies in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten, erleidet die Frau mit großer Sicherheit eine Fehlgeburt. Später kann das Kind an der Granulomatosis infanseptica erkranken. Hier passiert die Infektion direkt im Mutterleib; die Gefahr von einer Früh- oder Totgeburt bleibt bestehen. Typische Symptome nach der Geburt sind:

  • Sepsis(Blutvergiftung)
  • multiples Organversagen
  • knötchenartige Zellansammlungen an Organen (Granulomatose)
  • Atemnotzustände bei Neugeborenen
  • Lungen- und Hirnhautentzündungen

Reichlich ein Drittel der Säuglinge versterben.
Infiziert sich das Kind unter der Geburt, hat es eindeutig bessere Aussichten. Hirn- und Hirnhautentzündungen treten weiterhin auf, jedoch etwas seltener. Eine prophylaktische Antibiotikatherapie der Mutter ist möglich. Beim Neugeborenen verringert sich die Sterblichkeit durch die Medikation.

Tipps für Schwangere

Wenig Aufwand, maximaler Schutz:

  • Meiden Sie Steaks nach englischer Art (blutig)
  • waschen Sie Obst & Gemüse gründlich und garen Sie es
  • Rohe Karotten, Tomate oder Äpfel sind ebenso wie industrielle Milchprodukte erlaubt
  • Nutzen Sie zwei getrennte Bretter und extra Messer für das Schneiden von Fleisch und Rohkost
  • Weichkäse, Rohmilchprodukte und Fertiggerichte sind für die Zeit der Schwangerschaft tabu!

Cook it, peel it or leave it!