In vielen anderen Kulturen ist es nicht einmal im Ansatz wegzudenken, bei uns hingegen wird es erst zunehmend beliebter bzw. taucht aus längst vergangenen Zeiten endlich wieder ans Tageslicht: das Tragen des Babys am eigenen Körper. Ganz eng an die Mama gekuschelt und mit ihr verbunden. Ein tolles Gefühl, nicht nur für das Baby, sondern auch für  die Mutter – oder eben den Vater. Denn natürlich eignet sich das Tragen nicht nur für das weibliche Geschlecht, sondern wird auch bei Männern immer beliebter.

Der neue Trage-Kult, bei dem es sich streng genommen um eine ganz alte Tradition handelt, erlaubt es Eltern, ihr Kind immer dabei und trotzdem die Arme frei zu haben. Das Tragen erleichtert den Alltag und schlägt defekten Aufzügen, stehengebliebenen Rolltreppen und steilen Aufgängen mit Stufen, die den Kinderwagen jedes Mal vor eine Herausforderung stellen, ein Schnippchen.

Darüber hinaus aber gibt es dem Baby, was es in seinem jungen Alter so dringend braucht: Schutz und Geborgenheit, Sicherheit und Nähe. Denn genau das ist es, was die Kleinen sich wünschen und wonach sie sich am meisten sehnen: Nach dem Herzschlag, den sie schon in Mamas Bauch hören konnten, ihrer Stimme, die so oft und liebevoll zu ihnen gesprochen hat, als sie noch nicht einmal auf der Welt waren, ihren einzigartigen und unter Tausenden wiederzuerkennenden Duft und natürlich ihre vertraute und wohltuende Wärme.

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Kinderwagen vs. Tragehilfe

Kinderwagen sind aus Babys Sicht eine blöde Erfindung. Nicht nur, weil sie so oft an ihre Grenzen in Form von defekten Aufzügen, nicht funktionierenden Rolltreppen oder überfüllten Bussen stoßen, sondern vor allem, weil sie das Baby von seiner Mama trennen und die unmittelbare körperliche Nähe nicht zulassen.

Dennoch ist der zu Beginn des 19. Jahrhunderts in England erfundene Kinderwagen aus unserem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken – und dass, obwohl das Tragen des Kindes am eigenen Körper wesentlich ursprünglicher, natürlicher und in vielen Alltagssituationen auch wesentlich einfacher ist. Mit Sicherheit hat auch der Kinderwagen sein Vorteile und seine Berechtigung, ans Tragen des Kindes am eigenen Körper kommt er jedoch lange nicht heran.

Denn das Tragen erfüllt nicht nur die Ansprüche des Babys an Schutz und Geborgenheit, an Sicherheit und Nähe, sondern fördert es auch in seiner geistigen und körperlichen Entwicklung. Beim Tragen schärfen sich Gleichgewichtssinn und die Wahrnehmung des eigenen  Körpers. Räumliche Begrenzungen, die in einem Kinderwagen nur mit einigem Abstand gegeben sind, werden beim Tragen für das Baby ebenfalls unmittelbar spürbar – wie beispielsweise die Begrenzung zum mütterlichen oder väterlichen Körper. Zeitgleich werden die Muskeln und Gelenke des Kindes auf natürliche Weise gestärkt und angeregt –

zumindest dann, wenn das Tragen auf die richtige Weise erfolgt. Denn auch beim Tragen gibt es einige Punkte, die zu berücksichtigen.

Tragen ist nicht gleich Tragen

Das Wichtigste zuerst:

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Babys möchten NICHT mit dem Gesicht nach vorne getragen werden. Im Gegenteil, es schädigt sie in ihrer geistigen und körperlichen Entwicklung. Je jünger das Kind ist, desto selbstverständlicher sollte es so getragen werden, dass sein Gesicht dem Gesicht der Mutter oder des Vaters zugewandt ist. Ist das Baby schön älter und neugierig auf das, was um es herum passiert, kann es auf der Seite bzw. der Hüfte der Eltern getragen werden, um ihm ein wenig mehr Aussicht zu bieten und damit ein wenig mehr Impulse zu geben.

Das Nach-Vorne-Tragen hingegen überfordert Säuglinge und jüngere Kinder, da viel zu viele Eindrücke auf einmal ungefiltert auf das Kleine einwirken. Zum anderen, weil es sich der Nähe seiner Mutter oder seines Vaters bei Bedarf nicht rückversichern kann, was die Verarbeitung der vielen Wahrnehmungen für das Kleine sehr schwierig macht. Insbesondere natürlich auch deshalb, weil das Kind keinen Rückzugort hat, also nicht einfach die Augen schließen und sich an Mamas oder Papas Brust einkuscheln kann, um die Welt da draußen zu vergessen bzw. sie einfach nicht mehr sehen zu müssen, wenn sie ihm zu viel wird.

Zudem widerspricht das Tragen des Kindes mit Blick in Laufrichtung seinen körperlichen Gegebenheiten. Denn es möchte die vertraute und sogenannte “Anhock-Spreiz-Haltung“ einnehmen können, die ihm bei dieser Art des Tragens verwehrt bleibt.

Im Gegenteil: Anstelle des gemütlichen Rundrückens, den das Baby in der richtigen Position beim Tragen hat, wird es beim Tragen in Laufrichtung meistens ins Hohlkreuz gedrückt, was nicht nur seiner natürlichen Haltung widerspricht, sondern verständlicherweise auch kontraproduktiv für eine gesunde körperliche Entwicklung ist. Denn: Auch die Gewichtverteilung beim Nach-Vorne-Tragen ist mehr als nur ungünstig. Bei kleinen Jungen liegt das Hauptgewicht nämlich auf ihren Hoden,  bei kleinen Mädchen ebenso ungünstig auf ihrem Schambeingefüge.

Tagen im Sommer
Tragen im Sommer – das sollten Sie beachten

Auch Tragehilfen sind nicht gleich Tragehilfen

Für das Tragen gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Hilfsmitteln – die sogenannten Tragehilfen. Es gibt sie in allen erdenklichen Farben und Formen, mit wunderschönen Details und durchdachten Extras. Dabei ist genau das alles überhaupt nicht wichtig – nicht, wenn das Kind einfach nur auf eine natürliche Art und Weise am Körper getragen werden soll. Dementsprechend sollte eine Tragehilfe in erster Linie nach den zwei Gesichtspunkten ausgewählt werden, die wirklich wichtig sind:

  1. Sie sollte dem Kind seine natürliche Anhock-Spreiz-Haltung und seinen natürlichen Rundrücken ermöglichen.
  2. Ihr Material und ihre Verarbeitung sollten so beschaffen sein, dass sie das Kind, aber auch die Mutter ausreichend stützen und beide so beim Tragen unterstützen.

Mehr braucht es also nicht, um das Kind immer dabei zu haben und ihm genau das geben, zu können, was es für seine gesunde Entwicklung so dringend braucht: Schutz und Geborgenheit, Sicherheit und Nähe.

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