Wer einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen hält, nimmt nicht nur den eigenen Körper, sondern auch meist die gesamte Umwelt plötzlich völlig verändert wahr. Glücklich aussehende Schwangere bevölkern die Fußgängerzonen und tanzen mit ihrem Partner scheinbar vollkommen beschwerdefrei durch die letzten zweisamen Nächte vor der Zeit als junge Familie. Wer allerdings unter Übelkeit, Rückenschmerzen oder anderen Beschwerden leidet, kann sich bei so viel wandelndem Glück gelegentlich ganz schön alleine fühlen. Doch keine Sorge: Die meisten Frauen, auch wenn sie es nur ungern zugeben, kommen nicht ganz ohne Beschwerden durch die Schwangerschaft. Von kleinen Unannehmlichkeiten bis hin zu echten Schmerzen und starken seelischen Zweifeln reicht die Palette der negativen Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft. Eine Methode zur Linderung von Beschwerden, die auch in Deutschland immer populärer wird, ist die Akupunktur in der Schwangerschaft.

Die Kosten für die aus der traditionellen chinesischen Medizin stammende Technik der Akupunktur werden mittlerweile bei Beschwerden in der Schwangerschaft sogar von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Je nach Art und Schwere der Beschwerde legt der Akupunkteur Dauer und Anzahl der Sitzungen fest. Neben der Akupunktur verschiedener Punkte am gesamten Körper kommt bei Schwangeren besonders häufig die Ohrakupunktur zum Einsatz. Auf der Ohrfläche sind die Akupunkturpunkte des Körpers abgebildet und können durch das Setzen besonders kleiner Nadeln gut stimuliert werden.

Keine Angst vor kleinen Nadeln – was Schwangere bei der Akupunktur erwartet

Wer sich dafür entscheidet, sich während der Schwangerschaft akupunktieren zu lassen, sollte den Akupunkteur sorgfältig auswählen. Ein falsches Setzen der Nadeln oder der falsche Zeitpunkt der Akupunktur kann Beschwerden verschlimmern oder gar Wehen auslösen. Viele Hebammen und Frauenärzte haben Zusatzqualifikationen in Akupunktur. Einige Heilpraktiker haben sich auf die Behandlung Schwangerer spezialisiert und bieten Akupunktur in ihren Praxen an.

Akupunktur in der Schwangerschaft wird besonders häufig zur Behandlung von Übelkeit eingesetzt. Viele Frauen, denen Medikamente kaum Linderung verschafft haben, berichten über eine deutliche Besserung der Beschwerden nach einer Akupunkturbehandlung. Auch wer unter starken Rückenschmerzen leidet, kann sich von der Akupunktur eine Erleichterung erhoffen.

Die Vorstellung, Nadeln in den Körper gesetzt zu bekommen, wirkt auf viele Menschen verstörend. Angst muss jedoch niemand vor dem Piksen haben. Die sterilen Einmalnadeln sind um ein Vielfaches dünner als Stecknadeln oder Kanülen von Spritzen. Der Akupunkteur sucht durch eine Drucktechnik die richtigen Einstichpunkte. Spürt die Schwangere einen Stich oder kleinen Schmerz, wenn der Akupunkteur auf eine bestimmte Stelle drückt, ist der richtige Punkt gefunden. Beim Einstich verspüren die Frauen einen kleinen Schmerz, der rasch verfliegt. Die Akupunkturnadeln verbleiben etwa eine halbe Stunde im Körper, eine Zeit, in der die Schwangere wunderbar einen entspannenden Tee trinken, Musik genießen oder mit der Hebamme gelöst plaudern kann. Wer sehr ängstlich ist, atmet beim Einstich der Nadeln hörbar aus und macht den Schmerz so erträglicher. Die Entfernung der Nadeln ist vollkommen schmerzfrei, sie werden sofort entsorgt. Selten blutet die akupunktierte Stelle nach der Behandlung für wenige Momente.

Der richtige Zeitpunkt für die Akupunktur

Akupunktur in der Schwangerschaft ist ein Thema, bei dem einige Frauenärzte in eine regelrechte Alarmstimmung verfallen. Damit mögliche Nebenwirkungen das ungeborene Kind und den Körper der Frau nicht belasten können, wird die Behandlung von Akupunkturpunkten, die in direkter Verbindung mit den Geburtsorganen zu stehen scheinen, nicht vor der 36. Schwangerschaftswoche empfohlen. Wer sich im Rahmen der Geburtsvorbereitung eine Verkürzung der Geburtszeit erhofft, sollte mit der Akupunktur unbedingt während der Schwangerschaft und nicht erst unter der Geburt beginnen. Eine in Akupunktur ausgebildete Hebamme ist sicher eine gute Ratgeberin, um Zeitpunkt und Dauer der Akupunkturbehandlung individuell richtig zu bestimmen.