Kurzes Wort, schmerzhafte Angelegenheit: Mit Phimose bezeichnen Mediziner das Handicap der Penisvorhaut über die männliche Eichel.
In einfachen Worten: Durch eine Größendifferenz lässt sich die Vorhaut nicht über die Eichel bewegen.

Es ist ein Junge!

Phimose bei Neugeborenen und Kleinkindern sind weder untypisch noch bedrohlich. Denn bis zum Alter von vier bis fünf Jahren gehören Vorhaut und Eichel zusammen. Treten keinerlei Beschwerden, wie Infektionen oder Schwellungen auf, besteht kein Anlass zur Sorge. Hält die Verklebung bis ins Vorschulalter an, informieren Sie rechtzeitig den Kinderarzt.
Fallen Ihnen bei Ihrem Sohn folgende Symptome auf, bitte nicht abwarten:

  • spärlicher Urinstrahl
  • vergrößerte Vorhaut mit ballonähnlicher Schwellung (hauptsächlich während des Wasserlassens)
  • gerötete, entzündete Eichel oder Vorhaut

Versuchen Sie nicht, die fest sitzende Vorhaut selbst zu lösen. Meist wird diese Bemühung zur Belastungsprobe für Eltern und Kind; solche Strapazen stehen in keinem Verhältnis zum „Erfolg“. Nein, in der Regel richten sie mehr Schaden als Nutzen an. Winzige Einrisse an der empfindlichen Vorhaut führen zu kleinen Narben; eine erworbene (sekundäre) Phimose ist die Folge. Klemmt es dann auf Dauer, ist so eine Konstellation der ideale Herd für entzündete Harnwege oder spätere Erektionsbeschwerden.

Phimose: Angeborene, zugezogene, vollständig oder teilweise Vorhautverengung?

Phimosen werden als primär (angeboren) oder sekundär (erworben) klassifiziert. Welche Art vorliegt, klärt der Arzt. Ist die Vorhaut im Kleinkindalter verklebt, sprechen die Experten von einer physiologischen Phimose. Dieses natürliche Gebilde löst sich mit der Entwicklung und dem Heranreifen des Jungens. Da jeder Mensch ein Individuum ist, hat auch der Körper sein eigenes Tempo.


Von einer Paraphimose ist dann die Rede, wenn die Vorhaut den Penisschaft einschnürt. Das tritt genau dann auf, nachdem die Vorhaut unter Mühe und Zug zurückgeschoben wurde und sie wie ein schmaler Gürtel das Gewebe unterhalb der Eichel einengt. Es kommt zum Stau, die Blutzufuhr der Eichel stockt, schnelles Handeln ist gefragt! Bleibt diese Barriere unbehandelt, sterben Zellen ab (Nekrosen). Suchen Sie bei Unsicherheiten den Rat eines Urologen oder Kinderarztes!

Ist der chirurgische Eingriff das Mittel der Wahl?

Nein. Wurde bei Ihrem Sohn eine Phimose diagnostiziert, richtet sich die Behandlung nach den Symptomen. Der Trend geht zur sanften Behandlung. Zunächst werden kortison-, östrogenhaltige oder entzündungshemmende Salben für vier bis acht Wochen verordnet, die bei vielen Kindern die Verklebung lösen. Hartnäckigere Fälle bedürfen der Beobachtung; ist keine Veränderung in Sicht empfiehlt der Arzt die Beschneidung.


Ob dabei die Vorhaut teilweise oder total abgetrennt wird oder ob der Eingriff plastischer Natur (Weitung der Vorhaut) ist, entscheidet der Arzt. Die Operation umfasst das Lösen etwaiger Vernarbungen oder das Durchtrennen eines zu kurzen Vorhautbändchens (Frenulum breve). Die Zirkumzision gilt als älteste operative Maßnahme; sie wird weltweit am häufigsten durchgeführt. Ernste Komplikationen sind daher sehr selten. Es kommt postoperativ zu Schwellungen und Nachblutungen. Bei Teilresektionen existiert das Restrisiko erneuter Phimosen.

Was kommt nach der OP?

Jede Wundheilung ist mit Schmerzen verbunden: An den ersten Tagen nach der OP verursacht das Wasserlassen echten Stress. Schließlich wurde das Gewebe des Penis verletzt; Schwellungen und Rötungen machen Schmerzen. Entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente lindern die Beschwerden und nehmen dem kleinen Mann die Angst vorm „Pullern“. Desinfizierende Sitzbäder haben sich ebenfalls bewährt.