Was sind Plazentanosoden und wie werden sie hergestellt?

Eine der bekanntesten homöopathischen Therapien ist die Behandlung mit Eigenblut, die bereits seit mehreren Jahrhunderten angewandt wird. Eine Therapie mit Plazentanosoden folgt einem ähnlichen Prinzip. Mit der Plazenta wird ein körpereigener Stoff energetisch aufgewertet und zu einer hochwirksamen Medizin potenziert. Nosoden oder, genauer, Sarkoden sind Arzneimittel, die aus Gewebe gewonnen werden. Meist wird die Plazenta zu Globuli verarbeitet, zu Salben und einer Stammlösung, aus der auch nach Jahren weitere Medikamente hergestellt werden können.

Wer daran interessiert ist, Plazentanosoden zu bestellen, besorgt sich ein Versandgefäß und bespricht vor der Entbindung mit der Hebamme oder dem Krankenhauspersonal, dass nach der Geburt ein etwa erbsengroßes Stück der Plazenta entnommen und im Versandgefäß verpackt wird. Wer die Plazenta nach der Geburt mit nach Hause nimmt und einfriert, kann auch Monate nach der Entbindung eine Gewebeprobe entnehmen und einschicken. Eine Apotheke oder Firma, die auf Nosodenherstellung spezialisiert ist, bereitet aus dem Plazentastück eine Stammdilution, aus der Globuli in verschiedenen Potenzen hergestellt werden.

Wer profitiert von Plazentanosoden?

Die meisten Säugetiere versorgen nach der Geburt den Nachwuchs und verzehren anschließend ihre Nachgeburt. Dass die Plazenta nach der Geburt eines Babys im Abfall der Krankenhäuser verschwindet, ist ein modernes Phänomen. Bis zu einem Verbot vor wenigen Jahrzehnten kauften Kosmetikkonzerne Plazentas für die Herstellung kostbarer Cremes.

In alten Kulturen wurde der Plazenta eine besondere Kraft nachgesagt und auch heute haben viele Menschen den Wunsch, dem sog. Seelenbruder des Kindes einen dauerhaften Platz im Leben einzuräumen. Manche Familien nehmen die Plazenta mit nach Hause und vergraben sie nach einem heidnischen Ritual unter einem Baum. Die besondere Wertschätzung der Plazenta verwundert nicht, ist sie doch neun Monate lang dafür verantwortlich, das ungeborene Kind mit allem zu versorgen, was es für einen guten Start ins Leben benötigt. Werden aus der Plazenta Nosoden hergestellt, können die Kräfte, die in ihnen stecken, mehreren Menschen gute Dienste leisten.

Wegen der genetischen Ähnlichkeit der Familienmitglieder profitieren von den Nosoden aus der Plazenta das Baby selbst, Mutter, Vater und Geschwisterkinder. Wer nach mehreren Jahren neue Globuli produzieren lassen möchte, kann dies mithilfe der Stammdilution tun. Manche Firmen bieten als Service für ihre Kunden die Einlagerung von Stammdilutionen an.

Bei welchen Erkrankungen können Plazentanosoden angewendet werden?

Die Anwendungsgebiete, bei denen Nosoden aus der Plazenta genutzt werden, sind mannigfaltig. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass jede Erkrankung mit den Nosoden behandelbar ist, bei der auf den Organismus ausgleichend eingewirkt werden sollte. Ob die Globuli Wirkung zeigen, hängt ganz davon ab, ob der zu behandelnde Patient überhaupt auf autoimmune Reize anspricht. Chronische Erkrankungen sind durch die Nosoden weniger gut zu behandeln als akute Beschwerden oder Infekte.

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Bei Babys und Geschwisterkindern hat sich die Anwendung von Nosoden in Form von Globuli besonders bewährt. Bereits im frühen Säuglingsalter werden sie genutzt, um Blähbäuchen und Stress entgegenzuwirken. Auch wenn das Baby nach der Geburt schlapp erscheint, können die Globuli wertvolle Kraft spenden. Leiden Kinder unter Kinderkrankheiten, akuten oder wiederkehrenden Infekten oder Zahnungsbeschwerden, können Globuli aus der Plazenta Linderung bringen. Wer vor einer großen Reise oder einem Familienfest dem Baby ein wenig Ruhe und Gelassenheit spenden möchte, kann es mit den Globuli in einen entspannten Zustand versetzen.

Die meisten stillenden Mütter kennen das Gefühl, dass ihre Muttermilch in bestimmten Entwicklungsphasen das Kind nicht ausreichend sättigt und nährt. Mithilfe der Nosoden aus der Plazenta können Mütter ihrem Körper den Impuls geben, eine nahrhaftere Milch zu produzieren, die das Kind gedeihen lässt, ohne dem Magen des Babys Probleme zu bereiten. Die Milchproduktion kann durch die Globuli gesteigert werden. Aber auch unabhängig vom Baby setzen Frauen die Nosoden ein. Sie werden genutzt, um Menstruationsproblemen, einem unregelmäßigen Zyklus und Wechseljahresbeschwerden zu begegnen.

Geschwisterkinder profitieren vom Einsatz der Nosoden auf dem Gebiet der Infektionen und Kinderkrankheiten. Leiden sie unter extremem Schulstress, Allergien oder Hautkrankheiten wie Neurodermitis, werden die Medikamente eingesetzt, um zu regulieren. Väter nutzen die Nosoden bei einer geschwächten Konstitution, Infektionen und Migräne.

Die richtige Potenz ist entscheidend

Es ist für den Laien nicht einfach, herauszufinden, welches homöopathische Mittel er in welcher Potenzierung wählen soll. Generell ist es bei allen Globuli wichtig, die kleinen Kügelchen auf einem Plastiklöffel zu dosieren. Auf der Hand dosiert blieben die Wirkstoffe an der Haut haften und wären verloren. Wer unter einer ernst zu nehmenden Erkrankung leidet, sollte stets einen Heilpraktiker oder Arzt aufsuchen, der dabei hilft, das Mittel der Wahl zu finden und der den Erfolg der Behandlung überprüft.

Über die Anwendung von Nosoden aus der Plazenta gibt es keine Studien, viele Empfehlungen sind mündlich überliefert. Daher ist es empfehlenswert, die Globuli in einem Set aus unterschiedlichen Potenzen zu bestellen. So haben der behandelnde Heilpraktiker und der Patient die Möglichkeit, eine auf den Zustand des Menschen exakt abgestimmte Dosierung zu finden. In der Stillzeit sollten Frauen niedrige Potenzen wählen und mit der Behandlung vorsichtig beginnen, da sonst ein Milcheinschuss herbeigeführt werden kann. Um die Milchproduktion anzuregen, dürfte schon eine D6-Potenzierung genügen, während erwachsene Menschen bei einem heftigen grippalen Infekt durchaus auf D30 zurückgreifen sollten.