Seit September 2006 ist die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs in Deutschland zugelassen. Im März 2008 sprach die STIKO (ständige Impfkomission) die Impfempfehlung für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren aus. Seither haben sich mehrere Millionen Mädchen und Frauen gegen den HPV-Virus impfen lassen. Unter Medizinern, Wissenschaftlern und Impfkritikern wurde derweil eine Kontroverse ausgelöst, die unter anderem auch die fehlenden Langzeitstudien zur Impfung zum Inhalt hat.

Was genau ist eigentlich Gebärmutterhalskrebs?

Der Gebärmutterhalskrebs beschreibt eine bösartige Wucherung der Zellen des Gebärmutterhalses, die durch das sogenannte Humane Papillomvirus ausgelöst wird. Wird das Karzinom nicht behandelt, führt es zum Tod. Neben Brustkrebs ist der Gebärmutterhalskrebs die häufigste Krebsart bei Frauen und die zweithäufigste Krebstodesursache. Die Ansteckung mit dem krebserregenden HP-Virus erfolgt über Schleimhautkontakt im Genitalbereich. Allerdings führt eine Infektion mit dem krebserregenden Virus nicht zwangsläufig zur Krebserkrankung des Gebärmutterhalses. Prinzipiell ist aber jede Frau, die Geschlechtsverkehr hat, dem Infektionsrisiko ausgesetzt, dass auch durch Kondome nicht komplett ausgeschaltet werden kann. Die Humanen Papillomviren sind so weit verbreitet, dass 80% der Frauen in ihrem Leben eine Infektion durchmachen, beim größten Teil heilt diese jedoch folgenlos aus. Die Gefahr an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken besteht für die Frauen, bei denen die Infektion dauerhaft im Körper verbleibt.

Was geschieht bei der Impfung?

Vor der Entwicklung des Impfstoffes boten regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt den einzigen Schutz vor Gebärmutterhalskrebs. Bei frühzeitiger Entdeckung konnte bereits die Vorstufe des Krebses mittels einer sogenannten Konisation bekämpft werden. Dabei wird ein Fragment des Gebärmutterhalses entfernt. Die Impfung hingegen wirkt gegen im Vorfeld gegen die zwei Hauptverursacher von Gebärmutterhalskrebs, nämlich die HPV-Typen 16 und 18, die für mehr als 70% der Krebserkrankungen verantwortlich sind. Insgesamt gibt es jedoch mindestens 13 hochriskante, krebserregende Typen des Humanen Papillomvirus, so dass auch eine Impfung keinen vollständigen Schutz bieten kann. Empfohlen wird die Impfung für Mädchen zwischen 12 und 17, bevorzugt vor dem ersten Geschlechtsverkehr, da die Wirksamkeit der Impfung laut der STIKO danach stark vermindert sei. Es gibt jedoch auch Studien zur Wirksamkeit bei sexuell aktiven Frauen über 26. Lag zum Zeitpunkt der Impfung noch keine Infektion mit einem der krebserregenden HPV-Typen vor, ist auch dann die Impfung noch gut wirksam. Die Impfung hat rein vorbeugende Wirkung und ist nicht dazu geeignet, bereits bestehende Infektionen zu bekämpfen. Allerdings kann eine Impfung dann immer noch gegen die HPV-Typen immunisieren, mit denen die Frau nicht angesteckt ist. Die Dauer des Impfschutzes ist aufgrund der erst relativ kurzen Verwendung noch nicht abschließend geklärt. In ersten Studien über die letzten fünf Jahre zeigte sich, dass der Impfschutz nach dieser Zeit noch voll wirksam ist. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass der Schutz noch erheblich länger besteht. Ergebnisse hierzu liegen allerdings erst in mehreren Jahren vor. Da bei der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs ein sogenannter Passivimpfstoff verwendet wird, kann die Impfung nicht zu einer Erkrankung führen.

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Argumente für die Gebärmutterhalskrebs-Impfung

In Deutschland gibt es keine Impfpflicht, sondern nur die Empfehlungen der Ständigen Impfkomission des Robert-Koch-Institutes. Die Entscheidung ob und gegen war man sein Kind impfen lässt, liegt in der Hand der Eltern. Eine Impfung mit dem HPV-Impfstoff scheint nach jüngsten Untersuchungen Mädchen vor dem ersten Sexualkontakt zuverlässig vor der Infektion mit den geimpften HPV-Typen zu schützen. Auch wenn die Infektionswahrscheinlichkeit nicht gegen Null geht, bietet die Impfung doch einen Schutz in vielen Fällen. Da das Virus neben dem direkten Schleimhautkontakt beim Geschlechtsverkehr auch schon durch engen Hautkontakt übertragen werden kann, bieten auch Kondome keinen vollständigen Infektionsschutz. Die Kosten übernimmt für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren die Krankenkasse und da die Impfung von der STIKO befürwortet wird, zeigen die Kassen oft auch noch später die Bereitschaft die Impfung zu finanzieren. Dadurch, dass der verwendete Impfstoff gegen die Hauptauslöser von Gebärmutterhalskrebs wirksam ist, bietet sich in Verbindung mit regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen ein sicherer Schutz gegen die Erkrankung. Zusätzlich schützt die HPV-Impfung auch gegen Begleit- und Folgeerkrankungen der Infektion. Dies können Läsionen am Gebärmutterhals, Genitalwarzen und Vaginalkrebs sein. Psychisch entlastet eine erfolgte Impfung die Frauen, da die Besorgnis ein positives Ergebnis beim sogenannten PAP-Abstrich zu erhalten absinkt.

Bedenken gegen eine Gebärmutterhalskrebs-Impfung

Die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs ist erst seit wenigen Jahren zugelassen. Dies bedeutet gleichzeitig, dass keine Erkenntnisse über Langzeitstudien bekannt sind. Bereits seit der Einführung des Impfstoffes gibt es unter medizinischen Experten heftige Kontroversen und an der Impfung wird von mehreren Seiten Kritik geübt. Neben den hohen Kosten, die eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs in Deutschland verursacht – sie kostet hier 470€, in den USA dagegen nur umgerechnet 257€ – sind die Argumente die, dass der Impfstoff nicht ausreichend getestet wurde und die Hochrechnungen und Schätzungen bezüglich der Langzeitwirkung nicht der Realität entsprächen. Die Studien des Impfstoffherstellers seien lückenhaft und die Ergebnisse stimmten nicht mit den optimistischen Hochrechnungen überein. Quellen: 1. http://www.krebsinformationsdienst.de 2.http://www.gebaermutterhalskrebs.com 3.http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,647195,00.html 4. http://www.1a-krankenversicherung.org/nachrichten/20090422/2684/kritik-an-hpv-impfung-wissenschaftler-fuer-neue-pruefung/