Manchmal schreckt das Kind nachts aus dem Schlaf auf, schreit, schlägt um sich und ist nicht ansprechbar. Die Eltern versuchen es zu beruhigen, glauben, das Kind habe starke Schmerzen und bekommen richtiggehend Angst, dass da etwas Ernsthaftes dahinter steckt. Wenn Sie diese Dinge bei Ihrem Kind beobachten können, das Kind nicht fiebert, oder sonstige Krankheitsanzeichen hat, dann handelt es sich hier wahrscheinlich um das Phänomen „Nachtschreck“. „Pavor nocturnus“ nennt das der Experte und es trifft vor allem Kinder im Vorschul- und Grundschulalter zwischen 2 und 6 Jahren.

Nachtschreck: Ein Schreck für die Eltern

Obwohl der Nachtschreck so unheimlich ist, brauchen Eltern in der Regel keine Angst davor zu haben. Der Nachtschreck tritt vor allem vor Mitternacht auf und äußert sich meistens erst mal mit einem durchdringenden Schrei. Die Eltern sind natürlich gleich zur Stelle und stellen fest, dass das Kind nicht nur schreit, sondern außerdem um sich schlägt, nicht ansprechbar ist und auch sonst auf nichts reagiert. Der Puls ist sehr schnell, die Augen sind weit aufgerissen und ab und zu hat das Kind dabei Schweißausbrüche, oder gar eine Gänsehaut.

Besonders erschreckend ist die Tatsache, dass das Kind auf keinerlei Beruhigungsversuche der Eltern reagiert, es scheint weggetreten zu sein, beinahe in einer anderen Welt zu sein. Die Eltern sind hilflos und verzweifelt. Nach ungefähr 10 Minuten jedoch schläft das Kind erschöpft ein und am nächsten Morgen kann es sich an nichts erinnern und ist wahrscheinlich gut gelaunt wie immer. Für die Eltern ein Rätsel. Dachten Sie doch an das Schlimmste, denn so etwas haben Sie noch nie erlebt.

Was ist der Nachtschreck und was können Eltern tun?

Der Nachtschreck ist selten und kommt vermehrt bei Jungen vor. Manchmal haben Kinder nur einen einzigen Anfall. Andere hingegen öfters, manchmal täglich, oder wöchentlich. Es kann auch Jahre dauern, bis es zum nächsten Anfall kommt. Der Nachtschreck tritt vor allem im Übergang vom Tiefschlaf in die Traumphase auf. Das kleine Gehirn hat das noch nicht richtig erlernen können und kann deswegen nicht in die REM-Phase überwechseln. Die Folgen sind die bekannten Symptome, das Kind schlägt um sich, es wimmert oder schreit, wirft sich im Bettchen hin und her. Der Nachtschreck kann auch nicht mit einem Alptraum verglichen werden, denn Träume treten in der REM-Phase auf, in welches Ihr Kind ja jetzt nicht wechseln kann. Bei einem schlechten Traum braucht das Kind Ihre Anwesenheit, Ihr gutes Zureden. Kinder erinnern sich nämlich noch Nächte später an den beängstigenden Traum. Was kann man nun tun um seinem Liebling zu helfen?

Auch interessant:  Vom Ehebett zum Familienbett

Nicht sehr viel leider. Zumindest werden Sie das Kind nicht beruhigen können. Es wird nicht auf Ihr gutes Zureden hören, und es will auch nicht trinken. Fiebersaft wird auch nicht helfen, denn es ist ja nicht krank. Eigentlich ist das Kind nicht einmal wach, es schläft und hängt zwischen zwei Traumphasen fest. Achten Sie deshalb zuallererst darauf, dass sich Ihr Kind nicht verletzen kann. Polstern sie die Gitter im Bettchen mit zusätzlichen Kissen ab, schauen Sie dass das Kind nicht aus dem Bett stürzen kann. Falls es dabei läuft, sollten Sie darauf achten, dass es nirgendwo herabstürzen kann. Wenn nötig halten Sie es fest, wenn Sie bemerken es verletzt sich selber. Es ist wahrscheinlich sehr beängstigend und schmerzlich für die Eltern Ihren Schatz in diesem Zustand zu erleben und vor allem ihm nicht helfen zu können ist dabei das Schreckliche. Doch nach 10-20 Minuten sollte der Spuk vorbei sein. Ihr Kind wird wieder sanft einschlafen und sie können beruhigt sein, dass es dem Kleinen gut geht.

Am nächsten Tag erinnert sich das Kind an nichts und Sie sollten auch nicht davon sprechen. Um schon im Vorfeld den Nachtschreck abzuwenden, sollten Sie darauf achten dass ihr Kind genügend Schlaf bekommt. Außerdem sollte Ihr Kind vor dem Zubettgehen nicht aufgewühlt sein. Lassen Sie den Tag deshalb leise und ruhig ausklingen. Da der Nachtschreck meistens in der ersten Nachthälfte auftritt können Sie Ihr Kind auch nach ca. 2-3 Stunden nach dem Einschlafen einmal sanft wecken. Damit ändern Sie seine Schlafgewohnheit und der Nachtschreck hat erst mal kaum eine Chance sich in den Schlummer zu schleichen. Normalerweise ist der Nachtschreck zwar schlimm für die Eltern, aber harmlos für das Kind. Wenn das Phänomen aber noch bis in die Pubertät auftritt, oder Sie den Anschein haben, der Nachtschreck kommt zu oft, sollten Sie gegebenenfalls zum Arzt gehen, um organische Ursachen auszuschließen. Ansonsten kommt der Nachtschreck nur ein paar Mal vorbei und löst sich schon bald in Luft auf.