Neuer Test für Trisomie 21 ohne Risiken

Bisher war immer ein Risiko vorhanden, wenn die werdende Mutter ihr Ungeborenes auf Trisomie 21 testen wollte. Ab dem Frühjahr nächsten Jahres wird es einen neuen Test für Trisomie 21 geben, der das Risiko einer Fehlgeburt ausschließt.

Bluttest gibt Auskunft

Im Moment ist der Triple-Bluttest die Methode, um frühzeitig genetische Veränderungen beim Fötus festzustellen. Darunter fällt unter anderem auch Trisomie 21, das sogenannte Downsyndrom. Dabei handelt es sich um eine genetische Veränderung des Chromosoms 21, es liegt in diesem Fall dreimal vor. Der Test ist jedoch sehr ungenau. Denn aus den Blutwerten der Mutter kann lediglich eine Wahrscheinlichkeit von genetischen Veränderungen ermittelt werden. Fast die Hälfte aller Untersuchungen bringt ein falsches positives Ergebnis zum Vorschein. Für eine genauere Abklärung muss die Schwangere dann eine zusätzliche Fruchtwasseruntersuchung durchführen. Diese gibt zwar eine genaue Aussage über mögliche Krankheiten, birgt aber auch ein Risiko mit sich. Denn eine von hundert Untersuchungen führt zu einer Fehlgeburt eines vielleicht völlig gesunden Kindes – eine schwere Last für die Eltern. Ein neuer Test für Trisomie 21 gibt völlig risikofrei eine sichere Diagnose. Mit einem neuen Bluttest können zukünftig genetische Veränderungen beim Fötus festgestellt werden. DNA-Teilchen des Kindes gelangen durch die Plazenta in das Blut der Schwangeren und werden so zweifelsfrei ausgewertet. Eine weitere Fruchtwasseruntersuchung ist überflüssig. Der Bluttest beschränkt sich zunächst nur auf die Diagnose Trisomie 21. Die weiteren Tests für Trisomie 13 und 18, die bisher auch über die Fruchtwasseruntersuchungen möglich waren, sollen schon bald folgen.

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Ethische Bedenken

Der neue Test für Trisomie 21 gibt jedoch auch zu denken. Der Test kann bereits in der 10. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Das ist ein Zeitpunkt, wo die Schwangere noch keine tiefere Bindung zu dem Ungeborenen aufgebaut hat. Zudem ist die Schwangerschaft für Außenstehende noch nicht sichtbar. Die Hemmschwelle zu einem Abbruch bei vorliegender Behinderung des Babys sinkt. Behindertenverbände sprechen sich daher gegen den neuen Test aus. Sie glauben, dass der neue Test dazu führt, dass die Toleranz gegenüber Behinderten weiterhin abnimmt. Laut dem Ethik-Professor Norbert Paul liegt das Problem aber nicht in dem neuen Test für Trisomie 21. Er sieht eher das feindliche Klima in Deutschland gegenüber Kindern und Behinderten problematisch. Familien stehen einem gewaltigen gesellschaftlichen Druck gegenüber, die ein krankes Kind abtreiben möchten. Hingegen gibt der Bioethik-Experte der SPD Rene Röspel zu denken, dass bereits neunzig Prozent der Frauen abgetrieben haben, nachdem sie die Diagnose Trisomie 21 erhalten haben. Er befürchtet, dass die Untersuchung zu einer Routineuntersuchung werden könnte und die Anzahl der Abbrüche damit steige.