Schwangerschaftscholestase ist eine von vielen möglichen Komplikationen während der Schwangerschaft. Sie ist nicht häufig (in Europa leiden ein bis zwei Prozent an dieser Form der Gelbsucht) aber dennoch sollte eine werdende Mutter wissen, worum es in den Grundzügen geht.

Wie kommt es zur Schwangerschaftscholestase?

Schwangerschaftscholestase ist eine Funktionsstörung in der Leber, die zu einem Ikterus – einer Gelbsucht – führen kann. Die Cholestase macht sich bemerkbar durch einen Juckreiz an Händen und Füßen, der sich möglicherweise ausbreiten kann. Dies führt besonders in der Nacht zu Problemen wie Schlafstörungen.

Bei fortgeschrittener Schwangerschaftscholestase kann es zur Gelbsucht kommen. Zuerst färbt sich das Weiße des Auges gelb und anschließend wird die gesamte Haut gelb. Das hat seine Ursache in der Gallensäure, die in der Haut und auch in der Sklera des Auges eingelagert werden und auf diese Weise eine Gelbfärbung verursachen.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte ein Arzt aufgesucht werden, der anhand von Blut-und Urinuntersuchungen eine Gelbsucht nachweisen und behandeln kann.

Es ist nicht vollständig geklärt, was eine Schwangerschaftsgelbsucht auslöst. Fakt ist auf jeden Fall, dass in der Leber Galle gebildet wird, die in den Darm fließt und bei der Verdauung hilft. Bei einer Erkrankung ist der Abfluss der Galle in den Darm gestört. Grund können Gallensteine, ein verschlossener Gallengang oder anderes sein. Auch die Schwangerschaftshormone werden als Grund für die Krankheit in Betracht gezogen.

Das Hämoglobin des Blutes wird in der Leber zu Bilirubin abgebaut und in der Galle gegeben. Diese gelangt in den Darm und schließlich wird das Bilirubin über den Urin ausgeschieden.
Bei einer Cholestase gelangt die Galle nicht in den Darm und das Bilirubin sorgt für die Gelbfärbung von Körperstellen.

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Eine Schwangerschaftscholestase kann aufgrund verschiedener medizinischer Aspekte zu Leberversagen der Mutter und zu schaden für das Ungeborene führen. Sogar eine Totgeburt ist unter Umständen möglich. Auch aus diesen Gründen ist das Aufsuchen eines Arztes unerlässlich.

Neben der Therapie des Arztes kann die werdende Mutter nicht viel machen, außer die Symptome zu bekämpfen: es ist möglich die wunden Stellen einzucremen und weite, bequeme Kleidung anzuziehen.
Auf diese Weise und mit der medizinischen Therapie des Arztes sollte sich die Cholestase in den Griff kriegen lassen, ohne dem Kind zu schaden.