Eine andere Infektion, die im Zusammenhang mit dem Stillen auftreten kann, ist Soor: Dabei handelt es sich um eine Pilzinfektion. Soor ist zwar keine gefährliche Erkrankung, aber dennoch sehr lästig und mitunter hartnäckig. Ein Arzt muss unbedingt aufgesucht werden, damit sowohl Mutter als auch Kind medizinisch behandelt werden können. Soor beim Baby im Windel- und/oder Mundbereich auf, während bei der Mutter die Brustwarzen und der Warzenvorhof betroffen sein können.

Soor beim Baby: Die Symptome

Beim Baby kann man Soor anhand von weißen Pünktchen und Stellen im Mund, auf den Innenseiten der Wangen sowie auf der Zunge feststellen. Es ist kennzeichnend, dass sich diese nicht wegwischen lassen. Es ist auch möglich, dass Soor nur oder zusätzlich im Windelbereich in Form von einzelnen, weißen erhabenen Herden auftritt.

Durch das Stillen kann die Mutter mit Soor infiziert werden: Die Brustwarzen fühlen sich wund an, können aber auch rissig oder schuppig sein, oft ist ein Jucken zu verspüren und mitunter weisen die Brustwarzen einen weißlichen Belag auf. Zu Beginn der Infektion sind die Brustwarzen und der Brustwarzenvorhof etwas glänzend, später verfärben sie sich pink oder wirken stark gerötet und glänzend. Manche Frauen klagen über stechende Schmerzen während dem Stillen, oder auch danach. Manchmal kann gleichzeitig eine Pilzinfektion der Scheide auftreten.

Soor: Behandlung

Sobald die ersten Symptome festgestellt werden, sollte man sofort einen Arzt aufsuchen. Dieser verschreibt eine Anti-Pilz-Salbe, wichtig ist, dass Mutter (Brustwarzen, Warzenvorhof) und Baby (Mund) stets gleichzeitig behandelt werden, damit es nicht wieder zu einer gegenseitigen Neuansteckung kommt. Vor allem, wenn Soor beim Baby nur im Windelbereich auftritt, muss der Mund des Kindes regelmäßig kontrolliert werden, damit die richtigen Maßnahmen gesetzt werden können:

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Soor beim Baby: Neuansteckung vermeiden

Hygiene ist das A und O: Waschen Sie vor und nach jedem Stillen oder Windelwechseln die Hände gründlich mit Seife.

Nehmen Sie kein gemeinsames Bad mit dem Baby, da das Risiko einer gegenseitigen Ansteckung sehr hoch ist.

Verwendete Sauger, Beißringe oder Schnuller täglich ca. 20 Minuten auskochen.

Ihre Unterwäsche, sowie die Wäsche des Babys mit 90° waschen.

Sie können ihr Baby weiterstillen. Halten Sie die Brust trocken, da Pilze ein feuchtes Klima bevorzugen. Wechseln Sie regelmäßig die Stilleinlagen. Um die Ansteckungsgefahr so niedrig wie möglich zu halten empfehlen während dieser Zeit Wegwerf-Stilleinlagen.

Waschen Sie nach dem Stillen die Brustwarzen mit Wasser gründlich ab und trocknen Sie diese sehr sorgfältig ab.

Schmerzen die Brustwarzen während des Stillens, legen Sie ihr Baby zuerst an die weniger schmerzende Brust an. Stillen Sie kürzer, aber dafür häufiger.

Muttermilch kann abgepumpt und gefüttert werden. Während der Soor-Infektion abgepumpte Muttermilch nicht einfrieren! Soor-Pilze werden in der Kälte lediglich inaktiv, aber nicht abgetötet. Wichtig: Kochen Sie die Milchpumpe und das Zubehör nach Gebrauch aus!

Die Therapie mit der rezeptpflichtigen Anti-Pilz-Salbe muss zwei Wochen lang erfolgen, auch wenn keine Symptome mehr festzustellen sind. Die Salbe wird dabei mit Hilfe eines Wattestäbchens im Mund des Babys und auf der Brust der Mutter aufgetragen. Bei einer leichten Pilzerkrankung vermindern sich die Beschwerden oft schon innerhalb von 48 Stunden, bei schwerem/hartnäckigem Pilzbefall kann es auch drei bis fünf Tage dauern, bis eine Besserung eintritt.

Soor beim Baby: Achtung Ansteckungsgefahr für die ganze Familie

Zudem können sich auch Männer beim Geschlechtsverkehr mit der Frau mit Soor anstecken und auch hier kann es zu einer ständigen Neuansteckung kommen, ebenso können sich Babys gegenseitig infizieren, wenn gemeinsam verwendetes Spielzeug in Kontakt mit dem Mund kommt, dasselbe gilt auch für das Tandemstillen.