Dies geschieht fast immer im Nervensystem des Kindes. Plötzlich ist das kindliche Nervensystem in der Lage, mehr Dinge zu leisten. Das Kind kann etwas, was vorher noch unmöglich war.

Wachstumsschübe beim Baby: Alles was Sie wissen müssen

Dies beginnt mit der Wahrnehmung und erweitert sich später auf die Fähigkeit den Körper genauer zu steuern und zu kontrollieren – Lernprozesse passieren. Für das Baby ist dies ein großer Sprung, den es in der Regel nicht so ohne Weiteres wegsteckt. Es ist überfordert, weint und ist unzufrieden, weil es nicht versteht, was da passiert ist.

Anzeichen und Dauer eines Wachstumsschubes

Hat das Baby einen dieser Schübe, braucht es in dieser Zeit mehr Aufmerksamkeit, will manchmal mehr essen oder gar nicht, und braucht einfach die körperliche Nähe der Mutter, weil dies ihm Sicherheit gibt und es beruhigt. Auch kann es sein, dass das Kind in dieser für es schweren Zeit einfach weniger schläft und ständig weint, weil es die neuen Eindrücke oder Fähigkeiten nicht so leicht verarbeiten kann.

Gleichzeitig steigt der Nahrungsbedarf des Kindes an. Wird es noch gestillt, wird der gesteigerte Bedarf durch vermehrtes Anlegen reguliert. Viele stillende Mütter miss-interpretieren das viele Weinen ihres Kindes als ein Zeichen, dass diese von der Muttermilch nicht mehr satt werden und beginnen mit dem Zufüttern. Aber: Es ist kein Grund das Kind abzustillen. Schon nach kurzer Zeit hat die mütterliche Brust sich an den gesteigerten Bedarf gewöhnt und produziert mehr Milch.

Normalerweise dauert solch ein Schub ungefähr eine Woche an. Danach hat das Baby gelernt, mit seinen neuen Fähigkeiten klarzukommen. Es folgt eine ruhigere Phase, in der das Baby zufriedener ist, weil es nun die neuen Fähigkeiten ausprobiert und mit deren Hilfe alleine die Welt ein Stück weiter erobern kann.

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Wann ist mit den Wachstumsschüben zu rechnen?

In der Regel finden diese Wachstumsschübe bei allen Babys im gleichen Alter statt. Abweichungen finden sich nur bei Frühgeborenen oder bei denen, die erst weit nach dem errechneten Temin geboren wurden.

Ist das Kind beispielsweise 4 Wochen zu früh geboren, kann davon ausgegangen werden, dass der Wachstumsschub erst 4 Wochen später stattfindet, als bei gleichaltrigen Kindern die zum ET geboren sind. Kinder, die zwei Wochen zu spät geboren sind, erfahren diese Schübe bereits zwei Wochen vor gleichalten.

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In der Regel finden in den ersten 14 Monaten acht solcher Wachstumsschübe statt. Sie laufen, zumindest, was das Verhalten der Babys angeht, immer gleich ab.

Es ist unzufrieden, weint viel, braucht intensiven Körperkontakt und schläft wenig. Leidglich die Länge der einzelnen „Gewöhnungsprozesse“ kann etwas variieren.

Im Alter von 5, 8, 12, 19, 26, 37, 46 und 55 Wochen macht das Kind einen Wachstumsschub durch, der je nach Intensität des Schubes von wenigen Tagen bis hin zu 4 Wochen dauern kann.

Es ist unzufrieden, weint viel, braucht intensiven Körperkontakt und schläft wenig. Leidglich die Länge der einzelnen „Gewöhnungsprozesse“ kann etwas variieren. Im Alter von 5, 8, 12, 19, 26, 37, 46 und 55 Wochen macht das Kind einen Wachstumsschub durch, der je nach Intensität des Schubes von wenigen Tagen bis hin zu 4 Wochen dauern kann.

Wachsstumschub Babys
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Was passiert bei einem Wachstumsschub?

Bei den ersten Wachstumsschüben geht es fast immer um die Sinneswahrnehmungen. Zum Beispiel kann das Baby plötzlich scharf sehen, es kann mit seinen Augen etwas fokussieren. War die Welt für es vorher immer nur ein unscharfes, buntes Etwas, kann es plötzlich Dinge scharf sehen und genaue Umrisse und Formen erkennen. Dies mag das Kind im ersten Moment erschrecken, ihm vielleicht sogar Angst machen.

Und genau das ist die Zeit, in der das Kind unzufrieden scheint, vielleicht sogar extrem fremdelt. Aber sobald das Kind sich an diese neuen Eindrücke gewöhnt hat, genießt es diese sogar. Es probiert aus, lernt die Welt mit den neuen Möglichkeiten kennen und ist deswegen sehr mit sich selbst beschäftigt – es ist einfach zufriedener und kann sich gut selbst beschäftigen.

Bis es aber so weit ist, dass es sich an die neuen Fähigkeiten gewöhnt hat, sollte es von seiner Mutter viel Nähe bekommen. Denn der Geruch der Mutter gibt Sicherheit. Das Baby möchte vielleicht intensiver am Schnuller oder am Finger nuckeln, weil dies ihm ein Gefühl von Sicherheit gibt. Vielleicht möchte es in dieser Zeit aber auch gerade nicht nuckeln, sondern ist einfach nur überfordert und weint.

Junge Eltern sollten bei solch einem Schub immer daran denken: Wenn der Wachstumsschub überstanden ist, wird das Baby ruhiger und auch wieder zufriedener. Es gönnt seinen Eltern dann eine Pause bis zum nächsten Schub.

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