Manche Gerüche sind zum Davonlaufen bestialisch, andere hingegen zum Dahinschmelzen schön. Es riecht nach leckerem Essen, nach Omas frisch gebackenem Apfelkuchen, nach Frühling, nach Urlaub am Meer, nach Weihnachten. Beim Tanken dagegen reizt der Geruch von Benzin die Nase, die öffentliche Toilette hingegen oft genug den Magen, und der Geruch von Feuer versetzt Nase und Gehirn in Alarmbereitschaft. Angenehme Düfte verbinden sich sehr schnell mit angenehmen Erinnerungen, die wir wieder und wieder genießen, wohingegen wir um die schlechten schon aus sicherer Entfernung einen hohen Bogen machen. Was viele jedoch vergessen und was ihnen spätestens dann wieder ins Gedächtnis gerufen wird, wenn die Nase mal wieder zu sitzt und wegen eines hartnäckigen Schnupfens komplett außer Gefecht gesetzt ist, ist, dass das Riechen und das Schmecken unmittelbar miteinander verbunden sind. Denn wer nichts riechen kann, dem schmeckt auch nichts. Deshalb eignen sich gerade Lebensmittel, Gewürze und Kräuter für eine Vielzahl an Spielereien, um den Geruchssinn Ihres Kindes zu fördern. Auch, wenn man normalerweise ja eigentlich mit Essen nicht spielen soll.

Dich erkenne ich an Deinem Geruch

Beim Spiel “Dich erkenne ich an Deinem Geruch“ soll Ihr Kind mit verbundenen oder einfach nur geschlossenen Augen verschiedene Düfte erkennen und voneinander unterscheiden lernen. Deshalb darf es die einzelnen Duft-Gegenstände auch nicht anfassen oder ertasten. Entsprechend müssen Sie ihm diese anreichen bzw. unter die Nase halten. Die Küche bietet dafür eine Vielzahl an Möglichkeiten. Denn von stark riechenden Gewürzen wie Nelke, Pfeffer und Zimt über Kräuter wie Kamille, Pfefferminz, Basilikum und Zitronenmelisse bis hin zu Kaffee, Käse, Wurst, Brot, Zwiebeln und verschiedenen Obstsorten ist hier alles erlaubt. Daneben bietet auch der Rest Ihres Haushaltes bestimmt noch attraktive Geruchsquellen, die für uns Erwachsene mittlerweile schon selbstverständlich sind, für Ihr Kind hingegen noch nicht. Dazu gehören Seifen, Waschmittel und Weichspüler ebenso wie Blumen, Parfüms und alles, was Ihnen sonst noch so einfällt. Achten Sie jedoch darauf, dass die Dinge, die Ihr Kind erraten soll, einen eindeutigen Geruch haben, der sich nicht mit anderen Gerüchen vermischt. Ob der Duft dabei sehr intensiv oder nur schwach ist, ist für das Spiel allerdings unerheblich, sofern Sie Ihrem Kind zwischendurch immer mal wieder kleine eine Ruhepause gönnen, um den vorherigen Geruch buchstäblich wieder aus der Nase zu bekommen. Mit diesem einfachen Spiel wird der Geruchssinn Ihres Kindes auf simpelste Weise, aber optimal geschult und gefördert.

Dem Duft ganz dicht auf den Fersen

Kennen Sie das: Sie kommen in der Vorweihnachtszeit in eine Wohnung, die herrlich nach Vanille, Zimt oder gerösteten Orangenschalen riecht, wobei die eigentliche Duftquelle aber erst einmal überhaupt nicht zu erkennen ist? So ist auch das Spiel “Dem Duft ganz dicht auf den Fersen“ aufgebaut. Dafür müssen Sie sich nur eine Aroma-Quelle besorgen, die intensiv einen wohltuenden Geruch in Ihrer eigenen Wohnung verströmt. Das kann eine Duftlampe sein, die mit einem starken Duft-Öl befüllt ist, ein Raum-Deo, das in regelmäßigen Intervallen automatisch und von selbst sprüht, ein Parfüm, von dem Sie einige wertvolle Tropfen in eine offene Schale getröpfelt haben, oder eben auch auf dem Herd geröstete Orangenschalen, die nun als duftendes Deko-Element mit einer Kerze zusammen auf dem Sideboard arrangiert sind. Für Ihr Kind heißt es dann, sich mit seiner kleinen Spürnase auf die Suche zu begeben, um die Duftfährte aufzunehmen und ihrer Quelle auf die Spur zu kommen. Das funktioniert gleichermaßen mit offenen Augen und in aufrechter Position, macht aber mit Sicherheit mehr Spaß, wenn die Augen geschlossen werden und sich Ihr Kind wie ein richtiger kleiner Spürhund auf allen Vieren durch die Wohnung schnüffelt.

Such, kleine Schnüffelnase

Für das Spiel “Such, kleine Schnüffelnase“ wird Ihr Kind zum emsigen Spürhund in seinem eigenen Kinderzimmer, in Wohnzimmer oder auch in der Küche. Denn bei diesem Spiel werden Papier- oder Stofftaschentücher (ohne Eigengeruch) mit intensiven Gerüchen befüllt. Dafür eigenen sich Gewürze oder Kräuter wie Kamille, Pfefferminze, Muskat, Zimt, Vanille, oder Pfeffer, aber auch andere, die stark riechen und in ein Taschentuch gefüllt werden können. Befüllen Sie immer zwei Taschentücher paarweise und binden Sie dann die einzelnen Tücher mittels eines Bändchens zu einem kleinen Paket oder Beutel zusammen. Alle kleinen Duftpakete werden anschließend gut durchgemischt und auf dem Boden verteilt bzw. mit gebührendem Abstand verstreut. Als Aufforderung, seine Spürnase einzusetzen, halten Sie nun Ihrer kleinen Schnüffelnase einfach ein x-beliebiges Duftpäckchen unter die Nase, damit es dieses erschnüffeln und sich einprägen kann und zu dem es nun das passende Gegenstück finden muss. Ein einfaches und sehr sinnliches Spiel, das nicht nur den Geruchssinn fördert, sondern Kindern vor allem auch deshalb so viel Spaß macht, da sie in die Rolle eines kleinen Spür- oder Suchhundes schlüpfen und über den Boden krabbeln können. Mama oder Papa schlüpfen natürlich ebenfalls in neue Rollen, denn sie werden ganz automatisch zu Herrchen oder Frauchen des kleinen Hündchens. Als Memory-Variante funktioniert dieses Schnupper-Spiel natürlich auch. Anstelle von Taschentüchern können Sie dafür kleine Behälter wie leere Filmdosen, kleine Cremetöpfchen oder auch Überraschungseier benutzen. Überflüssig zu erwähnen, dass jedoch alle Behälter vom Aussehen her identisch sein sollten. Diese werden ebenfalls paarweise mit intensiven Duftstoffen befüllt und gegebenenfalls, sofern möglich, innerhalb ihres Deckels mit kleinen Löchern mittels einer Stecknadel versehen, damit der Duft auch ausströmen und dementsprechend wahrgenommen werden kann. Und schon haben Sie ein eigenes Geruchs-Memory, das Sie mit Ihrem Kind alleine, aber auch als Spiel mit der gesamten Familie oder auf einem Kindergeburtstag spielen können.

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Dufträume entdecken

Bei Tchibo riecht es herrlich nach frischem Kaffee, auf dem Wochenmarkt an einigen Ständen intensiv nach Fisch, an anderen nach Käse, und wieder andere lassen einem einen frischen Blumenduft entgegenwehen. Die chemische Reinigung besitzt ebenfalls einen ganz eigenen Geruch, genauso wie die Wohnung von Oma und Opa. Deshalb: Nehmen Sie sich an und ab ein wenig Zeit, mit Ihrem Kind gemeinsam solche Dufträume zu entdecken und erkunden Sie diese intensiv. So können Sie auf dem Wochenmarkt beispielsweise an verschiedenen Obst- und Gemüsesorten schnuppern, oder aber am Käse oder Wurststand ganz viele unterschiedliche Sorten Käse oder Wurst kaufen, um diese dann in aller Ruhe zu Hause mit Ihrem Kind zusammen dem ultimativen Geruchs- und Geschmackssinn zu unterziehen. Vielleicht kaufen Sie ja sogar einmal Käse- oder Wurstaufschnitt, den Sie selbst noch nie zuvor probiert haben und tauchen gemeinsam mit Sohn oder Töchterchen in die intensive und so oft vernachlässigte Welt von neuen Geruch und unentdecktem Geschmack ein.

Willkommen im Kräutergarten

Sofern Sie die Möglichkeit haben, richten Sie Ihrem Kind einen eigenen kleinen Kräuter- und Gemüsegarten ein. Das kann ein Stück Fensterbank in der Küche oder nach Belieben auch im Kinderzimmer sein, ein Stück Beet im Garten oder ein kleines Fleckchen auf Balkon oder Terrasse. Denn die Pflege verleitet auch dazu, nicht nur den Fortschritt des Wachstums, sondern auch die Wahrnehmung der Gerüche zu fördern. Helfen Sie Ihrem Kind dabei, die unterschiedlichen Düfte intensiv wahrzunehmen, beispielsweise, indem Sie mit ihm gemeinsam einzelne Blätter in der Hand zerreiben, um ausgiebig die Duftentfaltung und die eigentümlichen Gerüche zu entdecken. Wer keinen grünen Daumen oder eben weder Balkon noch Terrasse hat, kann sich mit regelmäßigen Spaziergängen im Wald behelfen. Denn auch hier riechen die Blätter der verschiedenen Bäume und Sträucher, wenn man sie abpflückt und in den Händen zerreibt, oftmals unverkennbar. Achten Sie nur darauf, dass Sie Brennnessel bei Ihren Versuchen aussparen.

Früchte-Tiere

Spätestens im Herbst, wenn wieder Kastanien, Eicheln und Nüsse gesammelt werden, um daraus lustige kleine Tiere zu basteln, ist es auch Zeit für einen oder mehrere Zitronen-Igel. Denn die sind nicht nur schnell und einfach gezaubert, sondern kriechen einem auch buchstäblich durch ihren Geruch in die Nase. Während für das Gesicht zwei Stecknadeln als Augen eingesetzt werden, und Zahnstocher oder Streichhölzer für die Beine, werden die Stacheln des Zitronen-Igels ausschließlich aus Gewürznelken gemacht. Diese einfach von Ihrem Kind bis auf die Unterseite der Zitrone, die für einen freien Igel-Bauch ausgespart werden muss, in die Zitrone spicken lassen! Schon haben Sie gemeinsam einen oder mehrere Zitronen-Igel gebastelt, für die jetzt nur noch ein dekorativer Platz gesucht werden muss. Diese kleine Bastelkunst eignet sich natürlich auch hervorragend als Mitbringsel für Oma und Opa, die Tagesmutter, den Babysitter oder wem auch immer Sie und Ihr Kind mal wieder eine kleine Freude machen möchten.

Ich kann Dich gut riechen, kleiner Nachtfalter

Das Sprichwort “Jemanden gut riechen können“ kommt nicht von ungefähr. Vor allem in der Tierwelt finden Männchen und Weibchen vor allem über den Geruch zusammen. Deshalb geht es beim Spiel “Ich kann Dich gut riechen, kleiner Nachtfalter“ ebenfalls darum, den richtigen Partner zu finden und ist besonders gut für Kindergeburtstage geeignet, da mindestens sechs Kinder daran teilnehmen sollten. Die Kinder werden in zwei Gruppen eingeteilt: in Nachtfalter-Männchen und Nachtfalter-Weibchen. Die Nachtfalterweibchen bekommen jeweils unterschiedliche Duftöle oder Parfüms, mit denen sie sich einreiben, um sich dann zu verstecken – allerdings nicht allzu weit entfernt, damit ihre Fährte von den Männchen noch aufgenommen werden kann. Zur Fährtenaufnahmen bekommen die Männchen jeweils eine Duftprobe auf einem Wattebausch oder wie in der Parfümerie auf einem Duftplättchen, das Ihnen zeigt, wie das für sie richtige Weibchen riecht. Und genau das gilt es jetzt zu finden: Das richtige Weibchen mit dem richtigen Duft. Wer zuerst sein passendes Gegenstück gefunden hat, hat gewonnen und erhält natürlich eine kleine Belohnung.

Extra-Tipp für ältere Kinder

Den Geruchssinn älterer Kinder kann man zudem mit abwechslungsreichen Schaumbädern weiter fördern, anhand derer sie gleichzeitig herausfinden können, wie die verschiedenen Düfte auf das allgemeine Wohlbefinden wirken. Und Sie finden ganz nebenbei heraus, welches die Lieblingsdüfte Ihres Kindes sind. Gleiches gilt für Duftkerzen oder Duftlichter, die sie allerdings nur unter Aufsicht brennen lassen sollten. Für Mädchen, die sich ihr erstes oder einfach mal wieder ein neues Parfüm wünschen, ist es eine besondere Idee, dieses gemeinsam und ganz individuell herzustellen. Dafür gibt es in gut sortierten Parfümerien, vor allem in solchen, die auch oder ausschließlich Naturkosmetik vertreiben, verschiedene Duftsets.