Letztes Update: 25.03.2019

Geburtstagspartys waren gestern, heute gibt es Windpocken-Partys. Bunte Luftballons, schillernde Girlanden, süße Muffins, leckere Törtchen, Geschenke für das Windpocken-Kind. Natürlich, aber auch attraktive kleine Aufmerksamkeiten für die zwar noch gesunden, aber schon bald kranken Gäste.

Wer eine Windpocken-Party plant, muss diese wahrscheinlich noch spannender ausgestalten als den wichtigsten Kindergeburtstag. Denn wer lässt sich schon freiwillig mit den Windpocken anstecken?Trotzdem sind Windpocken-Partys wieder in Mode gekommen.

Wer jetzt denkt, dass hier für windpockengeplagte Kids, eine bunte Party geschmissen wird, die ihnen die Isolationshaft ein wenig verkürzt und sie einige Stunden vom Dauer-Juckreiz ablenkt, der irrt. 

Windpocken-Partys dienen ausschließlich der Ansteckung ungeimpfter Kinder mit der typischen und oftmals als ungefährlich deklarierten Kinderkrankheit. Und dabei werden manche Eltern richtig kreativ, um sicher zu stellen, dass die Ansteckung auch klappt: So werden Dauerlutscher weitergereicht, Becher, Gläser und Besteck geteilt, ein Luftballon gemeinsam aufgeblasen oder auch Spiele mit ein und derselben Trillerpfeife veranstaltet.

Dass auch Windpocken potentiell gefährlich verlaufen können, wird dabei zumeist verschwiegen. Wieso sollte es auch das eigene Kind treffen?

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Die Windpocken aus medizinischer Sicht

Dennoch gehen viele Mediziner und damit auch viele Eltern davon aus, dass die Windpocken umso harmloser verlaufen, je jünger das Kind ist. Viele, die ihr Kind nicht geimpft haben, wünschen sich deshalb, dass ihr Kind diese Kinderkrankheit am besten noch vor seiner Einschulung bereits hinter sich hat.

Die Inkubationszeit beträgt bei Windpocken zwei bis drei Wochen. Erst danach bricht die Krankheit richtig aus und setzt die kleinen Patienten zumeist für eine Woche außer Gefecht. Denn die Pusteln lösen einen hohen Juckreiz aus, können mit Fieber einhergehen und den Kindern teilweise auch das Essen verleiden, wenn sie auf Grund der Pusteln im Rachen nicht richtig schlucken können.

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Ja, Windpocken sind oft – aber eben nicht immer – harmlos, aber dafür auch gerade für das Kind äußerst anstrengend.

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Windpocken-Partys sind nicht nur umstritten, sondern auch gesetzeswidrig

Ein Kind absichtlich mit den Windpocken anstecken zu lassen, es also mit einer Krankheit vorsätzlich zu infizieren, gilt als Körperverletzung. Um es eindeutig auszudrücken: Nach § 223 des Strafgesetzbuches erfüllt dies den Straftatbestand einer Körperverletzung.

Derjenige, der eine so genannte Windpocken-Party veranstaltet und auch diejenigen, die daran wissentlich teilnehmen, machen sich der vorsätzlichen Körperverletzung eines Kindes strafbar. Und genau das kann bis zu fünf Jahre Gefängnis nach sich ziehen. Auf Seiten der Mediziner lehnen die meisten von ihnen folgerichtig eine absichtliche Ansteckung mit den Windpocken rigoros ab. Dennoch gibt es auch hier einige Kinderärzte, die in den Windpocken-Parties keinerlei Gefährdung für das Kind sehen.

Foto © Syda Productions Adobe Stock

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Letzte Aktualisierung am 13.07.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API