Seit 2012 können sich werdende Mütter auf Schwangerschaftsdiabetes untersuchen lassen, ohne dafür die Kosten selbst zu tragen. Der Zuckertest in der Schwangerschaft wird auch Glukosetoleranztest, Zuckerbelastungstest oder kurz oGTT genannt.

Unerkannte Schwangerschaftsdiabetes: Gefahr für Mutter und Kind

Die Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes ist eine Störung des Zuckerstoffwechsels. Besonders gefährdet sind Schwangere über 30 Jahre, übergewichtige Schwangere und Frauen mit genetischer Vorbelastung. Aber auch wer nicht zu der Risikogruppe gehört, kann an der Stoffwechselstörung erkranken.

Rund ein Viertel aller Schwangeren erkranken an dem Gestationsdiabetes. Bluthochdruck und eine Schwangerschaftsvergiftung sind mögliche Folgen der Erkrankung. Aber auch das Kind ist gefährdet, denn wird ein Diabetes nicht behandelt, steigt das Risiko einer Frühgeburt.

Ebenso besteht für die Mutter das Risiko auch nach der Geburt an Diabetes zu erkranken. Alle diese Risiken können mit dem Zuckertest in der Schwangerschaft erkannt und entsprechend frühzeitig behandelt werden.

Anspruch auf Schwangerschaftsdiabetes-Screening

Die Stoffwechselstörung bemerken die meisten Mütter nicht, da sie keine Beschwerden hervorruft. Deshalb ist es so wichtig den Zuckertest in der Schwangerschaft durchzuführen, um erhöhte Blutzuckerwerte frühzeitig zu erkennen. Der Harnzuckertest ist sehr unzuverlässig. In den meisten Fällen erkennt er die Erkrankung nicht. Alternativ wird der orale Glukosetoleranztest eingesetzt. Dieser Zuckertest in der Schwangerschaft ist wesentlich zuverlässiger, aber auch aufwändiger und teurer.

Alle werdenden Mütter haben Anspruch auf das Schwangerschaftsdiabetes-Screening. Der Zuckertest in der Schwangerschaft ist keine Pflichtuntersuchung, jedoch die einzige zuverlässige Möglichkeit einen beginnenden Schwangerschaftsdiabetes zu erkennen. Die Kosten für den Zuckertest in der Schwangerschaft werden von den Krankenkassen übernommen.

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Zuckertest in der Schwangerschaft: Zeitpunkt und Ablauf

Der Glukosetoleranztest erfolt in zwei Stufen:

Der Vortest: Zeitpunkt

Durchführung vor der 25. Schwangerschaftswoche: Werdende Mütter mit erhöhtem Diabetes Risiko. Zur Risikogruppe zählen Schwangere mit Übergewicht, familiäre Veranlagung, Spätgebärende (ab 45 Jahren) , Diabetes bei vorangegangenen Schwangerschaften und das Geburtsgewicht eines Geschwisterkindes über 4,5kg.

Durchführung ab der 25. bis 28. Schwangerschaftswoche: Schwangere die nicht zur Risikogruppe zählen

Der Vortest: Ablauf

Es ist nicht notwendig, daß Sie vor dem Zuckertest nüchtern bleiben. Haben Sie bereits etwas gegessen, hat das keinen Einfluß auf das Testergebnis. Ihr Arzt wird Ihnen 50g Glukoselösung zum trinken geben. Nach etwa einer Stunde Wartezeit erfolgt eine Blutentnahme um den Blutzuckerwert zu bestimmen. Bei unauffälligem Befund ist der Test abgeschlossen.

Der Glukosetoleranztest: Zeitpunkt

Sind die Blutzuckerwerte des vorangegangenen Vortests auffällig, wird zeitnah der Glukosetoleranztest durchgeführt.

Der Glukosetoleranztest: Ablauf

Im Unterschied zum Vortest muss der Glukosetoleranztest nüchtern durchgeführt werden. Das bedeutet, dass Sie mindesten acht Stunden vor der Untersuchung nichts mehr essen dürfen.

Diesmal erhalten Sie 75g Glukoselösung. Nach einer Wartezeit von jeweils einer und nach zwei Stunden wird Ihnen Blut aus der Armvene entnommen.

Werden auch bei diesem Test die erhöhten Blutzuckerwerte festgestellt, lautet die Diagnose: Schwangerschaftsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes: Gute Chancen auf Heilung

Frauen, bei denen Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert wurde, müssen nur ein paar einfache Grundregeln beachten. Sie sollten ihren Ernährungsplan umstellen und sich viel aktiv bewegen. Das hilft meistens schon, damit sich die Zuckerwerte normalisieren. In wenigen Fällen ist es erforderlich, das sich die Frauen in der Schwangerschaft Insulin spritzen.