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Der runde Bauch, der verrät, dass bald der lang ersehnte Nachwuchs zu Welt kommt, das erste Lächeln des Baby, seine schlummernde Schnute im Schlaf, seine kleine Händchen, die zum ersten Mal fest zugreifen – magische Momente, die man um jedes Preis festhalten möchte, und sei es auch “nur“ in einem Bild. Wer könnte Ihnen und uns die Tipps und Tricks, wie das funktioniert, besser verraten als Kati Korzus, die Fotografin, die kleine und große Wonneproppen so unverwechselbar magisch in Szene setzen kann, wie kaum ein anderer.

Was ist das Besondere an der Arbeit mit Schwangeren, Babys und Kleinkindern?

Die Arbeit mit Ihnen. Ich liebe meinen Job genau aus diesem Grund. Lerne bei jedem Shooting immer wieder neue Menschen kennen. Schwangere, mit Ihrer Magie und Vorfreude auf das Ungeborene. Die kleinen Neugeborene, die noch so neu riechen und etwas engelhaft Unschuldiges an sich haben. Babys, die langsam ihre Welt entdecken und Kinder, die mich in Ihre Welt mit eintauchen lassen. All das ist das Besondere – und auch der Grund, warum ich mache, was ich mache.

Wo liegen die Herausforderungen des Fotografierens bei werdenden Müttern? Bei Säuglingen? Bei kleinen Kindern?

Die Herausforderung liegt darin, die Charaktere so einzufangen, auf einem Foto festzuhalten, wie sie sind. Bei Schwangeren ist das leichter – bei Babys und Kindern schon wirklich schwieriger. Ihre Natürlichkeit einzufangen, ist gar nicht so einfach. Für mich ist es immer wieder wunderschön, wenn am Ende die Kunden zu mir sagen, das ich ihre Kinder genauso festgehalten habe, wie sie sind. Das ist ein Kompliment, was mir sehr viel bedeutet. Zeit, das ist der Schlüssel – ich darf keinen Stress aufkommen lassen. Daher gibt es immer nur einen Termin am Tag, wo ich mir ganz viel Zeit nehmen kann.

Welches ist die richtige Atmosphäre, um ein Baby oder ein Kleinkind zu fotografieren?

Eine ganz natürliche Atmosphäre. Bei Neugeborenen und Babys sollte möglichst alles beim Alten bleiben. Sie mögen keine großen Veränderungen. Wenn sie sich wohlfühlen, dann sind sie zufrieden. Satte und schlafende Neugeborene, die lassen sich am besten fotografieren. Babys, die gerade die Welt entdecken, sind dankbare Motive. Kinder, die spielen, toben, lesen, butteln, planschen oder total kaputt auf der Couch sich ausruhen – bieten ganz viele Motive, für wunderschöne Fotos. Solange sich alle wohl fühlen, kann nichts schief gehen.

Welche Momente sollte man auf jeden Fall als Erinnerung festhalten bzw. welches sind die beliebtesten?

Alle Momente, die einem wichtig sind. Situationen, die typisch für das Kind sind. Erinnerungen, die man schaffen möchte. Das sind ganz individuell wichtige Momente, die man einfach festhalten muss. Auch hier gibt es keine Richtlinien.

Müssen Kinder beim Fotografieren stillhalten bzw. in Szene gesetzt werden?

Nein, überhaupt nicht. Wenn man seine Kinder natürlich fotografieren will, dann möchte man doch den Moment festhalten, so wie sie sind. Kinder leben! Und so sollte man auch die Kleinen fotografieren …. Lebendig!

Wie kann ich, wenn ich ein besonderes Foto haben möchte, mein Baby am besten in Szene setzen?

Muss man ein Baby in Szene setzen? Nein! Einem schlafenden Baby kann man doch stundenlang zuschauen. Warum diesen Moment nicht nutzen, um schöne Fotos entstehen zu lassen. Auf den Boden einfach ein dickes Kissen, Stillkissen oder auch ein Sitzsack legen, darüber dann die einfarbige Decke dekorieren und darauf das Baby legen. Besonders schön sieht es aus, wenn man das Kleine auf den Bauch legt und den Kopf auf die Händchen. Babys, die dabei leicht unruhig werden, kann man vorher in eine Babydecke einpucken. So hat man einen ganz harmonischen Hintergrund geschaffen durch die Decke und einen ruhigen Moment vom Baby erwischt. Das sind ganz klassische und echte Szenen im Leben eines Babys, was man festhalten kann.

Wie kann man einfach und unkompliziert besondere Licht- oder Farbeffekte zaubern?

Dank der modernen digitalen Fotografie kann jeder heute seine Bilder noch nachbearbeiten. Man kann einige separat angebotene Bildbearbeitungsprogramme verwenden, oder aber auch die Software, die für jede Camera heutzutage mitgeliefert wird. Ganz einfach, mit ein paar Schritten, kann man wunderbare Effekte zaubern. Kontraste, Farbe und Helligkeitsregler im Bearbeitungsprogramm suchen und ausprobieren. Die Stärke ist subjektiv, wie es jeder gerne mag. Neben den Programmen von Adobe Photoshop, kann man auch kostengünstige Versionen anderer Anbieter, erwerben.

Wie gelingt es am besten, Kinder in Bewegung zu fotografieren, ohne dass die Bilder gleich verschwimmen oder verwackeln?

Mit der richtigen Einstellung bei der Kamera. Dazu sollte man mit seiner Kamera umgehen können, oder aber in der Bedienungsanleitung nachschauen. Die meisten Kameras haben Einstellungen, wo man wunderschön Fotos in Bewegung machen kann. Da muss man separat für seine Kamera einfach schauen.

Wie gibt man Kindern das Gefühl, nicht beobachtet zu werden, um sie so authentisch wie möglich in ihrem Spiel- und Bewegungsdrang abzulichten?

Man muss Kinder nicht das Gefühl geben, sie werden beobachtet. Wenn sie im Spiel sind, oder in ihrer Situation stecken, in der man sie fotografieren will, einfach machen, ohne lange eine Ankündigung zu machen. Meine eigenen Kinder laufen schon davon, wenn sie nur sehen, das die Mama ihre Kamera auspackt. Daher liegt sie immer bereit und wenn sie sich ungestört fühlen, dann drück ich ab. Ich rufe sie nicht, ich sage nicht „macht mal da und schaut mal hier“. Davon fühlen sich Kinder genervt und gestört. Aus so einer Situation lässt sich kein schönes Natürliches Fotos mehr machen. Ich kann also raten, die Kinder machen zu lassen und im Hintergrund fotografieren. Das klappt – einfach mal ausprobieren!

Wie kann man Kinder für das Fotografiert-Werden begeistern und sie ermutigen, allerlei Faxen zu machen und dabei ganz natürlich zu sein?

In dem man in Ihre Welt mit eindringt. Ich unterhalte mich mit den Kindern. Erzähle beim fotografieren Witze. Lass sie erzählen, was sie besonders mögen. Oft zeige ich selber, wie lustig man Krimassen schneiden kann, renne mit Ihnen um die Wette. Ich werde bei meinen Shootings mit Kindern selbst wieder zu einem Kind. Wenn man Ihnen das Gefühl gibt, einer von Ihnen zu sein, dann hat man es geschafft.

Wie schaffen Sie es, den Vordergrund messerscharf abzulichten, während der Hintergrund diffus und wirklich zu verschwimmen scheint?

Das ist die beliebteste Frage, die mir zu gerne gestellt wird. Man schafft es nur mit dem richtigen Objektiv und der dazugehörigen Einstellung. Das ist ein sehr komplexes Thema. Ich kann daher einen Tipp geben, der wirklich empfehlenswert ist. Und zwar, bei Data Becker gibt es Bücher, für jeden Kameratyp. Man muss nur dort eingeben, welche Kamera man hat und dann das Buch auswählen. Die beschreiben jedes Model so klasse und auch die Bedienung, anhand von Fotos. Da wird dann auch dieses Thema mit abgehandelt. Empfehlenswert!!!!!

In welchem Licht wirken Baby- und Kinderfotos besonders harmonisch?

Eindeutig im natürlichen Licht. In Räumen wo es schön hell ist, wo Tageslicht reinkommt. Da, wo die Camera kein automatischen Blitz einsetzt. Oder eben draußen, in der Natur. Überall da, wo der Camera das natürliche Licht ausreicht und kein Blitz benötigt wird.

Welche Farben schmeicheln, welche sind eher ungünstig?

Hier gibt es keine Einschränkungen. Jedem Kind steht ja was anderes. Die einen sehen in hellen Sachen schön aus und wirken so besser – bei anderen kann es nicht farbig genug sein. Jeder kennt sein Kind und weiß, in was es am schönsten Aussieht. Und genau das ist erlaubt – das was gefällt. Eben ganz natürlich! Hier kann man wirklich nicht viel Falsch machen.

In welcher Qualität (Größe, Farbe/ Schwarz-Weiß, glänzend oder matt) sollten die Bilder nachher entwickelt werden?

Das ist absolut Subjektiv. Es kommt ja immer drauf an, wo man das Bild verwenden will. Ob im Fotoalbum, im Bilderrahmen zum Aufstellen oder an der Wand. Mag man Schwarz-Weiß Bilder oder doch lieber die Farbigen? Und auch die Qualität ist immer Geschmacksache. Hier gibt es keine Richtlinien. Ich biete meinen Kunden die Standardgröße von 13x18cm an, in der „Silk“ Qualität. Aber jeder Kunde hat noch Möglichkeiten, seinen eigenen Wunsch zu äußern.

Welche nachträglichen Bildbearbeitungen nutzen Sie am häufigsten bzw. welche lassen aus einem einfachen Bild ein besonderes oder magisches werden?

Ich arbeite mit sehr guten Bearbeitungsprogrammen. Adobe Lightroom sowie Adobe Photoshop. Jedoch wird von mir jedes Foto separat und individuell bearbeitet. Ich habe da keine Standardeinstellungen, die ich häufig nutze. Das kommt immer auf das Foto an. So sollte man das Bild betrachten und dann entscheiden, was man gerne damit machen möchte. Ich sehe auch erst beim bearbeiten, was ich aus dem Foto noch nachträglich mache. Es kann sein, das ein Foto in Schwarz-Weiß dann viel schöner wirkt, als in Farbe. Das muss man ausprobieren. Wenn man sich ein wenig mit seinem Programm auseinander setzt, dann kann man ganz magische Bilder zaubern. Hierbei ist es aber unwichtig, mit welchem Programm man arbeitet. Denn auch die Programme, die mit geliefert werden bei einem Kamerakauf, sind richtig gut und haben viele Möglichkeiten.

Ist jedes Bild mit jeder Kamera und jedem Objektiv möglich, oder welche Auflösung und welche Objektivgröße sollte man auf jeden Fall haben?

Es kommt immer darauf an, mit welcher Kamera man arbeitet und ob man Möglichkeiten zum Objektivwechsel hat. Ich arbeite mit zwei Kameras, die mir ermöglichen, unterschiedliche Objektive gleichzeitig zu nutzen. Nicht jede Situation kann ich mit ein und dem selben Objektiv fotografieren. Man sollte dann schon eine Kamera haben, bei der man selber die Einstellungen wählen kann oder gar Eine, wo man das Objektiv wechseln kann. Ich arbeite mit Festbrennweiten und muss so oft andere Objektive wählen und öfters wechseln. Für den Hausgebrauch würde sich ein Objektiv anbieten, mit Zoom. Wo man mehrere Brennweiten gleichzeitig in einer Linse hat. So kann man immer mit der Situation mitgehen. Das gängigste hier wären Werte wie: 18-55mm oder 18-70mm, die als Kitobjektive oft bei dem Kamerakauf schon dabei sind.

Nicht selten wird mit Blitzlicht fotografiert. Nutzen Sie das Blitzlicht bei Ihrer Kinderfotografie?

Nein, ich arbeite ausschließlich ohne Blitz. Dies ermöglicht aber meine professionelle Kamera und meine hochwertigen Objektive. Ich arbeite bevorzugt mit sogenannten lichtstarken Festbrennweiten, die mir ermöglichen, auch bei schlechten Wetterverhältnissen und dunkleren Räumen, ohne Blitz zu arbeiten. Dies ist mir sehr wichtig, gerade in Verbindung mit der Natürlichen Fotografie.

Wie nimmt man der werdenden Mutter die kamerascheu?

In dem man eine ganz harmonische Situation schafft. Die werdende Mutter sollte Spaß an so einem Shooting haben, sich wohl fühlen. Vorher klären, was mag sie, welche Fotos würde sie gerne haben, was ist ihr wichtig. Dann schauen, wo man alles Fotos machen kann. Ich arbeite gerne bei meinen Kunden zu Hause und an einem Ort, wo sie sich wohl fühlen. Für eine Schwangere ist es wichtig, das sie Vertrauen und Sympathie zu dem Fotografen entwickelt. Die Stimmung auflockern, ohne Zwang fotografieren – dann wird die Kamerascheu ganz schnell verloren gehen. Es hat mir Spaß gemacht, all die Fragen zu beantworten. Ich hoffe, ich konnte einige brauchbare Tipps geben, die man jetzt einfach mal ausprobieren kann.