Jetzt ist es amtlich: So gut die Einführung der Elternzeit auch gemeint war, um beiden Elternteilen gleichberechtigt die Chance zu geben, sich in den ersten Lebensmonaten um das gemeinsame Kind zu kümmern, so wenig wird sie seitens der Väter genutzt. Denn noch immer herrscht das weitläufige Denken vor, dass die Elternzeit der eigenen Karriere schadet und man(n) nach der Elternzeit beruflich stagniert. Eine Pause vom Job, um nur fürs Kind da zu sein? Für 81% von insgesamt 1.000 befragten Vätern undenkbar. Die restlichen 19%, die zwar ihren Anspruch auf Elternzeit bei ihrem Arbeitgeber geltend gemacht haben, nutzen die gemeinsame Zeit mit dem Kind allerdings nur für insgesamt zwei Monate. So das aktuelle Ergebnis einer forsa-Umfrage, die im Auftrag der Zeitschrift ELTERN durchgeführt wurde.

Dass es dabei jedoch nicht nur um überholte Vorstellungen handelt, die gleichzeitig damit einhergehen, dass die Frau im Allgemeinen für Haushalt und Kindererziehung zuständig sein sollte, zeigen die weiteren Umfrage-Ergebnisse. Den Aufgaben im Haushalt entziehen sich demnach nur 13% aller befragten Väter vollständig. Für 49% der Befragten hingegen ist es trotz ihrer Vollzeitbeschäftigung selbstverständlich, wenigstens kleinere Tätigkeiten als eigenen Beitrag zu Hausarbeit & Co. zu leisten. Und bei immerhin mehr als 25% wird die Hausarbeit gerecht zwischen beiden Partnern aufgeteilt.

Im Bereich der Kindererziehung sind die Zahlen noch eindrucksvoller. Hier gaben insgesamt mehr als die Hälfte der befragten Väter an, dass sie es wichtig finden, auch die alltäglichen Aufgaben im Umgang mit dem gemeinsamen Kind zu übernehmen, wie beispielsweise es zu füttern, zu wickeln oder auch nachts aufzustehen, um das Kleine zu beruhigen, wenn es weint.

Auch wenn die Herren der Schöpfung trotzdem aus Angst vor einem beruflichen Karriere-Knick oder sogar Karriere-Aus lieber weiter in Vollzeit beschäftigt sind (nur 5% der Befragten arbeiteten in Teilzeit), möchten sie gute Väter und Partner sein und wissen die Haus- und Erziehungsarbeit, die ihre Partnerin leistet, zu schätzen. Allein schon deshalb, da  mehr als 25% der Väter angaben, dass die Partnerschaft mit einem oder mehreren Kindern ganz schön leide.

Doch das Wichtigste zum Schluss: Auch wenn die Angst vor dem Spagat zwischen Beruf, Beziehung, Familie und Freunden sehr groß ist, da immerhin 44% der Befragten angaben, kaum noch Zeit für sich zu haben, zwei Drittel aller befragten Väter sagen trotzdem, dass sie in ihrem Leben mit Kind glücklicher sind als in ihrem Leben davor – ohne Kind.