Viele Menschen empfinden es als unhöflich, wenn jemand bei Schnupfen die Nase hochzieht, anstatt ins Taschentuch zu schnäuzen. Doch neben der gesellschaftlichen Komponente hält sich hartnäckig der Mythos, dass das Hochziehen der Nase die Nasennebenhöhlen belasten oder gar schädigen könnte. Aber stimmt das wirklich? In diesem Artikel erfährst du, was medizinisch dahintersteckt – und ob es deiner Gesundheit tatsächlich schadet, die Nase hochzuziehen.
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Das Wichtigste auf einen Blick
- Nase hochziehen ist nicht eklig-schädlich, sondern ein ganz normaler Körperreflex.
- Alles, was hinten im Magen landet, wird dort von der Magensäure unschädlich gemacht.
- Zu starkes Schnäuzen kann mehr Probleme machen als das Hochziehen selbst.
- Hochziehen ist oft hygienischer, weil die Hände nicht voller Viren werden.
- Am besten gilt: egal ob schnäuzen oder hochziehen – immer entspannt und sanft bleiben.
Nase hochziehen – ein Tabu mit schlechterem Ruf, als es verdient hat
Viele kennen die Situation: Die Nase läuft, man ist vielleicht gerade in der Öffentlichkeit oder sitzt im Büro, und ein Taschentuch ist nicht sofort zur Hand. Ganz automatisch ziehen wir die Nase hoch. Das Geräusch mag für andere unangenehm klingen, doch medizinisch betrachtet ist es längst nicht so dramatisch. Tatsächlich produziert jeder Mensch täglich rund 200 Milliliter Nasensekret – und das meiste davon wird ganz unbemerkt heruntergeschluckt. Im Magen sorgt die Magensäure dafür, dass mögliche Krankheitserreger zuverlässig zerstört werden. Im Grunde passiert beim Hochziehen also nichts anderes als bei diesem unbewussten Schlucken. Nur dass es eben hörbar ist – und genau das macht es in vielen Kulturen so verpönt.
Was Ärztinnen und Ärzte dazu sagen
Die Frage, ob Nase hochziehen schädlich ist, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Expertinnen und Experten betonen, dass beide Methoden – sowohl das Schnäuzen als auch das Hochziehen – ihre Berechtigung haben. Für Kinder ist es oft einfacher, die Nase hochzuziehen, weil sie sich noch nicht selbstständig richtig schnäuzen können. Erwachsene greifen in der Öffentlichkeit lieber zum Taschentuch, um andere nicht zu stören. Wirklich entscheidend ist weniger die Methode selbst, sondern die Art und Weise, wie man sie anwendet. Wer zu stark hochzieht oder zu kräftig schnäuzt, riskiert, dass Schleim und Keime in die Nasennebenhöhlen oder ins Mittelohr gedrückt werden. Sanftheit ist deshalb der Schlüssel, egal für welchen Weg man sich entscheidet.
Die unterschätzten Vorteile des Nase Hochziehens
Auch wenn viele es nicht wahrhaben wollen: Das Hochziehen hat durchaus Vorteile. Anders als beim Schnäuzen landen die Hände nicht automatisch im Spiel. Dadurch sinkt die Gefahr, dass Viren und Bakterien über Türklinken oder andere Oberflächen weitergegeben werden. Gleichzeitig verhindert man durch das Hochziehen den Überdruck, der beim kräftigen Schnauben entstehen kann und der manchmal sogar Entzündungen in den Nebenhöhlen oder im Mittelohr nach sich zieht. Natürlich sollte auch das Hochziehen nicht übertrieben werden, denn zu viel Kraft kann den gleichen negativen Effekt haben. Richtig angewandt, ist es aber nicht schädlich – sondern eher ein natürlicher Reflex, den der Körper ohnehin kennt.
So geht Nase putzen richtig
Wer dennoch lieber zum Taschentuch greift, sollte darauf achten, die Nase behutsam zu schnäuzen. Ein sanftes Ausatmen reicht völlig aus. Das laute Trompeten, das oft reflexartig passiert, ist nicht nur störend für die Umgebung, sondern auch belastend für die Schleimhäute. Hinzu kommt, dass der Druck den Schleim in die falsche Richtung drängen kann. Sauberer und schonender ist es, wenn man jeweils ein Nasenloch zuhält und vorsichtig durch das andere schnäuzt. Nach dem Naseputzen heißt es: Taschentuch sofort entsorgen und die Hände gründlich waschen. So schützt man sich selbst und verhindert, dass andere sich anstecken.
Fazit: Nase hochziehen ist nicht so schlimm, wie viele glauben
Am Ende lässt sich sagen: Nase hochziehen ist keineswegs so schädlich, wie es der Volksmund oft behauptet. Es ist vor allem eine Frage der Gewohnheit, der Situation und des persönlichen Empfindens. Wer sanft vorgeht, kann bedenkenlos hochziehen, ohne sich Sorgen machen zu müssen. In der Öffentlichkeit mag das Schnäuzen ins Taschentuch die angenehmere Variante sein – zuhause oder in einem unbeobachteten Moment ist das Hochziehen jedoch alles andere als gefährlich.
Häufige Fragen zum Nase hochziehen
Nein, nicht grundsätzlich. Es ist ein natürlicher Vorgang, bei dem das Nasensekret in den Magen gelangt und dort von der Magensäure unschädlich gemacht wird. Problematisch wird es nur, wenn man zu stark hochzieht.
Das wirkt oft so, ist aber nicht wirklich der Fall. Tatsächlich ist Hochziehen sogar hygienischer als Schnäuzen mit einem mehrfach benutzten Taschentuch, weil weniger Keime an die Hände gelangen.
Das Risiko entsteht eher beim kräftigen Schnäuzen, weil der Druck Schleim in die Nebenhöhlen oder ins Mittelohr drückt. Beim Hochziehen ist die Gefahr deutlich geringer, solange man es nicht übertreibt.
Beides ist erlaubt. Hochziehen hat hygienische Vorteile, Schnäuzen fühlt sich für viele angenehmer an – wichtig ist nur, es sanft zu machen.
Gerade für Kinder ist das oft die einfachere Lösung, weil sie sich noch nicht richtig schnäuzen können. Medizinisch spricht nichts dagegen.
Bildnachweis: FamilyStock Elements.envato.com



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