Wenige Ausdrücke in der Kindererziehung sind so berühmt wie der Satz: „Ein kleiner Klaps auf den Po hat noch niemandem geschadet!“ Dass dies so nicht stimmt, hat nun eine neue amerikanische Studie an der Universität von New Hamphire aufgedeckt. Denn in dieser zeigt sich das genaue Gegenteil: Kinder, die den berühmt-berüchtigten Klaps auf den Po als Stopp-Signal bekommen, sind nicht nur ängstlicher und leichter zu erschrecken als andere gleichaltrige Kinder, ihr Intelligenz-Quotient liegt auch niedriger.

Für die Studie wurden 1500 Familien vier Jahre lang beobachtet. Dabei zeigte sich: Je öfter das Erziehungsmittel “Klaps auf den Po“ eingesetzt wurde, desto langsamer schritt auch die geistige Entwicklung des Kindes voran. Eigentlich wenig verwunderlich, denn wenn das Kind ein Verhalten unterlässt, weil es dafür vorher einen Klaps auf den Po bekommen hat, dann unterlässt es dieses Verhalten aus Angst, nicht, weil es verstanden hat, dass und vor allem, was daran falsch war.

In Zahlen gesprochen bedeutet das: Bei den 2- bis 4-Jährigen, die in den vier Untersuchungsjahren des Öfteren einen Klaps auf den Po bekommen haben, lag der Intelligenz-Quotient am Ende der Untersuchung durchschnittlich um fünf Punkte tiefer als bei Kindern, die ohne diese Macht-Demonstration erzogen wurden.

Bei den 5- bis 9-Jährigen, die regelmäßig mit dem Klaps auf den Po in ihre Schranken gewiesen wurden, war das Ergebnis nicht ganz so gravierend. Doch auch hier zeigte sich, dass der Wert des Intelligenz-Quotienten durchschnittlich immerhin noch 2,8 Punkte niedriger lag als bei den komplett gewaltfrei erzogenen Kindern der Vergleichsgruppe.

Jemanden zu schlagen, ist also nicht nur generell dumm, es macht auch dumm. Und in dieser Studie ging es “nur“ um den berühmt-berüchtigten und oftmals als absolut harmlos dargestellten Klaps auf den Po.