Feinmotorik ist der  Oberbegriff für die Fingerfertigkeit des Kindes. Sie enthält Mimik, Gestik, die sprachliche Äußerung, Malen, Schneiden und später das Schreiben. Ihre Entfaltung geschieht zusammen mit der Grobmotorik. Von Geburt an kann das Baby greifen. Zuerst nach den Fingern der Eltern, später fasst es gezielt nach kleinen Spielzeugen (Rassel, Schmusetuch usw.). Spannend wird es rund um den ersten Geburtstag. Singt man ihm vor und klatscht dabei in die Hände, ahmt diese Geste das Kleinkind nach. Übung macht den Meister, und so dauert es nicht lange, bis das Händeklatschen optimal klappt. In dieser Zeitspanne entdeckt es auch, das bestimmte Teile eingefädelt, durchgesteckt und wieder herausfallen können. Bis zum Kindergartenalter wächst rasant das Geschick der kleinen Hände. Bedeutende feinmotorische Entwicklungsschritte soll die folgende Übersicht verdeutlichen. Auch hier gilt, dass die Auflistung zur Groborientierung dient und die individuelle Konstitution jedes Kindes betrachtet werden muss. Gewinnt man als Elternteil den Eindruck, das Kind „hängt hinterher“, empfiehlt sich der Gang zum Kinderarzt. Seine Draufsicht beruhigte schon so manch verunsicherte/n Mutter/ Vater.

15 Monate:

Mit dem Laufen hat das Kind seine Eigenständigkeit entdeckt. Nun möchte es allein aus der Tasse trinken und selbständig essen. Aller Anfang ist schwer, aber mit reichlich einem Jahr kann es recht souverän mit dem Löffel essen. Natürlich geht das nicht ohne Kleckern; abwaschbare Tischsets, Plastikgeschirr und große Lätzchen verhindern größere Malheure. Jetzt ist auch der Zeitpunkt gekommen, große Bauklötze anzuschaffen. Sie sind handlich und robust – ideal für kleine Kinderhände. Mit etwas Übung und Anleitung gelingt es dem Nachwuchs schon bald, drei Bausteine zum Turm zu stapeln.

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18 Monate:

Nun lernt das Kleinkind die Vorteile von Stiften zu schätzen. Gern kritzelt es herum, kann es sich doch damit ausdrücken. Nicht selten landen Striche an Zimmerwänden, Schränken oder Tischen. Bücher faszinieren zunehmend, besonders wenn sie über bunten Bilder, Klappen sowie unterschiedliche Materialien (z.B. weiches Velours, Spiegelfolie, knisterndes Papier) verfügen. Das Kind will allein umblättern, erwischt aber dabei noch mehrere Seiten.

24 Monate:

Das Fingerspitzengefühl hat zugenommen, nunmehr können Buchseiten einzeln angefasst und umgeblättert werden. Der interessierte und aufmerksame Nachwuchs bemüht sich zunehmend, seine Kleider allein an- und auszuziehen. Bei einfacher Garderobe gelingt es ihm recht gut; Strumpfhosen, Strümpfe und Handschuhe bedürfen der mütterlichen/väterlichen Unterstützung. Die Handhabung von Stiften hat sich verbessert und gewandelt, denn das Kind malt nicht mehr ungelenkig aus der Schulter heraus, sondern bewegt dabei den Unterarm. 30 Monate:
Die kleinen Fingerchen können weit mehr als gedacht. Simple Basteleien fördern das familiäre Miteinander. Mit 2 ½ Jahren ist das Kind in der Lage einfache Papierfaltarbeiten auszuprobieren. Beliebt ist auch das Rupfen von farbigen Seidenpapieren. Werden diese Fitzelchen anschließend zusammen gerollt oder in kompakte Form gebracht, können sich die Kinder im Aufkleben oder Sortieren versuchen. Beim Spielen mit Bausteinen wachsen nun Türme von bis zu acht Bauklötzen. Ferner perfektioniert der Nachwuchs das alleinige An- und Ausziehen. Flinke Hände bemühen sich, größere Knöpfe zu öffnen und wieder zu verschließen.