Während wir Erwachsenen es mehr als grausam finden, wenn wir merken, dass sich einer unserer Zähne über kurz oder lang zu verabschieden droht, sind Kinder völlig fasziniert davon, wenn einer ihrer Zähne zu wackeln anfängt. Natürlich nur solange es sich dabei um ihre ersten, sprich: ihre Milchzähne handelt. Verwunderlich ist das nicht, denn a) tut dieser Verlust nicht weh und vor allem kommt b) dann endlich wieder die sagenumwobene Zahnfee.

Was aber, wenn die lieben Kleinen permanent mit der Zunge am wackeligen Milchzahn herumschnalzen oder mit den Fingerchen daran herumdrehen? Erlauben oder verbieten?

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Zahnärzte sind eindeutig der Meinung, dass Kinder ruhig ihre Milchzähne malträtieren dürfen. Nicht, weil diese ihr Eigentum sind, sondern weil einfach nichts passieren kann. Im schlimmsten Fall fällt der Milchzahn halt schneller raus als ursprünglich von der Natur vorgesehen, so dass der bleibende Zahn darunter ein wenig länger auf sich warten lässt, aber passieren kann generell nichts.

Davon abgesehen haben auch Kinder schon ein untrügliches Gespür dafür, wie weit sie bei der Milchzahn-Malträtierung gehen dürfen, bevor sie sich selbst zu verletzen drohen. Was Eltern aber vor allem nicht vergessen sollten: So ein wackeliger Zahn stört! Er stört beim Essen, weil man nicht mehr richtig zubeißen kann und er stört beim Zähneputzen, weil die Zahnbürste erbarmungslos immer wieder davorschrubbt. Einleuchtend also, dass dieses Fiasko aus Kindersicht so schnell wie möglich beendet werden muss. Und genau deshalb sind Zungen- und Fingerspiele mit dem Wackelzahn auch absolut erlaubt.

Allerdings: Achten Sie darauf, dass nur saubere Finger den Weg in die Mundhöhle finden, da es sonst zu Entzündungen kommen kann.

Foto © st-fotograf Adobe Stock