Für uns Erwachsene dient Bewegung hauptsächlich der Fitness unseres Körpers. Unsere Kinder hingegen brauchen körperliche Bewegung auch für ihre Entwicklung. Dabei können bestimmte Spiele und Sportarten unterstützend wirken.

Bewegung schult die Motorik

Jede Bewegung des Kindes wird von klein auf vom kindlichen Gehirn registriert, gespeichert und bei Wiederholung zu verbessern versucht. Das Hirn lernt mit diesen Fehlschlägen und erneuten Versuchen langsam den Körper immer besser zu beherrschen und lenken.

So können Kinder irgendwann laufen, rennen, schwimmen, radfahren oder auch Schwierigeres wie jonglieren. Werden sie aber nie wirklich mit einer Bewegungsform konfrontiert oder hören schon nach einigen wenigen Versuchen auf, weil sie scheitern, kann das Hirn auch keine neuen Bewegungsmuster erlernen.

Die Motorik vieler Kinder und Jugendlicher beschränkt sich damit nur auf die Grundbewegungsarten wie Gehen, allerdings ist sie oft nicht mal gut genug ausgeprägt. Kinder können die Balance nicht gut halten oder einen Ball nicht fangen. Das hat nichts mit eingeschränkten Fähigkeiten zu tun, sondern einfach mit mangelnder Übung. Bestimmte einfache Spiele und Bewegungsarten sind gut geeignet, Motorik zu erlernen und zu verfeinern.

Radfahren und Balanceübungen fürs Gleichgewicht

Das Fahrrad ist nicht nur ein praktisches Fortbewegungsmittel, mit dem man gleichzeitig etwas sportliche Bewegung bekommt. Für Kinder ist das Rad auch eine Möglichkeit, ihren Gleichgewichtssinn zu schulen. Die Balance auf dem Fahrrad wird vor allem von der Körpermitte durch kleine Schlingerbewegungen hergestellt.

Noch schwieriger ist es, auf einem Einrad zu fahren, da hier der Halt durch den Lenker fehlt. Ein Sitzball kann den Gleichgewichtssinn ebenfalls auf diese Weise fördern; er kann auch als Schreibtischstuhlersatz die Konzentration beim Lernen unterstützen, denn hier können Zappelphillip und Co. zwischendurch ihre überschüssige Energie weghüpfen. Kinder balancieren von sich aus gerne auf Bordsteinen oder Baumstämmen – Eltern sollten dies nicht unterbinden, denn es schult ebenfalls Gleichgewicht und Trittsicherheit der Kinder.

Trampolinspringen für die Körperbeherrschung

Neben dem Gleichgewicht ist eine gute Körperbeherrschung wichtig, um sich oder andere nicht zu verletzen, wenn man in der Welt unterwegs ist. Ein hervorragendes Training für die Körperbeherrschung ist das Trampolin.

Darauf zu hüpfen ist fast wie fliegen und macht deshalb so großen Spaß. Das Hüpfen sieht zwar leicht aus, benötigt aber einiges an Körperbeherrschung, um nicht zu taumeln oder blöd zu fallen. Für den privaten Garten gibt es auch kleinere Trampolinversionen für ein bis zwei Personen. Ein Sicherheitsnetz verhindert das Herunterfallen oder Stürzen. Die Kinder sollten dennoch nicht ohne Aufsicht darauf hüpfen.

Ballspiele für die Hand-Augen-Koordination

Mit Hilfe von Ballspielen lernen Kinder eine bessere Koordination von Augen und Händen bzw. Füßen und bekommen gleichzeitig bessere Reflexe – unabhängig vom Geschlecht. Mädchen können genauso gut einen Ball fangen oder werfen lernen wie Jungs. Dass viele Mädchen und Frauen darin schlechter sind, liegt nur an der mangelnden Praxis. Jungs spielen viel öfter Fußball oder Tischtennis oder jagen sich mit einem Ball. Einfache Spiele sind „Jäger“ und „Brennball“, bei denen Fangen, Werfen, Ausweichen und Zielen geübt werden.