| Keine Rohmilchprodukte in der Schwangerschaft | |
| Category: Pregnancy | Group: Public |

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Eigentlich, so denken viele, essen werdende Mütter in der Schwangerschaft einfach alles, worauf sie Lust haben. Doch die Realität sieht anders aus, denn gerade Rohmilch und Produkte aus Rohmilch sollten in der Schwangerschaft vorzugsweise generell, insbesondere jedoch im ersten und letzten Schwangerschaftsdrittel gemieden werden.
Warum sind Rohmilchprodukte schädlich fürs Kind?
Rohmilch und Rohmilchprodukte enthalten Listerien. Listerien sind Bakterien, die in fast allen tierischen oder tierisch erzeugten Lebensmitteln zu finden sind. Dadurch jedoch, dass Rohmilch und Rohmilchprodukte im Gegensatz zu anderen, pasteurisierten oder ultrahocherhitzten Milchprodukten während der Verarbeitung auf nicht mehr als 40° Grad erwärmt werden, werden hier die Listerien nicht abgetötet, sondern bleiben in Rohmilchprodukten erhalten und können sich auch während der Lagerung im Kühlschrank noch vermehren können. Nimmt die werdende Mutter während der Schwangerschaft Rohmilchprodukte zu sich, können die darin enthaltenen Listerien durch die Plazenta zu dem ungeborenen Baby durchdringen und dort erheblichen Schaden anrichten, da das Immunsystem des Säuglings noch nicht auf eine Abwehr dieser Bakterien ausgerichtet ist. Eine Behandlung ist fast unmöglich, da die therapeutischen Möglichkeiten in diesem Fall mehr als begrenzt sind. Zu den möglichen Schäden, die eine Infektion mit der so genannten Listeriose während der Schwangerschaft verursachen kann, zählen: Bei einer Infektion mit Listeriose im letzten Schwangerschaftsdrittel kann es zu einer Früh- oder Totgeburt des Babys kommen, bei einer Infektion in einem früheren Schwangerschaftsstadium zu einer Fehlgeburt. Überlebt das Baby die Infektion sind Gehirn- und Gehirnhautentzündung mit geistigen und körperlichen Schäden als auch Organschäden die Folge. Neben den Listerien können auch weitere, in Rohmilch und Rohmilchprodukten enthaltene Bakterien und Keime wie Escherichia coli-Bakterien, Tuberkulosebakterien oder Salmonellen negative Auswirkungen auf die Gesundheit des im Mutterleib heranwachsenden Kindes haben. Kennzeichnung von Rohmilchprodukten Laut EU-Verordnung gilt, dass seit Januar 2006 Rohmilch und Rohmilchprodukte im Handel entsprechend gekennzeichnet sein müssen. Diese Kennzeichnung mit dem Aufdruck “Aus Rohmilch hergestellt“ kann sich auf dem Produkt selbst (zum Beispiel in der Käsetheke), auf der Folie oder der Verpackung finden. Finden sich keine entsprechenden Hinweise, ist davon auszugehen, dass das Produkt aus pasteurisierter Milch hergestellt wurde. An der Käsetheke jedoch gilt: Fragen Sie zur Sicherheit nach! Kann die Verkäuferin keine kompetente Aussage zur Herstellung machen, verzichten Sie lieber auf den Kauf und den Verzehr. Rohmilchprodukte und ihre Kennzeichnung im Ausland [mehr]
Was zählt zu den Rohmilchprodukten?
Zu den Rohmilchprodukten zählt natürlich die so genannte Rohmilch als auch die so genannte Vorzugsmilch. Daneben gibt es verschiedene Käsesorten, die auch Rohmilch hergestellt werden. Hartkäse wie Allgäuer Bergkäse, Greyerzer oder Allgäuer Emmentaler, die zwar ebenfalls aus Rohmilch bestehen, sind durch ihren langen Reifungsprozess jedoch unbedenklich, da sie in der Regel keine Listerien mehr enthalten. Höchstens noch in der Rinde, die zur Sicherheit vor dem Verzehr entfernt werden sollte. Auf Weich-, Schnitt- oder halbfesten Schnittkäse (Halbhartkäse) aus Rohmilch sollte jedoch in der Schwangerschaft verzichtet werden.
Auf Nummer Sicher gehen
Die meisten im Handel erhältlichen Milch und Milchprodukte werden auf Grund von Qualitätsgründen pasteurisiert oder ultrahocherhitzt, so dass sie in der Regel – mit einer Richtwert von 99% – keimfrei sind. Hierzu zählen Milch, Joghurt, Frischkäse und Quarkprodukte. Frisch- und Schimmelkäse jedoch halten einen optimalen Nährboden für Listerien bereit, so dass es zu einer verspäteten Übertragung kommen kann. Entsprechend sollten beide innerhalb von 2-3 Tagen nach der ersten Öffnung verbraucht werden. Auch können Bio-Produkte von der Herstellung mit pasteurisierter Milch abweichen und aus Rohmilch hergestellt sein. Achten Sie deshalb auf die Kennzeichnung. Generell unverzichtbar – nicht nur in der Schwangerschaft, aber in dieser Zeit besonders – ist der hygienische Umgang mit Lebensmitteln und insbesondere ihrer Kühlung. Dazu gehört die getrennte Lagerung von rohen und erhitzen Lebensmitteln, die regelmäßige Reinigung des Kühlschranks als auch die regelmäßige Kontrolle seiner Temperatureinstellung von höchstens 6° Grad.
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