Nicht selten werden Babys nur im Kinderwagen von Mama oder Papa durch die Gegend kutschiert, sondern auch mit dem Auto. Gesichert in der Babyschale schaukelt es sich so mit Sicherheit oft genug ebenfalls gemütlich durch die Weltgeschichte. Doch was häufig nach reinem Wohlbefinden und geborgenem Schlummerschlaf aussieht, ist auch ein hartes Training für Babys empfindliche Ohren. Denn die, das fahrende Auto umgebende Geräuschkulisse – angefangen vom laufenden Motor über die Geräuschkulisse der Straßen bis hin zu überholenden Autos – wird vom Baby nicht einfach ausgeblendet. Es sei denn, es befindet sich wirklich im Tiefschlaf.

Ansonsten nimmt es sowohl diese Geräusche als auch weitere, die hinzukommen, wie beispielsweise Mamas liebevoll und beruhigend sprechende Stimme, aber auch die Stimmen oder die Musik aus dem Autoradio wahr. Während die Spieluhr es sonst oft genug schafft, das Kleine in den eigenen vier Wänden oder in seinem Baby-Bettchen zu beruhigen, wundern sich viele Eltern, warum dies der Musik aus dem Autoradio oder der eigens eingelegten CD mit sanften Schlummermelodien nicht gelingt.

Die Erklärung ist einfach. Denn all die erwähnten Geräusche, die ein Baby im fahrenden Auto wahrnimmt, kann es zum einen noch nicht auseinander halten, zum anderen nimmt es jedes einzelne von ihnen viel intensiver wahr als wir Erwachsenen das tun. Wir blenden einige dieser Geräusche einfach aus, so dass sie uns nicht mehr stören und uns wirklich auf die Fahrbahn und vielleicht noch die Musik konzentrieren können. Babys können genau das nicht, weshalb sie schnell reizüberflutet und überanstrengt sind. Aber deshalb schlafen sie noch lange nicht ein, sondern im Gegenteil: Das Einschlafen gestaltet sich schwieriger, die Kleinen werden zudem vielleicht unruhig, überdreht oder quengelig.

Deshalb gilt gerade in den ersten Lebensmonaten und vielleicht sogar in den ersten Lebensjahren: Fährt das Kind im Auto mit, sollte das Autoradio aus bleiben und zusätzliche Störgeräusche im Inneren des Autos – wie beispielsweise Telefonate über die Freisprechanlage – vermieden werden.

Denn auch die Fähigkeit, Geräusche voneinander zu unterscheiden und sie auseinander halten zu können, ist für das Kind eine Lernaufgabe, die mit dem Tag seiner Geburt beginnt, aber einige Jahre braucht, um abgeschlossen zu sein.