Kleinkinder schließen zumeist noch keine Freundschaften und haben nicht den Drang, einander zu besuchen. Aber ab dem Alter von etwa vier Jahren ergeben sich langsam engere Beziehungen, im Kindergarten tauchen immer wieder dieselben Spielpartner auf. Und dann kommt sie irgendwann, die von den Eltern bereits erwartete Frage: „Kann ich meinen Freund / meine Freundin mal besuchen?“

Soziale Kontakte unter Kleinkindern

Kinder unter drei Jahren benötigen natürlich auch ihre eigenen sozialen Kontakte, diese entwickeln sich zumeist in der Kita, in der Spielgruppe oder in einem Mini Club. Ihre soziale Entwicklung wird durch das Spiel mit Gleichaltrigen nachhaltig gefördert – und außerdem macht das Toben mit kleinen Altersgenossen enorm viel Spaß! Allerdings finden in diesem Alter eher selten gegenseitige Hausbesuche ohne Eltern statt: Normalerweise ist Mama oder Papa immer dabei, wenn es zu anderen Kleinkindfamilien geht. Ein Kleinkind sollten Eltern nur in anderen Familien zurücklassen, wenn es sich bereits auskennt und sich sicher fühlt.

Erster Besuch allein beim Spielkameraden

Nach der Kleinkindphase nabeln sich die Kinder schon deutlich von den Eltern ab, sie äußern oft von sich aus den Wunsch, mal einen Kindergartenfreund privat zu treffen. Etwas schüchternere Kinder möchten sicher lieber den Spielkameraden zu sich einladen, während andere schon früh den Mut haben, zu fremden Leuten nach Hause zu gehen. Fest steht jedenfalls: Eine sich intensivierende Beziehung unter Kindern sollte gefördert werden, denn Freundschaft ist ein Grundbestandteil des menschlichen Lebens. Am besten entscheiden die Kinder selbst, wer als Erstes wen besucht – um später den Besuch zu erwidern. Wenn die Kinder allerdings zu keiner Einigung kommen, dann müssen die Eltern bestimmen, wie der erste Spielkontakt außerhalb des Kindergartens zustande kommt.

Zu Anfang: langsam herantasten

Vielleicht sind auch die Eltern noch etwas verunsichert, ihr Kind bei „wildfremden“ Leuten abzugeben. Dann ist ein gegenseitiges Kennenlernen der beste Start für eine auf privatem Boden geführt Kinderfreundschaft. Vielleicht kommt die Mama oder Papa beim ersten Spielbesuch einfach mit, bleibt eine Weile dort und kommt mit den Eltern des anderen Kindes ins Gespräch. Oder man lädt die Eltern des Lieblingsspielpartners gemeinsam mit deren Kind nach Hause ein und trifft sich zuerst einmal im eigenen Wohnzimmer, um sich näher kennenzulernen. Solch ein Treffen kann alternativ auch auf „neutralem Boden“ stattfinden, beispielsweise auf dem Spielplatz – oder im Winter auf dem Indoor-Spielplatz.

Auch interessant:  Gleichaltrige machen mutiger

Besuchszeiten langsam verlängern

Die ersten Besuche können noch kurz gehalten werden, damit sich sowohl die Kinder als auch die Eltern an die neue Situation gewöhnen können. Meistens bringt ein Kinderbesuch doch einige Unruhe ins Haus, man muss sich auf den neuen kleinen Menschen einstellen und lernen, mit ihm umzugehen. Nach 60 bis 90 Minuten ist das gemeinsame Freispiel zwischen Kleinkindern oft spätestens beendet, danach sollte eine ruhigere, von Erwachsenen begleitete Phase eingeleitet werden – oder das Gastkind wird dann wieder abgeholt. Ältere Kinder können zu Anfang schon etwas länger miteinander spielen, doch auch sie sollten ihre gegenseitigen Besuche erstmal nur langsam verlängern (das kann auch die Nerven der Gasteltern schonen).

Tageszeit beachten!

Kinder sind nicht den ganzen Tag über gleich fit, bei Müdigkeit werden sie schnell nörgelig und fangen eventuell an zu streiten. Ein guter Zeitpunkt für einen gegenseitigen Besuch ist eine Phase, in der beide Kinder ausgeschlafen und munter sind. Dies ist in den meisten Fällen nach dem Mittagsschlaf der Fall – einige Kinder benötigen nach dem Aufwachen noch einige Zeit, bis sie richtig wach und spielbereit sind. Vor allem die allerersten Spielbesuche sollten dann stattfinden, wenn beide Kinder sich in einer ausgeglichenen Laune befinden und etwas gegessen haben.

Regeln für Gastkinder

Wer zum ersten Mal ein Gastkind bei sich zuhause hat, der sollte die Kinder beim Spielen gut beobachten, um zu sehen, wo es Probleme geben könnte. Vielleicht erkennt das besuchende Kind einige Gefahrenstellen im Haus noch nicht, die dem eigenen Kind bereits sehr vertraut sind: Eine rechtzeitige Warnung oder sogar die Beseitigung der Gefahr ist dann vonnöten. Außerdem sollte es von Anfang an klare Regeln geben, die durchaus schon beim ersten Besuch kommuniziert werden dürfen. Kleine Kinder können sich allerdings nicht viele Regeln merken – und schon gar nicht, wenn diese langatmig formuliert werden. Es genügen also kurze Anweisungen, wie: „Bei uns gilt im Haus: Schuhe aus“ oder „Gegessen wird hier nur sitzend am Tisch“. Wenn von Beginn an klar ist, was das Gastkind darf und was nicht, dann kann so mancher Ärger vermieden werden. Für ein entspanntes Miteinander lohnt es sich auf jeden Fall auch, mal eine Runde mitzuspielen, einen leckeren Kuchen zu backen oder die Kinder auf eine andere Weise zu erfreuen.