Thomas saß mit Großvater auf dem großen Teppich im Kinderzimmer. Endlich hatten die Ferien angefangen und Thomas durfte bei seinen Großeltern für ein paar Tage übernachten. Großvater las Thomas aus dem alten großen Buch vor. Diesmal war es eine besondere Geschichte. Sie handelte von Astronauten, Planeten und Raketen. Thomas war ganz begeistert. Es war total spannend Großvater zuzuhören. Die Rakete in dem Buch hatte es dabei Thomas besonders angetan. Er fand es einfach toll, wie man mit einer Rakete zum Mond und zurück fliegen konnte. Plötzlich rief die Großmutter: „Hey Ihr Leseratten. Essen ist fertig!“ „Wir kommen!“, rief Großvater. „Großvater?“, sagte Thomas. „Ich wünschte ich hätte auch eine so schöne Rakete und könnte damit zum Mond fliegen.“ Großvater sagte zu Thomas:“ Wenn man ganz fest an etwas glaubt, dann kann es passieren, dass es auch in Erfüllung geht.“ Thomas schaute Großvater an und nickte. „Aber nun lass uns erst mal essen gehen, du kleiner Astronaut.“

Am Abend lag Thomas in seinem Bett und dachte über die Worte seines Großvaters nach. „Ob es wirklich so ist, wie es Großvater gesagt hatte?“, grübelte Thomas und drehte sich auf die Seite. Der Mond war heute besonders hell und schien auf das Kopfkissen von Thomas. Draußen summten die Insekten und Thomas träumte von Raketen, Astronauten und dem Mond. Er schaute in den großen, leuchtenden Mond und seine Augen fielen ihm zu. Thomas schlief ein. Irgendwann, es mochte wohl fast Mitternacht sein, wachte Thomas auf, weil etwas an seiner Schlafanzugshose zupfte. Thomas war noch im Halbschlaf und wollte sich wieder umdrehen und weiterschlafen. Doch plötzlich hörte er etwas:“ Psst. Hey, Thomas wach auf!“ Wieder zupfte etwas an seiner Hose. Thomas sah sich um, doch er konnte nichts entdecken. „Hier unten bin ich!“. Das Zupfen wurde stärker. Thomas deckte seine Beine auf und schaute nach. „Puuuh. Ich dachte schon ich ersticke!“ Ein kleiner Mann kroch unter der Decke hervor und stellte sich an das Fußende von Thomas . „Bist du endlich wach? Können wir gehen?“, sagte der kleine Mann. Thomas war ganz verdutzt. „Träume ich etwa?“, dachte er bei sich. „Ich weiß genau was du nun denkst. Das alles hier muss ein Traum sein. Aber das ist kein Traum. Ich bin wirklich hier. Mich hat dein Wunsch geholt. Dein Wunsch war so stark beim Einschlafen, dass ich daraus geboren wurde, um mit Dir in dieser Nacht etwas besonders zu erleben.“

Thomas schaute genauer hin. Der kleine Mann trug einen weißen Anzug. Er hatte dicke Stiefel an und seine Hand hielt einen großen runden Helm. Er sah beinahe genauso aus, wie ein Astronaut aus dem großen Buch von Großvater. „ Los komm, die Nacht ist kurz!“, winkte der kleine Astronaut. „Hier entlang.“ Der kleine Astronaut krabbelte mühsam das Bett herunter und lief los. Er lief die Treppe hinunter und weiter durch den langen Flur zur Hintertür. „ Hey machst du mal bitte die Tür auf? Ich bin zu klein ich komme nicht heran!“ Eigentlich durfte Thomas nachts nicht das Haus verlassen. Doch diesmal spürte er, dass seine Großeltern nichts dagegen hätten und er öffnete leise die Tür. „Schnell komm!“ Sie liefen zum alten Schuppen. Als sie in den Schuppen hineinkamen machte Thomas Licht an. „Nun lass uns beginnen!“, sagte der Astronaut. „Ach ja! Mein Name ist Jim. Freut mich dich kennenzulernen.“

Jim drehte sich um und sprang auf die Werkbank. „Holz, Schrauben, Farbe.“ Jim wühlte in der Werkbank. „Ein Schneidbrenner, Säge, Nägel. Ja das müsste genügen.“ Jim drehte sich zu Thomas und fragte:“ Hilfst du mir?“ „Helfen? Wobei denn?“ „Na wir bauen Dir eine Rakete, was sonst?“, zwinkerte Jim. Er flüsterte etwas und plötzlich begannen sich die Werkzeuge, welche Jim soeben herausgesucht hatte, zu bewegen. Sie flogen und wirbelten. Ein Leuchten und glitzern umgab alles. Ein Wirbel erfasst das Werkzeug und das Holz. Thomas staunte! So etwas hatte er noch nie gesehen. Der Wirbel wurde schneller und Thomas konnte sehen wie im Zeitraffer sich etwas zusammen setze. Es leuchtete und knisterte, es blitze und schepperte. Und plötzlich stand sie vor ihm. Eine wunderschöne Rakete. Sie war rot und weiß und auf ihr stand mit goldenen Buchstaben geschrieben. „R.S. Thomas“. Das“ R.S“. stand wohl für Raumschiff oder so. Auf jedenfall sah sie wundervoll aus. Doch irgendetwas störte Thomas an der Rakete. Er schaute genauer hin. Genau! Sie war viel zu klein und gerade mal Jim könnte in sie hineinklettern. „Los komm!“, sagte Jim. „ Wir müssen los!“ „Aber wie denn? Ich bin viel zu groß!“ entgegnete Thomas. „Keine Angst. Berühre die Rakete einfach.“ Thomas ging auf die Rakete zu. Sein Herz klopfte. Was würde passieren, wenn er die Rakete anfasste? Er beschloss nicht weiter darüber nachzudenken und berührte die Rakete. Plötzlich begann die Rakete zu wackeln, daraufhin wackelte der Schuppen. Es krachte und blitze und Thomas spürte ein Kribbeln überall an seinem Körper. „WOW!“, rief Thomas. Und er wurde von einem großen grünen Blitz erfasst. Der Blitz war warm und es tat auch gar nicht weh. Thomas spürte wie das Kribbeln immer stärker wurde. „Plopp!“ machte es laut und Thomas stand vor der Rakete. Irgendetwas war anders. Die Rakete war riesig und majestätisch erhob sie sich vor Thomas. „Was ist passiert?“, fragte Thomas und sein Herz raste vor Aufregung und Freude. „Du bist jetzt ungefähr so groß wie ich.“, zwinkerte Jim. „Hier zieh das an!“ Jim überreichte Thomas einen Astronautenanzug. Er zog ihn an und dann kletterte er mit Jim die Leiter hinauf. Als sie in der Rakete ankamen nahmen sie am Cockpit Platz. Was gab es hier für viele Knöpfe und Anzeigen. Es piepte und summte.

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Thomas traute seinen Augen kaum. Er schnallte sich an. „Nächster Halt Mond!“, rief Jim und er drückte auf einen Knopf auf dem „START“ stand. Ein Ruck erfasste Thomas und schon sausten sie durch das Fenster hinaus in den Nachthimmel. Sie stiegen und stiegen und flogen vorbei an den Wolken und gelangten plötzlich zu den Sternen. Der Mond wirkte noch größer und schöner. „Gleich sind wir am Ziel:“, sagte Jim. Thomas schaute aus dem Fenster. Der Mond wurde immer größer und Thomas konnte schon die einzelnen Krater sehen. „Achtung wir landen gleich! Halt dich fest Thomas!“ Sie schossen auf die Mondoberfläche zu und kurz bevor Thomas dachte sie würden aufprallen, öffneten sich zwei große Fallschirme und bremsten die Rakete. Als sie gelandet waren sagte Jim: „Setz jetzt deinen Astronautenhelm auf. Wir machen einen kleinen Spaziergang.“ Thomas setze den Helm auf und kurz darauf öffnete Jim die Tür. „Pass auf. Auf dem Mond ist man schwerelos. Nur deine Stiefel zeihen dich auf den Boden des Mondes zurück. Komm wir wollen einen alten Freund besuchen. Er lebt hier schon seid Millionen von Jahren und ihr nennt ihn den Mann im Mond. Er beobachtet euch Menschen auf der Erde Nacht für Nacht und manchmal erfüllt er einem Kind wie Dir einen besonderen Wunsch.“ Thomas war so aufgeregt. Auf dem Mond war es toll. Er sprang und schwebte in der Unendlichkeit. Er sprang über Krater und Löcher. Plötzlich hielt er inne. Ein atemberaubender Ausblick ließ Thomas beinahe erstarren. Er sah die Erde. Und plötzlich wurde ihm ganz mulmig. Er wurde traurig, denn er hatte plötzlich Angst niemals mehr nach Hause zu kommen. „Keine Angst.“, sagte Jim der Astronaut. „Wir sind zuhause bevor deine Großeltern aufwachen!“

Sie kamen an ein Haus, welches wohl aus Mondboden gebaut war. Es sah zumindest aus wie die Erde vom Mond, es hatte sogar kleine Krater. Als sie durch die Tür gingen, saß da ein Mann auf einem Schaukelstuhl und rauchte eine Pfeife. Er schaute zu Jim und zu Thomas und sagte: „Hallo. Herzlich willkommen auf dem Mond. Ich hoffe Dir hat der kleine Ausflug gefallen.“ Er schaute zu Thomas. Thomas sagte: „Ja lieber alter Mann. Doch nun möchte ich wieder zurück nach Hause bitte.“ „So sei es! Jim? Bringe ihn wieder sicher zurück nach Hause. Und Thomas?“, der alte Mann lächelte und schaute Thomas an. „Tust du mir bitte einen gefallen und grüßt deinen Großvater von mir?“ „Woher kennen sie denn meinen Großvater?“ fragte Thomas erstaunt. „Nun er war auch ein ganz besonderer Junge und hatte genauso wie du einst den Wunsch zum Mond zu fliegen. Ich habe ihm diesen Wunsch erfüllt und er hat mich besucht. Also grüß ihn bitte von mir, ja?“ „ Gerne !“ Thomas freute sich und zusammen mit Jim ging er zurück zur Rakete. Sie stiegen ein schon hoben sie ab. Der Flug zur Erde dauerte nicht lange. Es waren wohl nur Sekunden. Und auch wenn eine Reise zum Mond sonst sehr lange dauerte so schaffte es diese Rakete in dieser kurzen Zeit. Sie landeten im Schuppen und stiegen aus. „Wie werde ich denn jetzt wieder groß?“, sorgte sich Thomas. „Ganz einfach!“ Jim schnippte mit den Fingern und Thomas verschwand in einer großen Rauchwolke. Als der Rauch verflogen war, stand Thomas, in seiner normalen Größe, vor der Werkbank. „Das ist ein Geschenk von mir, für dich!“ Jim deutete auf die Rakete. „Geh vorsichtig damit um. Ich muss jetzt los.“ „Danke Jim, lieber Astronaut, für dieses wundervolle Abenteuer. Ich werde dich niemals vergessen.“ Thomas nahm die Rakete und rannte los, durch die Hintertür, hinauf in sein Zimmer. Er legte sich in sein Bett, mit der Rakete im Arm, sah zum Mond und schlief glücklich ein.

Am nächsten Morgen wurde Thomas von seinem Großvater geweckt. „Hey aufstehen, du kleine Schlafmütze. Was hast du denn da für eine tolle Rakete?“, fragte der Großvater. Thomas fiel augenblicklich alles wieder ein. Er war ganz aufgeregt und warf sich in die Arme seines Großvaters. „Du glaubst gar nicht was ich alles erlebt habe!“ Es sprudelte nur alles so aus Thomas heraus. Er erzählte von Jim, den Astronauten, wie die Rakete wie aus Zauberhand entstand, sie dann zusammen zum Mond geflogen sind und er den Mann im Mond getroffen hatte.“ Und der sagte dann, dass ich dich grüßen soll, weil er dich kennt und das du mal ein ganz besonderer Junge gewesen seist, genauso wie ich.“ „Tatsächlich!“ Großvater schien nachdenklich. Doch dann lachte er, nahm Thomas in den Arm und sagte:“ Ich habe die ganze Zeit daran geglaubt. Doch im Laufe der Jahre verblasste alles zu einem Traum. Meine Rakete sah fast aus wie deine. Ich bin so glücklich und dank dir weiß ich jetzt ganz genau, dass das alles wirklich passiert ist!“ Großvater drückte Thomas. Thomas sagte:“ Ja wenn man nur fest genug daran glaubt, dann können Wünsche in Erfüllung gehen!“ Zusammen gingen sie in den Garten und spielten stundenlang mit der Rakete. Thomas war der glücklichste Junge der Welt. Denn das war der Sommer, als Thomas zum Mond flog!