Die Erziehung des eigenen Kindes ist mitunter ein spannendes Unterfangen. Zur Herausforderung wird es, wenn Kleinkindern, aber oft genug auch älteren Kinder eine Brille verschrieben wird, die es fortan zu tragen gilt. Da wird die Brille immer wieder von der Nase gesetzt, zum Spielen benutzt, bei älteren Kindern unauffindbar verbummelt, oder gerne auch kaputt gemacht.

Dabei ist es bei kleineren Kindern oftmals nicht mehr als der Fremdkörper, der sie im Gesicht stört. Bei älteren Kindern hingegen liegt der Brillenverweigerung häufiger die Angst zu Grunde, als “Brillenschlange“ gehänselt zu werden. Was also tun, um dem Kind die Brille so schmackhaft wie möglich zu machen?

Tipps & Tricks für kleine und größere Brillenträger: Die Vorbereitung

Ganz gleich, wie alt das Kind ist, zuallererst sollten Sie ihm erklären, warum es überhaupt eine Brille braucht. Natürlich immer entsprechend altersgerecht und so unbefangen wie möglich. Erst danach kommen die kleinen Tricks und Kniffe zum Tragen, die im Nachfolgenden erläutert werden. Was davon bei Ihrem Kind wirklich greift, werden Sie selbst herausfinden müssen. Aber wie heißt es so schön: Fast jedes Kind ist bestechlich.

Doch da zwischen der Diagnose des Augenarztes, dem Termin beim Optiker und dem eigentlichen Abholen der Brille bekanntlich immer Wartezeiten liegen, sorgen clevere Eltern vor. Nutzen Sie diese Wartezeiten, um ihrem Kind die Brille so schmackhaft wie möglich zu machen.

Drei, Zwei, Eins: Deins

Damit das Kind seine eigene Brille nicht von vornherein verachtenswert findet, sollte es sich diese selbst aussuchen dürfen. Denn nicht selten spielt die Lieblingsfarbe gerade bei der Brille eine entscheidende Rolle. Ebenso wie das farblich passende Brillen-Etui. Für die modebewussten Mädchen könnte dieses sogar eigens noch verschönert werden, beispielsweise mit kleinen Strass-Steinchen oder Ähnlichem. Damit die Brille vielleicht alsbald schon keine Brille, sondern ein ganz tolles Schmuckstück ist, das voller Stolz getragen und nachts sicher aufbewahrt werden möchte.

Die Brille zu einer spannenden Geschichte machen

Ebenfalls förderlich können Kinderbücher sein, in denen das Thema “Brille“ im Mittelpunkt steht und die nach der Feststellung, dass das Kind eine Sehhilfe braucht, als Gute-Nacht-Geschichte oder in einer gemütlichen Nachmittags-Kuschelrunde vorgelesen werden. Bücher zu dem Thema gibt es mittlerweile schon einige. Beispielsweise: “Der kleine Bär braucht eine Brille“, “Meine Brille kann zaubern “, “Leo hat eine feuerrrote Brille “,  “Arlo braucht eine Brille “ und viele andere mehr. Einfach mal in einer gut sortierten Buchhandlung nachfragen und sich beraten lassen. Eventuell sogar zusammen mit dem Kind selbst. Denn je mehr es involviert ist und eventuell auch beim Buch mitbestimmen darf, desto eher wird es sich mit der Brille anfreunden.

Jetzt bis Du schon groß

Da Kinder liebend gerne Erwachsene nachahmen, kann es manchmal ebenso hilfreich sein, mit Erwachsenen, die eine Brille tragen, zu agieren. Meistens sind das Oma und Opa, die Eltern selbst, die Lieblingstante oder vielleicht der Lieblingsonkel. Auch sie können das Kind mit spannenden Geschichten rund um das Thema Brille versorgen, vor allem aber als Vorbild dienen. Kleineren Kindern kann so ganz schnell und einfach weisgemacht werden, dass sie mit einer Brille eben nicht mehr zu den Kleinen, sondern schon zu den Großen zählen. Und welches kleine Kind möchte genau das nicht?

Tipps & Tricks für kleine und größere Brillenträger – Wenn die Brille da ist

Das Tragen der Brille selbstverständlich machen

Trotzdem, dass sehr vielen Kindern die Brille im Vorfeld erst einmal schmackhaft gemacht werden muss, sollte der Umgang mit ihr ganz natürlich sein. Das bedeutet: Sie sollte so selbstverständlich in den täglichen Ablauf integriert werden. Das klappt bei Kleinkindern oftmals von Anfang an sehr gut, bei Kindergarten- und Vorschulkindern hingegen oftmals erst nach einer Eingewöhnungsphase.

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Dementsprechend vermieden werden sollten natürlich auch allzu offensichtliche Bekundungen, wie toll das Kind mit der Brille aussieht. Insbesondere dann, wenn das Kind sich augenscheinlich mit der Brille noch nicht wirklich anfreunden konnte. Ein ernst gemeintes: „Die Brille steht Dir richtig gut!“ ist mit Sicherheit willkommen, aber damit sollte es dann auch gut sein.

Belohnungen während der Eingewöhnungsphase

Wenn das Tragen der Brille trotz der Vorbereitungsphase noch immer nicht funktioniert, ist eine Eingewöhnungsphase äußerst wichtig. Schließlich wurde auch Rom nicht an einem Tag erbaut.

Diese Eingewöhnungsphase ist folglich auch die Phase, in der Eltern mit kleinen Tricks und Kniffen arbeiten dürfen, beispielsweise einem Belohnungssystem. Die Möglichkeiten dazu sind vielfältig und sollten dabei vor allem eines: Den kleinen Brillenverweigerer um den kleinen Finger wickeln.

Kann er eventuell einem Zoobesuch nicht widerstehen, den er bekommt, wenn er währenddessen seine Brille trägt? Oder liebt die kleine Prinzessin lackierte Fingernägel, die nach und nach für jeden Tag, an dem sie ihre Brille ohne Murren und Knurren getragen hat, in ihre Lieblingsfarbe lackiert werden? Oder sind es vielleicht gemeinsame Bastel-, Mal- oder Spielstunden gemeinsam mit Mama und/ oder Papa, innerhalb derer das Kind an die Brille gewöhnt wird?

Fakt ist: Gerade bei Kleinkindern sollte das Tragen der Brille liebevoll, aber eben auch konsequent umgesetzt werden. Je mehr das Kind dabei abgelenkt wird, also so beschäftigt ist, dass es gar nicht mehr mitbekommt, dass die verhasste Brille noch auf der eigenen Nase sitzt, und je häufiger es merkt, dass es mit der Brille nicht anders angeschaut wird als vorher auch, desto schneller ist die Eingewöhnungsphase vorbei. Wie lange sie jedoch insgesamt dauert oder dauern kann, ist so individuell wie auch jedes Kind individuell ist.

Lieblingsspielzeuge ebenfalls zu Brillenträgern machen

Da viele Kinder oftmals keinen Schritt ohne ihr Lieblingsstofftier tun, kann es helfen, auch diese zu Brillenträgern zu erklären. Beispielsweise mit einer lustigen Sonnenbrille, die ihnen parallel aufgesetzt wird oder einer einfachen Lesebrille aus dem Drogeriemarkt. Manchmal allerdings reicht es auch, wenn sich Kind und Lieblingsspielzeug beim Tragen der Brille abwechseln. Das kann eine Lösung für die Eingewöhnungsphase sein, in der die Brille für einige Stunden vom Kind selbst, und dann vom Lieblingsteddy getragen wird. Oder aber, wenn die Brille tagsüber beim Kind verbleibt, am Abend hingegen dem Stoffteddy auf die Nase gesetzt wird.

Der Aha-Effekt

Dieser kann zwar von den Eltern nicht wesentlich gesteuert werden, aber zum Trost sei gesagt, dass er sich früher oder später von ganz allein bei den Kindern einstellen wird. Denn irgendwann merken selbst die Kleinsten, dass sie mit der Brille tatsächlich besser sehen können. Allerdings: Aus der Erfahrung heraus stellt sich der Effekt bei Weitsichtigkeit wesentlich schneller ein als bei einer Kurzsichtigkeit, ist aber generell natürlich auch von der festgestellten Dioptrie-Zahl abhängig.

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