Ja, es gibt sie, die Paare, die sich nach nur einem Versuch über eine beginnende Schwangerschaft freuen können. Doch leider ist das nicht die Regel: Die meisten Paare müssen sich mehrere Monate gedulden, bis sie ein positives Testerergebnis erhalten.

In den ersten Monaten stellt das Warten üblicherweise noch kein Problem dar. Gewiss kommt Enttäuschung auf, wenn die Periode dann doch wieder eintritt, aber in dem Wissen darum, dass Wartezeiten von bis zu einem Jahr biologisch völlig normal sind, weicht das merkwürdige Gefühl schon bald der Hoffnung darauf, dass es im nächsten Zyklus funktionieren wird. Nach einigen Monaten wird es mit der Gelassenheit schon schwieriger. Besonders Frauen, die bislang kein Kind zur Welt gebracht haben, kommen ins Grübeln darüber, ob bei ihnen vielleicht Gründe für eine Unfruchtbarkeit vorliegen könnten.

Die Psyche kann uns in solchen Phasen schnell „ein Schnippchen schlagen“. Je mehr wir über die Gründe nachdenken, je mehr wir zweifeln und uns und unseren Partner unter Druck setzen – wenn auch vielleicht nur unterschwellig –, desto schwieriger kann es mit der Erfüllung unseres sehnlichen Wunsches werden. Der Körper nimmt unsere Ungeduld und Befürchtungen als Stress wahr und ist genau dadurch mitunter weniger empfänglich für eine Schwangerschaft. Schließlich wird allerorts geraten, bei dem Wunsch nach einer Schwangerschaft Stress möglichst zu vermeiden.

Wie aber lassen sich die Befürchtungen ausschalten? Vermutlich gar nicht, doch Sie können trotzdem etwas tun, um die Zeit des Wartens entspannter zu erleben und damit die stressauslösende Wirkung auf Ihren Körper zu verringern.

Schaffen Sie sich und Ihrem Partner immer wieder Freiräume, um sich etwas Gutes zu tun. Entspannende Musik, Spaziergänge an der frischen Luft oder eine Massage sind altbewährte Mittel, um Stresssituationen zu entfliehen oder um sie als weniger belastend zu empfinden. Das Wichtigste jedoch ist das regelmäßige und offene Gespräch mit dem Partner: Wer seine Sorgen teilt, verringert die Last, die auf den eigenen Schultern liegt. Ausgesprochene Ängste erweisen sich nicht selten als weitaus erträglicher als solche, die man im Stillen mit sich herumträgt. Das gemeinsame Durchleben der Zeit des Wartens und Hoffens mit all ihren Höhen und Tiefen kann darüber hinaus die Bindung zwischen den Partnern intensivieren – was letztendlich auch dem Erleben der Schwangerschaft zugute kommt, wenn es dann endlich soweit ist.